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Save the Children Deutschland

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22.04.2010 16:35

Afghanistan - wirksame Hilfe für Kinder statt immer neue Militärstrategien 

Nach den tödlichen Anschlägen auf die Bundeswehr in Afghanistan mit insgesamt sieben Toten binnen weniger Tage ist die Diskussion um den Einsatz am Hindukusch neu entbrannt. Die Arbeit von Entwicklungshilfsorganisationen tritt dabei immer mehr in den Hintergrund. Allerdings kommt die Hilfe durchaus im Land an und wird positiv wahrgenommen.

In der Provinz Jawzjan, im Nordwesten des Landes, konnte Save the Children beispielsweise die erste Hebammenschule Afghanistans aufbauen. Dort werden Frauen aus den Dörfern und Gemeinden zu Hebammen und Gesundheitsberaterinnen ausgebildet. Sie können erworbenes Wissen weitergeben und sind einflussreiche Multiplikatorinnen. Sie informieren über lebenswichtige Hygiene-Maßnahmen wie Händewaschen, die Bedeutung von Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen und Ernährung – und können so Leben retten.

„Die enge Zusammenarbeit mit der Zivilbevölkerung, den lokalen Autoritäten, den Mullahs und Dorfältesten ist bei allen unseren Projekten der Schlüssel zum Erfolg“, sagt Sara Persson, Mitarbeiterin von Save the Children in Afghanistan. Nur wenn die Menschen vor Ort in die Planung und Durchführung mit einbezogen werden, wird die Hilfe auch angenommen. Kulturelle Gewohnheiten und Bedürfnisse müssen bei jedem Projekt berücksichtigt werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Hilfe nicht als westlich und anti-islamisch abgelehnt wird. Darüber hinaus spielen aber natürlich auch die Sicherheitsbedingungen vor Ort eine wichtige Rolle für den Erfolg von Hilfsprojekten.

Wenn wir mehr Mädchen in die Schule schicken wollen, muss zum Beispiel gewährleistet sein, dass der Schulweg sicher ist, dass es eigene Waschräume für Mädchen gibt und genügend Lehrerinnen ausgebildet werden. Manchmal scheitert ein Projekt, weil simple Kleinigkeiten wie eine Schutzwand um das Schulgebäude fehlen. Dann schicken die Eltern ihre Töchter nicht zum Unterricht.

Die Akzeptanz der Bevölkerung kann also nicht durch kurzfristige Investitionen erreicht werden, sondern nur durch langfristige, nachhaltige und an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtete Projekte.

Save the Children arbeitet deshalb gemeinsam mit einheimischen Partnern seit mehr als 30 Jahren in Afghanistan. Wir unterstützen unter anderem den Aufbau von Schulen, Unterricht für Flüchtlingskinder in den Lagern an der Grenze zu Pakistan und die Ausbildung von Gesundheitsmitarbeitern und Hebammen.  

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