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08.01.2013 16:29

Winter verschlimmert die Lage von syrischen Flüchtlingsfamilien

„So wie es uns heute geht – glauben Sie mir, das kann kein Mensch ertragen. Es ist schrecklich.” Ahmed ist Vater von fünf Kindern. In Syrien arbeitete er als Jurist, bis der Bürgerkrieg ihn und seine Familie zur Flucht zwang. Heute leben sie im Norden Libanons in einem alten Stall. Das Dach ist undicht und wenn es regnet, dann läuft das Wasser herein. Und derzeit regnet es oft.

So wie Ahmed und seiner Familie geht es tausenden von Flüchtlingen in den syrischen Grenzgebieten. Es ist Winter und die Temperaturen sinken oft gegen Null Grad. Viele Unterkünfte schützen kaum vor dem eisigen Wind und dem ständigen Regen. Es fehlt Winterkleidung. Die meisten haben Syrien verlassen mit nichts außer der Kleidung, die sie am Körper trugen. Für die Flüchtlinge kann das schlechte Wetter lebensgefährlich werden. Besonders Kinder sind anfällig für Krankheiten, die mit der Kälte verbunden sind.

Schwierige Lebensumstände

Im Libanon, wo derzeit 133.000 Flüchtlinge registriert sind, gibt es keine offiziellen Flüchtlingslager. Viele der Flüchtlinge leben in heruntergekommenen Wohnungen, deren Mieten sie kaum bezahlen können und die sie mit anderen Flüchtlingen teilen. Andere Familien wohnen in unfertigen Gebäuden, alten Bauernhöfen oder in stillgelegten Schulen. In einigen Gegenden im Bekaa-Tal haben sich Flüchtlingsfamilien in Gruppen zusammengetan und informelle Zeltlager aus Brettern und Plastikplanen errichtet. „Wenn es regnet, dann dringt das Wasser in unser Zelt“, erzählt die 8-jährige Ines, „Manchmal entstehen ganze Wasserlachen. Wir sind von Schlamm umgeben.“
Auch im Irak nähern sich die Temperaturen dem Gefrierpunkt. Da es in den Flüchtlingslagern kein Abwassersystem gibt, überschwemmt der Regen auch dort die Zelte und durchnässt alles. Die Familien müssen dann auf kalten, durchweichten Matratzen schlafen. In Jordanien können sich viele Familien die hohen Kosten für Miete und Heizung kaum leisten. Viele verschulden sich stark, um ihre Familien durch den Winter zu bringen.  

Wie Save the Children hilft

Save the Children ist in den syrischen Nachbarländern vor Ort und verteilt warme Kleidung, Schuhe und Decken für die Familien und ihre Kinder und spezielle Winter-Hilfspakete für Kleinkinder. Die Kinderrechtsorganisation arbeitet auch daran, die Duschen auszubessern und mit warmem Wasser auszustatten. Zukünftig sollen Eltern geschult werden, das Abflusssystem zu verbessern und instand zu halten. So werden die Zelte nicht mehr überflutet, und die Familien erhalten ein Einkommen. Damit die Familien ihre Unterkünfte besser gegen die Kälte schützen können, verteilt Save the Children Werkzeug und Gutscheine für Öfen und Heizöl.

„Meine Kinder haben nichts mehr“

Tausende Kinder sind vor dem syrischen Bürgerkrieg geflohen, auf der Suche nach einem sicheren Ort und einem Ende der Gewalt. Doch auch in den Nachbarländern finden sie nicht den Schutz, den sie brauchen. Mit dem Wintereinbruch benötigen die Kinder und ihre Familien nun dringend Kleidung, eine Heizung und Zugang zu medizinischer Versorgung. Ahmed ist verzweifelt: „Ich wünsche mir nichts mehr, als dass meine Kinder leben können wir andere Kinder – so wie sich Eltern das für ihre Kinder wünschen. Niemand möchte, dass sein Kind auf der Straße lebt. Die Umstände zwingen uns leider, so zu leben. Meine Kinder haben nichts mehr.”

Weitere Informationen:

Aktueller Situationsbericht: Out in the Cold - englische und deutsche Version

Aktuelle Pressemitteilung: Lage der syrischen Familien verschlimmert sich dramatisch

Syrien-Themenseite

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