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DZI-Spendensiegel
13.09.2012 14:03

Flutkatastrophe auf den Philippinen gefährdet 2,52 Millionen Kinder

Kaye ist erst zwei Tage alt und schon auf der Flucht. Gemeinsam mit ihrer Großmutter Alicia und ihre sechs Cousinen und Cousins musste sie wegen der Flut ihr Haus verlassen und in einem Schulgebäude Schutz suchen. Ihre Mutter ist noch zu schwach. Sie bleibt weiterhin im Krankenhaus, in dem sie Kaye zwei Tage zuvor zur Welt gebracht hat. Ihr Vater, ein Bauarbeiter, war nicht zu Hause, als der Wasserspiegel gefährlich anstieg. Gemeinsam mit 170 weiteren Familien werden Kaye und ihre Verwandten von Save the Children und anderen Hilfsorganisationen versorgt. Doch die Hilfsgüter reichen nicht aus.

Gefahr von Epidemien wächst
Schwere Monsunregen verursachten auf den nördlichen Inseln der Philippinen Überschwemmungen, von denen 4,4 Millionen Menschen - davon 2,52 Millionen Kinder - betroffen sind. Die Fluten verwüsteten Städte und Dörfer und lösten zahlreiche Erdrutsche aus, die die Zufahrtswege blockieren. Das Stromnetz ist vielerorts ausgefallen. Viele Familien mussten ihre Wohnungen verlassen – fast 13.000 Häuser wurden zerstört. Die Hilfsorganisationen arbeiten gegen die Zeit. Die Gefahr von Seuchen wächst. „In den meisten Evakuierungszentren sind die Lebensbedingungen sehr schlecht. Bis zu zwölf Familien schlafen in einem Klassenzimmer und müssen sich eine Latrine teilen“, erzählt Anna Lindenfors, Länderdirektorin für Save the Children auf den Philippinen. „Diese Bedingungen schaffen ein Umfeld, in dem sich Krankheiten leicht verbreiten können. Es gibt bereits mehrerer Fälle von Durchfall, Fieber, Erkältungen und Hautausschlägen bei Kindern.“ Gerade bei ihnen ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch, da sie beim Spielen im engen Kontakt miteinander sind und durch die Strapazen oft ein geschwächtes Immunsystem haben.

Hilfsmittel fehlen
Um die Kinder vor weiteren Krankheiten zu schützen, braucht es dringend mehr medizinische Hilfskräfte und die richtigen Medikamente. In Calooncan City, Metro Manila, klagen die Menschen darüber, dass es nicht genug Hilfe für kranke Kinder gibt. „Mein Mann und einige meiner älteren Kinder haben die Masern“, sagt die 32-jährige Anafe. Als ein Arzt der zuständigen Gesundheitsbehörde kam, hatte dieser nicht genug Medikamente dabei, um jeden zu behandeln. In den Evakuierungszentren fehlt es zudem an sauberem Wasser, Toiletten, Decken, Schlafmatten und warmer Kleidung.

Wie Save the Children hilft
Bislang konnte Save the Children mehr als 18.464 Kinder und deren Familien helfen. In Laguna und Bulacan errichtete Save the Children „kinderfreundliche Räume“. Unter der Aufsicht von geschulten Betreuern können die Kinder hier spielen und lernen. Gerade nach traumatischen Erlebnissen ist ein sicherer Ort für die Kinder wichtig, um das Erlebte zu verarbeiten. 173.300 Menschen leben derzeit in Evakuierungszentren. Um die Hygienesituation dort zu verbessern, verteilten Mitarbeiter von Save the Children Haushalts- und Hygienesets sowie Reservekanister mit Trinkwasser. Mit einer gezielten Gesundheitsaufklärung zum Thema Stillen und der Verteilung von Versorgungssets für Mütter mit Neugeboren konnten 271 Frauen erreicht werden.

Philippinen – eine Land mit vielen Naturkatastrophen

Erdbeben, Taifune, zwanzig aktive Vulkane – die Philippiner leben in einer gefährlichen Region. Seit 30 Jahren arbeitet Save the Children auf den Philippinen. Als die Taifune Ketsana 2009 und Washi 2011 das Land schwer verwüsteten, war Save the Children vor Ort und half 822.000 Kindern. Die diesjährige Monsunsaison ist noch nicht überstanden. Weitere Stürme und Regenfälle werden erwartet. „Wir befürchten, dass die Situation für Kinder noch schlimmer wird“, sagt Anna Lindenfors.

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