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Save the Children Deutschland

Thema: Hunger

Hungerkrisen und Mangelernährung sind globale Probleme, die sich immer stärker zuspitzen. Save the Children setzt sich weltweit dafür ein, Kindern ein Leben frei von Hunger zu ermöglichen.

Informieren Sie sich hier über die Ursachen von Hungerkrisen und die verschieden Formen von Mangelernährung.

Hunger hat viele Gesichter

Jeden Tag berichten die Medien über Hungerkrisen und Mangelernährung. Hunger stellt ein ständiges globales Problem dar. Es ist absehbar, dass es sich in den nächsten Jahren durch Faktoren, wie den Klimawandel, steigende Lebensmittelpreise und wirtschaftliche Veränderungen drastisch zuspitzen wird. Hinter diesen Krisen verbergen sich aber oft unterschiedliche Problemlagen, auf die es unterschiedlich zu reagieren gilt.

Erfahren Sie auf dieser Seite die Vielfalt von Hungerkrisen, die Bedeutung von Mangelernährung und wie Save the Children auf diese unterschiedlichen Anforderungen reagiert.

Was ist eine akute Hungerkrise?

Die Ursachen für den Ausbruch von akuten Hungerkrisen sind vielschichtig. Als Folge des Klimawandels führen beispielsweise langanhaltende Dürreperioden oder Hochwasser zu Ernteausfällen und Wasserknappheit. So war auch die Hungerkrise am Horn von Afrika im Jahr 2011 die Konsequenz ausbleibender Regenfälle. Viele Familien haben ihre Lebensgrundlagen- ihre Ernte und ihr Vieh verloren. Auch Heuschreckenplagen, wie sie im Niger vorkamen, können zu Nahrungsmittelengpässen führen. Dabei zerstören die Insekten große Teile der Ernten, was verheerend ist in einem Land, in dem mehr als die Hälfte der Bevölkerung von der Landwirtschaft abhängig ist.

Akute Hungerkrisen, die durch klimatische Veränderungen hervorgerufen werden, sind oft zyklisch. Auf Dürreperioden folgen dann schwere Regenfälle und Überschwemmungen. Die betroffenen Gebiete müssen sich mit nachhaltiger Vorsorge und Krisenmanagement auf den anhaltenden Wandel einstellen. Einerseits ist es wichtig auf Frühwarnungen rechtzeitig zu reagieren, um das Risiko einer unabwendbaren Krise zu verringern. Andererseits muss neben der Nothilfe auch auf langfristige Entwicklung gesetzt werden, um die gefährdeten Gebiete auf den Umgang mit zukünftigen Katastrophen vorzubereiten.  

Was ist eine chronische Hungerkrise?

Doch nicht nur Krisensituationen, wie die Dürre am Horn von Afrika sind Auslöser von Hungerkrisen. Oft fehlt es am Zugang zu bestimmten Nahrungsmitteln und sauberem Wasser. Auch eine schlechte Gesundheitsversorgung, mangelnde Hygiene und damit einhergehende Infektionen können Gründe für die Mangelernährung sein. Das Anhalten solcher Zustände führt zu chronischen anhaltenden Hungerkrisen, denen im Vergleich zu akuten Hungerkrisen, wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dabei ist es vor allem die chronische Mangelernährung, die die meisten Opfer fordert.

Chronische schließen akute Hungerkrisen nicht aus. Die internationale Skala zur Einstufung von Nahrungsmittelsicherheit unterscheidet dabei fünf Phasen, die von der Nahrungsmittelsicherheit über akute Nahrungsmittelunsicherheit bis hin zu einer Hungerkatastrophe reichen. Beispielsweise hat sich im Niger ein Nahrungsmittelengpass durch das Ausfallen von Regenfällen zu einer akuten Hungerkrise zugespitzt.

Warum ist Mangelernährung so gefährlich?

Die ersten 1000 Tage im Leben sind die kritische Phase in der Entwicklung eines Kindes. Wird es hier nur unzureichend mit Nährstoffen versorgt, wird seine körperliche sowie geistige Entwicklung nachhaltig beeinträchtigt und es kann zu lebenslangen Defiziten kommen.

Zur Verdeutlichung hat Save the Children die Größe von Kindern im Alter von zweieinhalb Jahren – in diesem Alter wird das Ausmaß der Entwicklungsverzögerung am deutlichsten – verglichen. Mangelt es dem Körper an Nährstoffe, werden nur die lebenswichtigen Funktionen unterstützt - Wachstum gehört nicht dazu. Dies wird am Beispiel Niger deutlich: Die durchschnittliche Größe eines zweieinhalbjährigen Kindes im Niger liegt bei 82,2 cm -  das sind 8,5 cm weniger als der Durchschnitt bei gesunden Kindern. Zudem wirkt sich der Mangel an Nährstoffen auch auf die geistige Entwicklung aus. So kann der IQ eines mangelernährten Kindes sein Potential nicht voll entfalten und liegt bis zu 15 IQ Punkten unter dem eines gesunden Kindes.

 

Welche Formen der Mangelernährung gibt es?

In der Medizin unterscheidet man zwischen verschiedenen Formen von Mangelernährung, die durch akute sowie chronische Hungerkrisen oder falsche Ernährung ausgelöst werden können:

  • Marasmus bezeichnet man die Form von Mangelernährung, die durch starken Proteinmangel gekennzeichnet ist.  Der Abbau von Energie- und Eiweißreserven führt zu einem gefährlichen Abbau von Muskelmasse, Skelett- und Herzmuskulatur. Betroffene Kinder sind oft stark abgemagert und weisen nur 60% oder weniger des für sie altersentsprechenden Körpergewichts auf. Weitere phänotypische Merkmale sind ein aufgeblähter Bauch und ein alt wirkendes Gesicht.                                   
  • Kwashiorkor wird durch einen starken Eiweißmangel ausgelöst. Das Gewicht der Kinder liegt zwischen 60% - 80% des für sie altersentsprechenden Gewichtes. Es kommt zu Wassereinlagerungen im Gesicht, Beinen und Füßen und zur Entfärbung der Haare. Außerdem sind psychische Entwicklungsstörungen, wie Apathie auffällig.
  • Marasmischer Kwashiorkor bezeichnet die Form von Mangelernährung, die zu einem starken Gewichtsverlust verbunden mit Wassereinlagerungen im Gesicht, Beinen und Füssen führt. 

Alle Formen der Mangelernährung sind eine starke Beeinträchtigung für die Entwicklung des Kindes. Herzkreislaufstörungen, Diabetes, Nierenschäden und ein stark geschwächtes Immunsystem sind nur einige der verheerenden körperlichen Schäden. Die körperlichen und kognitiven Defizite können an nachkommende Generationen weitervererbt werden.

Ernährungsprogramme bei chronischer Mangelernährung

Im Save the Children Ernährungsprogramm lernen Eltern, wie sie besonders nährstoffreiches Essen mit wenig Geld und den vorhandenen Ressourcen zubereiten können. Oft wissen Eltern nicht, welche Nahrungsmittel ihr Kind dringend benötigt. Vi Quoc Duan aus Vietnam war bereits bei seiner Geburt untergewichtig und wog mit sieben Monaten nur 6kg. Im Ernährungsprogramm von Save the Children lernte Duans Mutter einen Haferbrei zuzubereiten, der vier der Nährstoffe beinhaltet, die für die Entwicklung von Kindern wesentlich sind.

Ernährungsprogramme bei akuter Mangelernährung

Als die 23-jährige Farida mit ihrer Tochter Kadija in einem Krankenhaus in Nigeria ankam, war Kadija völlig abgemagert und entkräftet. Farida, die zuvor eines ihrer Kinder verlor, hatte große Angst auch ihre kleine Kadija verlieren. Im Krankenhaus wurde Kadija in einem stationären Therapieprogramm von Save the Children für akute Mangelernährung aufgenommen. Im Programm verbesserte sich Kadijas Zustand allmählich. „Es ist jetzt anders, wenn ich Kadija im Arm halte. Jetzt kann ich mit ihr spielen, sie weint nicht mehr die ganze Zeit. Mein größter Wunsch ist es, sie glücklich und gesund zu sehen“, erzählt Farida.

Auf Dürreperioden vorbereiten

Besonders wichtig ist es, Gemeinden und ländliche Bevölkerungen auf bevorstehende Dürreperioden vorzubereiten und präventive Maßnahmen einzuleiten. In Andrekello, einem Gebiet in der Afar Region Äthiopiens, implementieren Save the Children und die äthiopische Regierung verschiedene Programme zur Ernährungssicherung. Das Productive Safety Net Programme (PSNP) von Save the Children ist ein Programm, welches Nahrungsmittel im Austausch von geleisteter Arbeit bereitstellt. Es werden monatliche Nahrungsmittelrationen im Gegenzug von 5 Tagen geleisteter Arbeit verteilt. Die Arbeiten erstrecken sich von Reparaturen bis hin zu Sanierungsarbeiten von Schulen und Gesundheitszentren sowie den Aufbau und die Aufrechterhaltung von öffentlichen Wasserstellen und Sanitäranlagen. Das PSNP stellt ein Sicherheitsnetz für die Familien dar und schützt sie davor, in Dürrezeiten ihr Land und ihre Tiere verkaufen zu müssen. Außerdem werden im Rahmen des PSNP Programms, Bildung für Kinder und Erwachsene angeboten, das Erlernen innovativer landwirtschaftlicher Techniken gefördert und andere Projekte zur Sicherung von Lebensgrundlagen unterstützt. Zum Beispiel erhält Mujahid, Gemeindeleiter in Andrkello, Nahrungsmittel, weil er  sich für das Schlichten von Auseinandersetzungen zwischen den Clans einsetzt.

Hungerkatastrophen passieren nicht plötzlich. Akute Hungerkrisen zeichnen sich oft schon Monate lang ab, noch bevor sie international zur Krise erklärt werden. Save the Children setzt sich deshalb für die Verbesserung von Frühwarnsystemen so wie Handlungsmöglichkeiten ein, um Hungerkrisen so gut es geht abzuwenden. 

Helfen Sie!

Mangelernährung

Hier finden Sie unsere Studie
"A Life free from Hunger" (PDF)

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Entwicklungsstudie 2012

Hier finden Sie unseren Bericht
"Child Development Index" (PDF).

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