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Pakistan
Hilfe für Kinder in Pakistan
Obwohl sich die Wirtschaftslage in Pakistan zusehends verbessert, steht die pakistanische Bevölkerung noch immer vor einer Vielzahl an Herausforderungen.
Jahrzehnte des Krieges mit Indien um die Region Kaschmir und anhaltende Flüchtlingsströme aus dem benachbarten Konfliktstaat Afghanistan haben Pakistan gezeichnet. Zudem ist das Land sehr anfällig für Naturkatastrophen wie Erdbeben, Dürreperioden oder Überschwemmungen. Noch immer leben 24 Prozent der Pakistani unterhalb der Armutsgrenze. Vor allem in ländlichen Regionen gibt es noch immer viel zu wenig Schulen, die Gesundheitsversorgung ist nur unzureichend.
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung kann weder lesen noch schreiben, Armut zwingt viele Kinder in unsichere Arbeitsverhältnisse. Schätzungsweise acht Millionen Mädchen und Jungen müssen zum Überleben der Familie beitragen, die Hälfte dieser Kinder ist nicht einmal neun Jahre alt.
Die zentralen Herausforderungen für Save the Children
Die Armut ist eines der größten Probleme der Bevölkerung Pakistans. Kinder, die in Armut und ohne Schutz aufwachsen, sind Prügelstrafen, sexuellem Missbrauch, Gewalt und Krankheiten wie HIV/AIDS schutzlos ausgesetzt. Diesen Kindern wollen wir helfen, der Armut und deren Folgen zu entkommen, um ihnen eine Chance auf ein besseres Leben zu geben. Schätzungen zufolge sind 7% aller Erwerbstätigen in Pakistan Kinder. Unberücksichtigt bleiben in dieser Statistik die Kinder, die ihren Eltern im Haushalt oder im Geschäft helfen müssen. Die Mehrheit der Kinder, die arbeiten müssen, geht nicht zur Schule. Wir wollen die Rechte der Kinderarbeiter stärken und ihre Bildungssituation verbessern. Aufgrund des mangelhaften Bildungswesens beenden nur 38% der Kinder in Pakistan die Grundschule. Der Anteil der Jungen ist doppelt so hoch wie der der Mädchen. Doch ganz gleich, ob Mädchen oder Junge – allen Kindern muss unbedingt Schulbildung ermöglicht werden, um sie aus der Armut zu führen.
Die Arbeit von Save the Children
Save the Children arbeitet bereits seit 1979 in Pakistan. Wir setzen uns in verschiedener Weise für die Umsetzung der Kinderrechte in der Republik ein. Schwerpunkte von Save the Children sind hierbei die Verbesserung des Gesundheits- und Bildungssystems, der Schutz besonders gefährdeter Kinder und die Notfallhilfe. Viele der Maßnahmen setzen wir vor allem in entlegenen und armen Regionen um. Die Hilfe für die Flüchtlinge aus Afghanistan ist seit 20 Jahren fester Bestandteil unserer Arbeit in Pakistan.
Um die Situation der Mädchen und Jungen in Pakistan dauerhaft zu verändern, arbeiten wir seit vielen Jahren mit lokalen Partnerorganisationen und Regierungsvertretern zusammen. Nur so haben wir die Chance, allen Kindern gleichermaßen eine selbstbestimmte und sichere Zukunft gemäß ihrer Rechte zu ermöglichen.
Beispiele für die Arbeit von Save the Children
Gemeindearbeit zur Überlebenssicherung von Müttern und Neugeborenen
Im Rahmen unseres Programms „Saving Newborn Lives“ und unserer globalen Kampagne „EVERY ONE“ mobilisieren wir auch in Pakistan Gemeindemitglieder zur besseren Vorsorge und Fürsorge von werdenden Müttern, Wöchnerinnen und ihren Neugeborenen. Zusammen mit den lokalen Behörden etablieren wir auch in entlegenen Dörfern Systeme, um beispielsweise Frauen bei Geburts-komplikationen sicher in die nächste Gesundheitsstation zu bringen. Zudem klären wir direkt in den Dörfern über Wochenbett- und Säuglingspflege auf. Derartige Maßnahmen initiieren wir unter anderem in den Provinzen DG Khan, Punjab und auch in den Stammesgebieten unter Bundesverwaltung (FATA).
Schule statt Arbeit
Etwa die Hälfte der pakistanischen Kinder bekommt keine regelmäßige Schulbildung. Noch immer sehen viele Eltern keine Möglichkeit ihre Töchter und Söhne für längere Zeit in die Schule zu schicken, die Zahl der Schulabbrecher ist entsprechend hoch. In zahlreichen Schulprojekten mit lokalen Partnern arbeitet Save the Children an der dauerhaften Verbesserung des Bildungswesens in Pakistan. Vor allem Kinderarbeiter sollen zurück ins Bildungssystem geführt werden. Wir bieten für die Mädchen und Jungen alternative Schulmöglichkeiten mit flexiblen Unterrichtszeiten an. So können Kinder, auch wenn sie arbeiten müssen, zumindest ein Mindestmaß an Bildungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen.
Kinderschutz und Rechte
Save the Children hat es geschafft, auf die wichtigsten Themen wie Armut, Gewalt, Missbrauch und Krankheit in der pakistanischen Öffentlichkeit aufmerksam zu machen. Zusammen mit der Regierung haben wir so beispielsweise für die Kinder in Azad Kashmir ein gesondertes Schutzgesetz entworfen. Save the Children ermöglicht es den Kindern, sich selbst für ihre Rechte einzusetzen und sorgt dafür, dass die Meinung der Kinder in nationalen Entscheidungen berücksichtigt werden.
Zum 20. Geburtstag der Kinderrechtskonvention haben wir eine Aufklärungskampagne gestartet, die die Regierung zur Verabschiedung eines generell geltenden Gesetzes zum Schutz der Kinder vor ausbeuterischer Arbeit, sexuellem Missbrauch und der Prügelstrafe veranlassen soll. Eine wichtige Forderung ist hier auch das Alter der Straffähigkeit von 7 auf 12 Jahre zu erhöhen.
Hilfe bei Naturkatastrophen
Durch die Erdbebenkette und folgende Überflutung 2008 haben 10.000 Menschen in der Region Balochistan ihr Zuhause verloren. Save the Children konnte umgehend mit der Verteilung von Nahrungsmitteln, Kleidung und Zelten beginnen. Zur langfristigen Stabilisierung der Region haben wir die Wasserversorgung verbessert, Schulen und Gesundheitsstationen wieder eröffnet. Mit diesen Maßnahmen konnten wir fast 30.000 Kindern und ihren Familien helfen.
Als im Oktober 2005 ein schweres Erdbeben 73.000 Menschen das Leben kostete und drei Millionen Menschen obdachlos wurden, war Save the Children sofort vor Ort. Basierend auf unsere langjährige Erfahrung in Pakistan konnten wir schnell auf die Katastrophe reagieren, um den Kindern und ihren Familien in der Not zu helfen. Heute konzentriert sich unsere Arbeit vor allem auf die ländlichen Täler und abgelegenen Bergdörfer Pakistans, die besonders stark vom Erdbeben betroffen waren, um insbesondere zerstörte Schulen wieder aufzubauen.