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Kolumbien
Armut und Gewalt in Kolumbien
Kolumbien ist nach Brasilien mit 45 Millionen Menschen der bevölkerungsreichste Staat Südamerikas. Zwei Drittel der Kolumbianer leben allerdings in Armut. Neben der vorherrschenden Drogenproblematik leiden viele Kolumbianer unter den Folgen politischer Unruhen, sozialer Instabilität und staatlicher Korruption. In den vergangenen zwanzig Jahren mussten rund vier Millionen Menschen wegen dem Bürgerkrieg ihr Zuhause verlassen.
Die Kinder sind in dieser Situation besonders gefährdet: Viele sind in den schlimmsten Formen der Kinderarbeit involviert, haben wenig Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung und werden häufig als Kindersoldaten missbraucht.
Save the Children in Kolumbien
Save the Children arbeitet seit 1991 in Kolumbien. Unsere Hauptziele sind es, Kindern den Zugang zur qualitativ hochwertiger Bildung zu ermöglichen und sie vor Gewalt und Ausbeutung, insbesondere Zwangsrekrutierung, zu schützen.
Schwerpunkte unserer Arbeit sind:
Im Bildungsbereich:
- Lehrer in flexiblen und altersgemäßen Lehrmethoden weiterbilden
- Partizipation der Kinder und Jugendlichen im Bildungsbereich fördern
- Kinderarbeit vorbeugen und die Rückkehr arbeitenden Kindern zur Schule durch Nachholunterrichten ermöglichen
- Einbindung in der Bildungssystem von Kindern mit Behinderungen und Flüchtlingskindern in das Schulsystem
Durch unsere Bildungskampagne „Zukunft? Schreiben! Schule für Kinder in Kriegs- und Krisengebiete“ werden wir bis 2011 die Schulbildung für 500.000 Kinder in sieben Regionen Kolumbiens verbessern.
Im Bereich Gewalt und Ausbeutung:
- Ausbildungen für Lehrer anbieten, damit sie besonders gefährdete Kinder frühzeitig erkennen und unterstützen.
- Eltern einbeziehen und gewaltfreie Erziehungspraktiken fördern
- Zusammenarbeit mit den lokalen und nationalen Behörden, um eine integrierte Schutzsystem zu entwickeln
- Lokale Initiativen unterstützen, wie z.B. einen Radiosender in dem Jugendlichen über Themen wie Zwangsrekrutierung, Missbrauch und Kinderrechte ihre Gleichaltrige informieren.
Projektbeispiel in Palenque: Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten verhindern
Schätzungen zufolge gehören in Kolumbien zwischen 11.000 und 14.000 Kinder zu irregulären bewaffnete Gruppen und werden zum spionieren, verminen und für den Transport von Sprengstoff benutzt. Hauptziel des Projektes in Palenque ist das Risiko und die Angreifbarkeit der Kinder und Jugendlichen von Zwangsrekrutierung zu reduzieren. Save the Children sieht den Zugang zur Bildung als entscheidende Strategie, um dieses Ziel zu erreichen.
In Palanque wurden daher flexiblen Unterrichtsmodulen entwickelt und implementiert. Diese Programme unterstützen Kinder die nicht zur Schule gehen können oder zu alt für die entsprechende Klasse sind, damit sie die benötigten Fähigkeiten erreichen, um wieder in das Schulsystem integriert zu werden. Schulen werden so eingebunden, dass die Kinder weiter betreut werden können. Zudem sprechen wir mit Familien, damit sie sich stärker für die Bildung ihre Kinder einsetzen. 104 Kinder nehmen derzeit mit großem Erfolg an den flexiblen Unterrichtsmodulen teil. 75% von denen, die Analphabeten waren, können jetzt lesen und schreiben.