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Indien
Schutz von Kindern vor Ausbeutung
Indien ist ein Land, das durch extreme Gegensätze gekennzeichnet ist. Einerseits gilt Indien als Weltmarktführer wichtiger Informations-Technologien. Andererseits kämpfen 300 Millionen Menschen um das tägliche Überleben. Naturkatastrophen wie der Tsunami (2004) und die verheeerenden Fluten (2008) verschärfen die Armut der Menschen zusätzlich. Besonders betroffen sind Kinder: 46 Prozent der Mädchen und Jungen unter fünf Jahren sind unterernährt.
Wir schicken Kinder in die Schule
Obwohl die meisten Kinder in Indien eine Grundschule besuchen, schaffen viele keinen Abschluss. Die Lehrmethoden orientieren sich noch immer an alten Traditionen, Prügelstrafen gehören selbstverständlich zum Unterricht.
Wir verbessern die Unterrichtsqualität in Vor- und Grundschulen. In Zusammenarbeit mit der Regierung bilden wir Lehrer aus und zeigen ihnen kindgerechte Lehrmethoden. 15.000 Kinder haben davon im vergangenen Jahr profitiert. Wir bieten außerschulischen Unterricht für Kinder an, die arbeiten müssen. Unsere Lernzentren sind beliebt, weil sie flexible Öffnungszeiten haben und den Kindern so die Möglichkeit geben, neben ihrer Arbeit trotzdem zu lernen.
Wir kämpfen gegen Kinderhandel
Menschenhandel ist in Indien zu einem organisierten Verbrechen geworden. Kriminelle Banden verdienen Millionen mit der Verschleppung von Frauen und Kindern. Besonders in den armen Gegenden finden die Menschenhändler viele Mädchen und Jungen, die bereit sind, in die Städte zu ziehen. Man verspricht ihnen gute Jobs oder eine Heirat. Tatsächlich enden sie als Bettler auf der Straße oder als moderne Sklaven in ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen. Besonders Mädchen müssen als Angestellte in Privathaushalten arbeiten. Oft werden sie dort ausgebeutet oder sexuell missbraucht.
Save the Children hat Netzwerke aufgebaut, in denen sich auf lokaler Ebene Helfer zusammenschließen, um Kindern zu helfen. In der Vergangenheit konnten wir so verschleppte Kinder retten. Die Netzwerke halfen auch dabei, Kinderhändler zu identifizieren und zu verhaften.
Wir leisten Nothilfe
Die Flutwelle im Herbst 2008 vernichtete die Existenz von 28 Millionen Menschen in den ärmsten Bundesstaaten, Bihar und Orissa. Besonders betroffen waren und sind die Kinder. Viele von ihnen konnten bis heute nicht in ihre Heimatdörfer zurückkehren. Sie leben noch immer in Flüchtlingslagern und haben weder ausreichend Nahrung noch medizinische Versorgung. Save the Children hat unmittelbar nach der Katastrophe Lebensmittel, Decken, Kleidung und Medikamente in die betroffenen Gebiete gebracht. Bisher konnten wir so mehr als 10.000 Familien helfen. Unsere Mitarbeiter bleiben weiter in der Region und sorgen dafür, dass Kinder wieder zur Schule gehen können und vor Missbrauch, Ausbeutung und Verschleppung sicher sind.