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Angola
Blick nach vorn für die Kinder in Angola
In Angola fanden im September 2008 die ersten Parlamentswahlen seit 1992 statt - die zweiten Wahlen in der Geschichte des Landes überhaupt. Zwar entsprach die Wahl sicherlich noch nicht allen internationalen Standards. Aber wenn, wie von Präsident José Eduardo dos Santos angekündigt, im Sommer 2009 Präsidentschaftswahlen stattfinden, wäre das ein weiterer Wegweiser zu einer demokratischen Grundordnung. Angola erholt sich zusehends von den Wirren des Bürgerkrieges.
Der blutige Bürgerkrieg in Angola hatte mit der Erklärung der Unabhängigkeit im Jahr 1975 begonnen. Erst 27 Jahre später kam ein stabiler Waffenstillstand zustande. Fast 4 Millionen Menschen flüchteten oder wurden aus dem Land vertrieben.
Wirtschaftlich hat sich Angola in den letzten Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten stark verändert. Durch die Erdölvorkommen an der Küste ist das Land seit 2008 noch vor Nigeria größter Erdölexporteur Afrikas. Trotzdem ist das Leben der meisten Menschen immer noch von Armut geprägt. 70 Prozent der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser oder medizinischer Grundversorgung. Die Kindersterblichkeitsrate ist die zweithöchste der Welt: Jedes vierte Kind stirbt noch vor seinem fünften Geburtstag.
Die Herausforderungen für Save the Children
Save the Children unterstützt die Kinder in Angola seit 1989. Aber erst mit dem Ende des Konflikts konnten wir Projekte für eine langfristige Entwicklung ausbauen.
Nur gut die Hälfte der Angolaner haben Zugang zu sauberem Trinkwasser, in ländlichen Gegenden sind es sogar nur 39 % der Einwohner. Save the Children baut Wasseraufbereitungsanlagen, kümmert sich um die medizinische Versorgung von Müttern und Neugeborenen und führt flächendeckende Impfprogramme für Kleinkinder durch. - Der Bürgerkrieg hat viele Waisenkinder hinterlassen. Unzählige Mädchen und Jungen wurden im Krieg von ihren Eltern getrennt. Save the Children bietet ihnen Schutz und unterstützt sie bei der Suche nach ihren Eltern.
- Save the Children bildet Lehrer aus, stattet Schulen und Schulkinder mit Materialien aus und schafft sogenannte „Child Protection Committees" (Kinderschutzkomitees), die zum nachhaltigen Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen führen.
Drei Beispiele für die Arbeit von Save the Children
Schutz von Flüchtlingskindern:
Oft ist eine Geburtsurkunde der Schlüssel zu Gesundheitsversorgung und Bildung. Unser spezielles Programm in Sanza Pombo, Tchicala Tcholohanga und Quibala hilft Flüchtlingskindern, ihren Namen und ihre Herkunft herauszufinden, damit sie sich registrieren lassen können und amtliche Papiere erhalten. Zusätzlich unterstützen wir diese Kinder bei der Suche nach ihren Angehörigen und helfen zurückkehrenden Familien beim Wiederaufbau ihrer Existenz.
Bekämpfung von Armut in den Städten:
2000 startete Save the Children ein erfolgreiches Projekt zur Bekämpfung von Armut in Angolas Hauptstadt Luanda. In enger Zusammenarbeit mit den Kindern und ihren Familie, haben wir in einem armen Stadtviertel von Luanda Kinderkrippen, Jugendgruppen, Elternräte und Einkaufsgenossenschaften gegründet. In den Kinderkrippen bekommen die Kinder zwei Mahlzeiten am Tag und eine erste Schulbildung. Inzwischen gibt es in vielen Stadtvierteln Elterninitiativen, die Kinderkrippen und Einkaufgenossenschaften gründen. Angolas Regierung hat das Projekt als Modell für andere Städte übernommen.
Verbesserung der Gesundheit von Kindern:
Save the Children bildet in Chipipa und Tchicala Tcholohanga medizinisches Personal aus und stärkt dadurch die Gesundheitsversorgung. So können viele Kinder zum ersten Mal in ihrem Leben geimpft werden. Die Kindersterblichkeit in diesen Regionen sinkt und das Vertrauen der Bevölkerung in die Krankenstationen wächst. Ein unerwarteter Nebeneffekt der Impfungen ist, dass wesentlich mehr Eltern ihre Kinder wieder zur Schule schicken. Denn die Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes leisten auch hier Überzeugungsarbeit.