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Simbabwe
Hoffnung für ein gebeuteltes Land
Simbabwe ist ein Land im Ausnahmezustand: Die Wirtschaft liegt am Boden und die Infrastruktur des Landes ist zusammengebrochen. Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Medizin ist nicht gesichert. Elektrischen Strom gibt es nur selten.
Von den 13 Millionen Einwohnern des Landes leben 10 Millionen unterhalb der Armutsgrenze. Selbst mit dem wenigen Geld, das die Menschen haben, können sie sich nichts kaufen. Die Inflation wird mit 15.000 % angegeben, liegt in Wirklichkeit aber noch wesentlich höher. Hinzu kommen karge Ernten, verursacht durch Dürren oder Überschwemmungen, durch eine schlechte Landwirtschaftspolitik und durch den Mangel an Düngemitteln. Zwischen Oktober 2007 und März 2008 mussten deshalb bis zu 4 Millionen Einwohner mit Nahrungsmittel versorgt werden. Millionen weiterer Simbabwer sind auf Hilfsprogramme angewiesen.
Die Krise im Land kostet viele Tausend Menschen das Leben. 1990 lag die Lebenserwartung in Simbabwe noch bei 60 Jahren. Heute wird eine Frau in Simbabwe gerade einmal 34, ein Mann 37 Jahre alt. Nirgendwo in der Welt ist die Lebenserwartung geringer. Die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 18 Jahre. Das stellt vor allem Hilfsorganisationen wie Save the Children vor große Herausforderungen.
Die zentralen Herausforderungen für Save the Children
- 123 von 1.000 Kindern sterben in Simbabwe vor ihrem fünften Geburtstag.
- Eins von drei Kindern ist chronisch unterernährt. Die Folgen für die körperliche und geistige Entwicklung sind fatal: Die Mädchen und Jungen können sich in der Schule nicht konzentrieren, sie werden häufig krank oder sterben.
- Zahlreiche Kinder in Simbabwe sind HIV-positiv. Die Krankheit wird durch die Unterernährung der Kinder zusätzlich verschlimmert.
- 1,7 Millionen Kinder in Simbabwe sind Waisen. Die Mehrheit von ihnen hat einen oder beide Elternteile durch Aids verloren. Viele Mädchen müssen deshalb den Haushalt führen und können nicht zur Schule gehen.
- Jede Woche überqueren Hunderte Kinder auf der Suche nach bezahlter Arbeit die Grenze zu Simbabwes Nachbarländern. Die Risiken auf diesem Weg sind groß: Mädchen werden vergewaltigt, Jungen verprügelt. All das nehmen die Kinder auf sich, um Arbeit in Bergbauminen oder in der Sexindustrie zu finden.
Die Antwort von Save the Children
Save the Children führt in Simbabwe seit fast 25 Jahren Projekte für bedürftige Kinder und ihre Familien durch. Unsere Arbeit konzentriert sich auf die armen Landstriche im Sabesi-Tal, wir sind aber auch in vielen anderen ländlichen Regionen und in städtischen Gebieten vor Ort, um den Menschen zu helfen.
Allein 2007 haben wir über eine viertel Million Menschen mit unseren Programmen erreicht. Wir unterstützen Kinder, damit sie eine Schule besuchen können, genug zu Essen haben und gesundheitlich versorgt sind. Außerdem schützen wir Mädchen und Jungen vor Ausbeutung und Gewalt.
Drei Beispiele für die Arbeit von Save the Children
Den Hunger bekämpfen:
Zwischen Oktober 2007 und März 2008 haben wir 120.000 Kinder und ihre Familien durch unsere Nothilfeprogramme mit Nahrungsmitteln versorgt. Damit die Menschen aber nicht dauerhaft auf die Hilfslieferungen angewiesen sind, schulen wir sie, wie sie selbst Nahrungsmittel produzieren können. Dazu gehören neben der Tierhaltung auch der Einsatz von dürreresistentem Saatgut und der Bau von Bewässerungssystemen.
Neue Chancen trotz HIV:
Wir haben bisher 195 Gemeindemitglieder ausgebildet, die Menschen mit HIV und Aids zu Hause betreuen. Save the Children rüstet die Freiwilligen mit Fahrrädern und medizinischer Grundausstattung aus und zeigt ihnen, wie sie sich vor der Übertragung mit ansteckenden Krankheiten schützen können. Außerdem ermutigen wir Gemeindemitglieder, sich selbst für Aids-Waisen einzusetzen. Einige Dörfer haben deshalb einen Teil der Ernte des Gemeindegartens verkauft, um von den Erlösen die Hütten der Kinder instand zu setzen, die ohne Eltern aufwachsen müssen.
Krankheiten vermeiden:
In unseren Projekten zeigen wir Kindern, wie sie mit einfachen Mitteln gesund bleiben können. Kinder und Jugendliche nehmen an unseren Theatergruppen teil. In Theateraufführungen tragen sie Informationen über Krankheiten und Gesundheitsvorsorge in die Gemeinden. Die von Save the Children ausgebildeten Dorfhelfer sind außerdem darin geschult, Kinderkrankheiten zu erkennen und rechtzeitig etwas dagegen zu unternehmen. Wir helfen aber auch auf ganz praktische Weise: Wir haben Moskitonetze an 20.000 schwangeren Frauen und Kleinkinder verteilt, um sie vor Malaria zu schützen.