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Vietnam
Bildungschancen und Schutz vor Ausbeutung
Die sozialistische Republik Vietnam öffnet sich seit einigen Jahren mehr und mehr der Marktwirtschaft. Trotzdem ist die Kluft zwischen arm und reich in Vietnam noch immer sehr groß. Jedes dritte Kind lebt in Armut. Fast 20 Prozent der Kinder unter fünf Jahren sind unterernährt. Die Regierung unternimmt große Anstrengungen, um möglichst allen Kinder eine Schulbildung zu ermöglichen. Die Analphabetenrate des Landes liegt bei nur 7 Prozent. Allerdings ist Kinderarbeit, vor allem in ländlichen Gebieten, durchaus üblich. In den großen Städten nimmt die Zahl der Straßenkinder zu. Außerdem leidet Vietnam unter einer wachsenden Bedrohung durch HIV/AIDS.
Save the Children in Vietnam
Wir kämpfen für die Rechte der Kinder in Vietnam, die nicht von Vietnams schnellen wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen profitieren. Insbesondere Kinder ethnischer Minderheiten haben keine Chance, eine Schule zu besuchen. Wir stellen sicher, dass jedes Kind eine Grundschulbildung erhält. Außerdem schützen wir Kinder vor ausbeuterischer Arbeit und Kinderhandel. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Aufklärung der Jugendlichen über die Gefahren von HIV/AIDS und die medizinische und psychologische Betreuung bereits infizierter Kinder und Jugendlicher.
Wir helfen Kindern ethnischer Minderheiten
Seit den 1990er Jahren haben wir unsere Bildungsprogramme insbesondere im Norden Vietnams auf- und ausgebaut. Dort leben viele Menschen, die ethnischen Minderheiten angehören, diskriminiert werden und in großer Armut leben. Wir wollen diesen Kindern helfen, einen ersten Schulabschluss zu erreichen. Sehr wichtig ist dabei, dass Kinder aus ethnischen Minderheiten in ihrer Muttersprache lernen. Hunderte Vorschulkinder haben bereits von unserem Pilotprojekt der bilingualen Schulbildung profitiert. Wir haben Lehrer in Vor- und Grundschulen ausgebildet, damit sie eine zweite Fremdsprache unterrichten können. Außerdem stellen wir sicher, dass Unterrichtsmaterialien verfügbar sind.
Wir helfen Kindern, die von HIV/AIDS betroffen sind
Die Unterstützung von Kindern, die mit HIV/AIDS infiziert sind oder aus einer Familie stammen, in der ein Mitglied erkrankt ist, ist ein weiterer Kernpunkt unserer Arbeit. Wir schulen Jugendliche. Diese gehen dann in Jugendclubs und Einrichtungen und klären Gleichaltrige über HIV/AIDS auf. Außerdem helfen wir Kindern, die bereits mit HIV infiziert sind oder in Kontakt zu Infizierten stehen. Wir ermöglichen diesen Kindern, zur Schule zu gehen. Wir stellen sicher, dass diese Kinder regelmäßige Gesundheitschecks, medizinische Behandlung und – wenn nötig – Krankenhauspflege erhalten.
Wir schützen Kinder vor Ausbeutung
Vietnam ist eines der sechs Länder im Mekong-Gebiet, das Teil unseres länderübergreifenden Projektes gegen Kinderhandel und Ausbeutung von Kindern ist. Im vergangenen Jahr haben wir vietnamesischen Kindern, die in einem Kinderhandelsring ausgebeutet wurden geholfen, zu ihren Familien zurückzukehren.
Eines unserer Hauptziele ist es, Kindern und Eltern mehr über die Gefahren des Kinderhandels aufzuklären. Damit können wir dazu beitragen, dass weniger Eltern ihre Kinder aus finanzieller Not an Kinderhändler verkaufen.
Wir helfen Kindern nach Katastrophen
Vietnam gehört zu den fünf Ländern, die weltweit am häufigsten von Naturkatastrophen heimgesucht werden. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Taifune und Flutkatastrophen stark angestiegen. Wir helfen Kindern und ihren Familien unmittelbar nach solchen Katastrophen. Im Rahmen unserer Katastrophenvorsorge-Programme (Disaster Risk Reduction) bereiten wir Kinder auf den Ernstfall vor, indem wir ihnen im Schulunterricht beibringen, Risiken einzuschätzen. Die Kinder zeichnen Karten mit Fluchtwegen und absolvieren Erste Hilfe Kurse.