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Save the Children Deutschland

Kampf gegen Hunger

Millionen Kinder sterben vor ihrem fünften Geburtstag, weil sie nicht genug zu essen bekommen.

 

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Die Arbeit von Save the Children im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung

Rund 5,9 Millionen Kinder sterben jedes Jahr vor ihrem fünften Geburtstag (Quelle: UNICEF, 2015). Fast ein Drittel davon, weil sie nicht genug zu essen bekommen. Der Hunger schwächt die kleinen Körper und sie können nicht gegen Krankheiten wie Durchfall oder Lungenentzündung ankämpfen. Die Krankheiten werden lebensbedrohlich. Auch für die Kinder, die überleben, hat Mangelernährung in den ersten Lebensjahren fatale Auswirkungen. Viele leiden ihr Leben lang unter körperlichen und geistigen Folgen. Es gibt genug Essen auf der Welt. Kein Kind sollte sterben, weil es nicht genug zu essen hat. Save the Children kämpft dafür, diesen Missstand zu beenden.

Hilfe bei Mangelernährung

Mangelernährung ist ein weit verbreitetes Problem. Save the Children identifiziert mangelernährte Kinder und versorgt sie in Stabilisierungszentren mit nahrhafter Spezialnahrung und behandelt sie medizinisch.

Darüber hinaus lernen Elterm in Ernährungsprogrammen von Save the Children, wie sie besonders nährstoffreiches Essen mit wenig Geld und den vorhandenen Ressourcen zubereiten können. Denn oft wissen Eltern nicht, welche Nahrungsmittel ihr Kind dringend benötigt und was zu chronischer Mangelernährung führen kann.

Hungerkrisen abwenden

Hungerkatastrophen passieren nicht plötzlich. Akute Hungerkrisen zeichnen sich oft schon Monate vorher ab – noch bevor sie international zur Krise erklärt werden. Save the Children setzt sich deshalb für die Verbesserung von Frühwarnsystemen sowie Handlungsmöglichkeiten ein, um Hungerkrisen so gut es geht abzuwenden. 

Gemeinsam mit Regierungen und lokalen Organisationen entwickelt Save the Children verschiedene Programme zur Ernährungssicherung. Diese erstrecken sich über das Erlernen landwirtschaftlicher Techniken zur Sicherung der Lebensgrundlage bis hin zur Verteilung von Lebensmittelrationen als Vergütung für geleistete Arbeit. 

Weiterführende Informationen

  • MangelernährungDetails

    Warum ist Mangelernährung so gefährlich?

    Die ersten 1000 Tage im Leben sind die kritische Phase in der Entwicklung eines Kindes. Wird es hier nur unzureichend mit Nährstoffen versorgt, wird seine körperliche sowie geistige Entwicklung nachhaltig beeinträchtigt und es kann zu lebenslangen Defiziten kommen.

    Zur Verdeutlichung hat Save the Children die Größe von Kindern im Alter von zweieinhalb Jahren – in diesem Alter wird das Ausmaß der Entwicklungsverzögerung am deutlichsten – verglichen. Mangelt es dem Körper an Nährstoffen, werden nur die lebenswichtigen Funktionen unterstützt - Wachstum gehört nicht dazu. Dies wird am Beispiel Niger deutlich: Die durchschnittliche Größe eines zweieinhalbjährigen Kindes im Niger liegt bei 82,2 cm -  das sind 8,5 cm weniger als der Durchschnitt bei gesunden Kindern. Zudem wirkt sich der Mangel an Nährstoffen auch auf die geistige Entwicklung aus. So können mangelernährte Kinder ihr geistiges Potential nicht voll entfalten; ihr IQ liegt im Durchschnitt bis zu 15 Punkte unter dem eines gesunden Kindes.

    Welche Formen der Mangelernährung gibt es?

    In der Medizin unterscheidet man zwischen verschiedenen Formen von Mangelernährung, die durch akute sowie chronische Hungerkrisen oder falsche Ernährung ausgelöst werden können:

    • Marasmus bezeichnet man die Form von Mangelernährung, die durch starken Proteinmangel gekennzeichnet ist.  Der Abbau von Energie- und Eiweißreserven führt zu einem gefährlichen Abbau von Muskelmasse, Skelett- und Herzmuskulatur. Betroffene Kinder sind oft stark abgemagert und weisen nur 60% oder weniger des für sie altersentsprechenden Körpergewichts auf. Weitere phänotypische Merkmale sind ein aufgeblähter Bauch und ein alt wirkendes Gesicht.                                   
    • Kwashiorkor wird als Folge einer eiweißarmen Ernährung durch einen starken Mangel an essenziellen Aminosäuren ausgelöst. Das Gewicht der Kinder liegt zwischen 60% - 80% des für sie altersentsprechenden Gewichtes. Es kommt zu Wassereinlagerungen im Gesicht, Beinen und Füßen und zur Entfärbung der Haare. Außerdem sind psychische Entwicklungsstörungen wie Apathie auffällig.
    • Marasmischer Kwashiorkor bezeichnet das gemeinsame Auftreten der beiden klinischen schweren Formen der Mangelernährung, die zu einem starken Gewichtsverlust, verbunden mit Wassereinlagerungen im Gesicht, Beinen und Füssen, führt.

    Alle Formen der Mangelernährung sind eine starke Beeinträchtigung für die Entwicklung des Kindes. Herzkreislaufstörungen, Diabetes, Nierenschäden und ein stark geschwächtes Immunsystem sind nur einige der verheerenden körperlichen Schäden. Die körperlichen und kognitiven Defizite können an nachkommende Generationen weitervererbt werden.

  • HungerkrisenDetails

    Was ist eine akute Hungerkrise?

    Die Ursachen für den Ausbruch von akuten Hungerkrisen sind vielschichtig. Als Folge des Klimawandels führen beispielsweise langanhaltende Dürreperioden oder Hochwasser zu Ernteausfällen und Wasserknappheit. So war auch die Hungerkrise am Horn von Afrika im Jahr 2011 die Konsequenz ausbleibender Regenfälle. Viele Familien haben ihre Lebensgrundlagen, ihre Ernte und ihr Vieh, verloren. Auch Heuschreckenplagen, wie sie im Niger vorkamen, können zu Nahrungsmittelengpässen führen. Dabei zerstören die Insekten große Teile der Ernten, was verheerend ist in einem Land, in dem mehr als die Hälfte der Bevölkerung von der Landwirtschaft abhängig ist.

    Akute Hungerkrisen, die durch klimatische Veränderungen hervorgerufen werden, sind oft zyklisch. Auf Dürreperioden folgen dann schwere Regenfälle und Überschwemmungen. Die betroffenen Gebiete müssen sich mit nachhaltiger Vorsorge und Krisenmanagement auf den anhaltenden Wandel einstellen. Einerseits ist es wichtig, auf Frühwarnungen rechtzeitig zu reagieren, um das Risiko einer unabwendbaren Krise zu verringern. Andererseits muss neben der Nothilfe auch auf langfristige Entwicklung gesetzt werden, um die gefährdeten Gebiete auf den Umgang mit zukünftigen Katastrophen vorzubereiten.  

    Was ist eine chronische Hungerkrise?

    Doch nicht nur Krisensituationen, wie die Dürre am Horn von Afrika, sind Auslöser von Hungerkrisen. Oft fehlt es dauerhaft an bestimmten Nahrungsmitteln, an essenziellen Nährstoffen und sauberem Wasser. Eine schlechte Gesundheitsversorgung, mangelnde Hygiene und damit einhergehende Infektionen können insbesondere bei Kindern eine auftretende Mangelernährung noch verschärfen. Das Anhalten solcher Zustände führt zu chronischen anhaltenden Hungerkrisen, denen im Vergleich zu akuten Hungerkrisen, wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dabei ist es vor allem die chronische Mangelernährung, die die meisten Opfer fordert.

    Chronische Hungerkrisen schließen akute nicht aus. Die internationale Skala zur Einstufung von Nahrungsmittelsicherheit unterscheidet dabei fünf Phasen, die von der Nahrungsmittelsicherheit über akute Nahrungsmittelunsicherheit bis hin zu einer Hungerkatastrophe reichen. Beispielsweise hat sich im Niger ein Nahrungsmittelengpass durch das Ausfallen von Regenfällen zu einer akuten Hungerkrise zugespitzt.

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