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Schutz
von Kindern

Unsere Arbeit in Deutschland im Bereich Schutz von Kindern vor Gewalt und Ausbeutung

Alle Kinder haben das Recht auf ein Leben in Würde, in dem sie ihre Potenziale entfalten können und sie mit ihrer Individualität geachtet und respektiert werden. Doch in der Realität erfahren viele Kinder Vernachlässigung, Misshandlung, sexualisierte Gewalt und Ausbeutung. Im Jahr 2017 waren 4.208 Kinder von Misshandlung und weitere 13.539 Kinder von sexualisierter Gewalt betroffen. 143 Kinder wurden Opfer eines Tötungsdeliktes. Es wurden zudem 7.900 Straftaten im Bereich der Kinder- und Jugendpornographie kenntlich sowie 120 Kinder Opfer von Menschenhandel. Ein Großteil dieser Kinder ist zum Straftatzeitpunkt unter sechs Jahren. Es ist von einer weitaus höheren Dunkelziffer auszugehen. Es muss Ziel des gesamtgesellschaftlichen Handelns sein, allen Kindern ein dem Kindeswohl entsprechendes Aufwachsen zu ermöglichen.

Darum setzen wir uns dafür ein, dass ALLE Kinder in Deutschland vor Vernachlässigung, Misshandlung, sexualisierter Gewalt und Ausbeutung geschützt werden.


Unser Ansatz

Unser Ziel ist es, den Schutz von Kindern vor Vernachlässigung, Misshandlung, sexualisierter Gewalt und Ausbeutung in Deutschland sowohl auf struktureller Ebene als auch in der Praxis zu verbessern. Wir machen uns für die rechtliche Verankerung von verbindlichen Kinderschutzstandards in der Unterbringung von geflüchteten Menschen stark. Darüber hinaus klären wir Kinder und ihre Sorgeberechtigten über ihre Rechte auf und setzen uns dafür ein, dass Mitarbeiter*innen in Unterkünften und in Verwaltung Fortbildungen im Kinderschutz erhalten.

Fachliche Beratung

Save the Children verfügt über eine internationale Expertise im Bereich Schutz von Kindern vor Vernachlässigung, Misshandlung, sexualisierter Gewalt und Ausbeutung sowie in der Projektarbeit. Auf dieser Grundlage wirken wir auf struktureller Ebene an Konzepten zur Verbesserung des Schutzes von Kindern in Deutschland mit und stehen bei der Umsetzung beratend und unterstützend zur Seite. Unter anderem haben wir die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sowie das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten Berlin (LAF) zur flächendeckenden Einführung von Kinderschutzstandards in Einrichtungen für geflüchtete Menschen beraten. Komponenten der Beratung waren:

  • Mitwirkung an der Erarbeitung eines einheitlichen Schulungskonzeptes für das Modellprojekt „Mobiles Schulungsteam Kinderschutz“ der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Die verbindlichen Schulungen richten sich an die Mitarbeiter*innen in Berliner Einrichtungen für geflüchtete Menschen und sollen ein in Berlin einheitliches Verfahren im Kinderschutz gewährleisten. Seit November 2018 werden die Schulungen durch den Träger Wildwasser Berlin e. V. durchgeführt.
  • Mitwirkung an der Erarbeitung des Leitfadens „Kinderschutz in Berliner Einrichtungen für geflüchtete Menschen“.
  • Beratung beim Aufbau eines Projektes zum Empowerment von Kindern in Berliner Unterkünften, das seit November 2018 durch den Landesjugendring Berlin umgesetzt wird.

Mitgliedschaften und Arbeitsgruppen

Nur gemeinsam können strukturelle Veränderungen erwirkt werden. Wir sind in verschiedenen Initiativen und Fachgruppen aktiv, um den Schutz von Kindern vor Vernachlässigung, Misshandlung, sexualisierter Gewalt und Ausbeutung in Deutschland zu verbessern. Wir veranstalten regelmäßig Fachtage und öffentliche Vorträge zu unserer Arbeit, um auf die Wichtigkeit des Themas aufmerksam zu machen, den fachlichen und gesellschaftlichen Diskurs mitzugestalten sowie den Austausch und die Vernetzung relevanter Akteure zu fördern.

Wir sind unter anderem in folgenden Initiativen, Arbeitskreisen und -gruppen sowie Verbänden aktiv:

  • Bundesinitiative „Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ). Mitwirkung an den „Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ [Verlinkung].
  • Mitglied der DGfPI (Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung)
  • Bund-Länder-NGO-Arbeitskreis zum „Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung“ des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ).

Internationale Kinderschutzkonzepte

In der weltweiten Arbeit von Save the Children haben sich die international anerkannten Kinderschutzkonzepte Child Friendly Spaces (CFS) sowie Psychological First Aid (PFA) bewährt. Wir haben diese Konzepte für die Arbeit in Deutschland adaptiert und in Handbüchern veröffentlicht. Sie bieten Tipps und Impulse für alle Personen, die mit Kindern in und nach Krisensituationen arbeiten.

  • Handbuch zu Schutz- und Spielräumen
    Das Konzept der Schutz- und Spielräume (engl.: Child Friendly Spaces [CFS]) ist Teil der international anerkannten „Minimum Standards for Child Protection in Humanitarian Action“ und stärkt den Schutz von Kindern in und nach belastenden Situationen durch die Errichtung von sicheren Räumen, in denen Kinder geschützt spielen, lernen und einfach nur Kind sein können.
  • Trainingshandbuch Psychologische Erste Hilfe
    Psychologische Erste Hilfe für Kinder (engl.: Psychological First Aid [PFA]) ist ein international anerkannter Ansatz zur Vermittlung von Fähigkeiten und Kompetenzen an Erwachsene, die Erstkontakt und Umgang mit von Krisen betroffenen Kindern haben.

Unser Schwerpunkt

Geflüchtete Kinder leben über sehr lange Zeiträume in einem wenig menschenwürdigen, nicht familien- und kindgerechten Umfeld. Sie sind hierbei nicht immer vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung geschützt und in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe sowie ihren Entwicklungsmöglichkeiten erheblich eingeschränkt.

Einrichtungen, in denen Kinder leben, müssen eigentlich im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland gesetzlich festgelegte Standards erfüllen, um eine Betriebserlaubnis zu erhalten. Dies umfasst beispielsweise das Vorhandensein eines Kinderschutzkonzeptes, die Qualifikation von Mitarbeiter*innen, die mit Kindern in Kontakt kommen, Möglichkeiten des Beschwerdemanagements sowie Partizipationsmöglichkeiten von Kindern an sie betreffenden Belangen.

Dies gilt nicht für Unterkünfte für Geflüchtete. Der Betrieb dieser Unterkünfte obliegt dem jeweiligen Bundesland. Ein einheitlicher Standard wie in der Kinder- und Jugendhilfe ist so nicht gewährleistet. Wir machen uns dafür stark, dass bundesweit verbindliche Mindeststandards eingeführt werden, damit jedes Kind, in jeder Unterkunft, vor Vernachlässigung, Misshandlung, sexualisierter Gewalt und Ausbeutung geschützt ist.

Um potenzielle Risiken und bestehende Gefahren für Kinder in Unterkünften für geflüchtete Menschen zu identifizieren, zu belegen und den politischen Diskurs hin zu einer verbindlichen Regelung anzuregen, führten wir an drei Standorten eine „Kinderschutzrisikoanalyse“ durch. Wir unterstützten Unterkünfte bei der Etablierung von Systemen zum Umgang mit Kindeswohlgefährdungen und bildeten Kinderschutzfachkräfte weiter. Im Rahmen der Bundesinitiative „Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ entwickelten wir zudem gemeinsam mit anderen Organisationen bundesweit einheitliche „Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“.

Aktuell arbeiten wir an der Ausweitung unserer Arbeit für den Schutz von Kindern vor Gewalt, Misshandlung, Vernachlässigung und Ausbeutung über die Zielgruppe der geflüchteten Kinder hinaus.


Projekte

Kinderschutz und Psychologische Erste Hilfe

Wir verbessern den Schutz von Kindern in ausgewählten Unterkünften für geflüchtete Menschen und machen uns für bundesweite Mindeststandards stark.

Zum Projekt

Schutz- und Spielräume für Kinder

Wir schaffen in Unterkünften für geflüchtete Kinder sichere Räume, in denen Kinder geschützt spielen, lernen und einfach nur Kind sein können.

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Mehr zu unserer Arbeit in Deutschland

Migration und Flucht

Wir machen uns für die Rechte geflüchteter Kinder in Deutschland stark.

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Bildung

Wir setzen uns für gerechtere Bildungschancen für bildungsbenachteiligte Kinder in Deutschland ein.

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