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Unsere Projekte
in Afghanistan

Im Einsatz für Kinder in Afghanistan

Erfahren Sie hier mehr über Projekte in Afghanistan, die Save the Children aus Deutschland unterstützt. Über die Aktivitäten anderer Länderorganisationen von Save the Children in Afghanistan können Sie sich auf der Seite von Save the Children International informieren.

Zentrale Herausforderungen

Afghanistan war mehr als zwei Jahrzehnte lang Spielball nationaler und internationaler Konflikte. Es gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. Das Ende des Taliban-Regimes 2001 ermöglichte zwar einen Neubeginn, allerdings kämpft die demokratisch gewählte Regierung in Kabul weiterhin um Anerkennung. Anhänger der Taliban haben sich mittlerweile neu formiert und kontrollieren den Süden und Osten des Landes. In den Nachbarländern Iran und Pakistan leben noch immer Millionen afghanischer Flüchtlinge. Die Hälfte der knapp 30 Millionen Afghanen sind Kinder unter 15 Jahren. Obwohl die Bildungssituation problematisch ist, ist es in den vergangenen Jahren gelungen, mehr Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen.

Die zentralen Herausforderungen für Save the Children

  • Die ständigen Konflikte vor Ort stellen ein hohes Risiko für die Lebenssituation der Kinder dar, weil sie der ständigen und unerwarteten Gewalt meist schutzlos ausgeliefert sind.
  • Viele Mädchen und Jungen müssen hart arbeiten, um das Familieneinkommen zu sichern.
  • Es gibt keine ausreichende medizinische Versorgung.
  • Viele Kinder können nicht zur Schule gehen. Die Schulen sind unzureichend ausgestattet und völlig überfüllt. Prügelstrafen und Demütigungen gehören zum Alltag. Außerdem gibt es zu wenig gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer.

Die Antwort von  Save the Children

Save the Children hilft seit 1976 Kindern in Afghanistan. Die Schwerpunkte unserer Arbeit liegen in den Bereichen Gesundheit und Bildung. Wir bilden lokale Hebammen aus und bieten Vorsorge-Untersuchungen für Schwangere, Neugeborene und Kinder an. Außerdem sorgen wir dafür, dass Mädchen und Jungen zumindest die Grundschule besuchen können. Die afghanische Regierung hat auf Basis der UN Kinderrechts-Konvention bereits 2005 ein Verbot gegen Gewalt an Schulen durchgesetzt. Allerdings gehören Prügelstrafen weiterhin zum Schulalltag. Es gibt keinerlei Sanktionen oder strafrechtliche Konsequenzen für Lehrer, die Kinder schlagen und demütigen. Wir verbessern die Qualität der Schulbildung und stellen sicher, dass Kinder vor Gewalt und Missbrauch geschützt sind.

Projekt: Stärkung von Kinderrechtsakteuren

Projekt: Stärkung der Kapazität und Handlungsfähigkeit von Kinderrechtsakteuren in den Provinzen Faryab und Kabul, Afghanistan
Geldgeber: Auswärtiges Amt
Laufzeit: 1.Mai- 31.Dezember 2017: Phase I, 1.Januar- 31.Dezember 2018: Phase II

Die Provinz Faryab ist im Norden Afghanistans gelegen und wird von mehr als einer Millionen Menschen bewohnt. Zurzeit ist Faryab von bewaffneten Konflikten betroffen. Die Taliban verfügt über eine starke Präsenz in dieser Provinz und liefert sich Auseinandersetzungen mit der afghanischen Polizei und der afghanischen Armee. Neben der unsicheren Sicherheitslage zählen Kinderrechtsverletzungen zum Alltag vieler Kinder: Einer Umfrage (Knowledge Attitude and Practice Survey) von 2016 zufolge erlebten 91% der 1.000 befragten Kinder Gewalt verschiedener Formen; 38% verloren ein Haushalts- bzw. Familienmitglied durch Gewalt; 31% erlebten Schießereien oder Bombardements; 18% wurden Opfer sexueller Gewalt; über 50% berichteten von Kinderehen und 75% der Kinder mussten einer unangemessenen Beschäftigung nachgehen, um das Haushaltseinkommen zu unterstützen. Zudem besteht die ständige Gefahr, in bewaffnete Gruppen rekrutiert zu werden. Zwar hat die afghanische Regierung bereits Strukturen mit dem Mandat für Kinderschutz geschaffen, die sogenannten Child Protection Action Network (CPAN), doch hat eine jüngste Umfrage von Save the Children gezeigt, dass diese ihre Rolle momentan kaum ausfüllen können, da es an Basiswissen sowie Koordinierungs-, Überwachungs- und Reaktionssystem fehlt.   

Im Rahmen des Projekts wird Save the Children zusammen mit dem Auswärtigen Amt die Kinderrechtssituation in der konfliktbetroffenen Region Faryab verbessern. Ziel des Vorhabens ist es die Kapazitäten von kinderrechtsrelevanten Akteuren und staatliche Institutionen nachhaltig aufzubauen und zu stärken. Dabei sollen kinderrechtsbezogene Institutionen wie das Child Protection Action Network und das Sozialministerium sowie weitere Regierungsstellen und zivilgesellschaftliche Organisationen auf lokaler und regionaler Ebene in die Lage versetzt werden, Kinderrechte- basierend auf der Kinderrechtskonvention (CRC) und den Minimalstandrads des Kinderschutz (CPMS)- durchsetzen und wahren zu können. Ein Teil des Projektes besteht beispielsweise aus Schulungen von Mitgliedern der Child Protection Action Networks, der Polizei und Akteuren der Justizvollzugsanstalten im Umgang mit Kinderrechtsverletzungen. Sie sollen lernen Kinderrechtsverletzungen zu verhindern zu können und den Schutz der Kinder zu gewährleisten. Speziell dafür sollen nachhaltige Monitoring- und Reaktionssysteme aufgebaut werden. Darüber hinaus wird Advocacy für die Verankerung von Kinderschutz auf der nationalen Ebene betrieben und sich für die Verabschiedung des nationalen Kinderschutzgesetztes eingesetzt.

Abgeschlossene Projekte

Projekt: Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Ernährung, Schutz, Kinderrechte, Katastrophenvorsorge und Existenzsicherung
Geldgeber: Private Spender

Projekt: "Learning without fear": Projekt für Schulunterricht ohne Gewalt in der Provinz Balkh
Geldgeber: Private Spender