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Unsere Projekte
in Myanmar

Im Einsatz für Kinder in Myanmar

Erfahren Sie hier mehr über Projekte in Myanmar, die Save the Children aus Deutschland unterstützt. Über die Aktivitäten anderer Länderorganisationen von Save the Children in Myanmar können Sie sich auf der Seite von Save the Children International informieren.

Zentrale Herausforderungen

Myanmar, das Land am indischen Ozean, hat mit rund 52 Millionen Einwohnern eine hohe ethnische Vielfalt. Große Teile der Bevölkerung leiden unter Armut und Nahrungsmittelknappheit. Seit Jahrzehnten gibt es bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen dem Militär und Widerstandsgruppen, in denen von beiden Seiten immer wieder Kindersoldaten rekrutiert werden. Das südostasiatische Land befindet sich außerdem im Einflussbereich des Monsuns und ist stark katastrophengefährdet.

Die zentralen Herausforderungen für Save the Children

  • Die schlechten Gesundheitsstandards bedrohen vor allem Kinder. Die medizinische und hygienische Grundversorgung ist zum Teil mangelhaft. Die Kindersterblichkeit liegt als Folge daraus bei ca. 52 Kindern pro 1.000. 
  • Jedes dritte Kind unter fünf Jahren ist mangelernährt. Viele von den betroffenen Kinder leiden lebenslang unter den daraus resultierenden Entwicklungsverzögerungen.
  • Es gibt nicht genug Schulen. Vorhandene Bildungseinrichtungen sind mangelhaft ausgestattet.
  • Obwohl Myanmar durch Zyklone und Überschwemmungen stark "katastrophengefährdet" ist, gibt es kaum Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge.
  • Kinderhandel, Kindermissbrauch und Kinderarbeit sind weit verbreitet.

Die Antwort von  Save the Children

Save the Children arbeitet seit 1995 in Myanmar und ist somit eine von wenigen Nichtregierungsorganisationen mit langjähriger Erfahrung im Land. Wir arbeiten in über 200 Gemeinden. Die Kinder und ihre Familien sind bei uns aktiv in die Projekte eingebunden und lernen so, wie sie den zentralen Herausforderungen selbst begegnen können. 

Mehr als 20.000 Kinder haben bisher an unseren Spiel- und Lernangeboten in insgesamt 85 Zentren für frühkindliche Entwicklung und Pflege teilgenommen. Wir geben Kindern aus sozial schwachen und verarmten Familien die Möglichkeit, die verpassten Schuljahre in unseren Bildungsprojekten nachzuholen. Für Jugendliche führen wir Schulungen durch, die ihnen den Berufseinstieg ermöglichen. Hier lernen die Jugendlichen unter anderem, mit einem Computer umzugehen.

Projekt: Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene für vertriebene Bevölkerungsgruppen

Projekt: Verbesserter Zugang zu Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene für vertriebene Bevölkerungsgruppen in Kachin und im nördlichen Shan State, Myanmar
Geldgeber: Auswärtiges Amt
Laufzeit: 1.Dezember 2017 – 30. September 2019

In den Regionen Kachin und dem nördlichen Shan spielt sich eine seit 2011 andauernde humanitäre Krise ab. Die Situation in dem ohnehin schon von chronischer Armut und extremer sozialer Ungleichheit geprägten Landsteil, wurde durch die Eskalation des Konflikts zwischen burmesischer Armee und Rebellengruppen weiter verschärft. Die Hauptlast des Konflikts wird derweil von der Zivilbevölkerung getragen, die zu 80% aus Frauen, Kindern und älteren Menschen besteht. Die Menschen sind den direkten Auswirkungen des Konflikts ausgesetzt und haben keinen ausreichenden Zugang zu humanitären Dienstleistungen. Seit 2011 kam es vermehrt zu Massenvertreibungen, durch die in Kachin rund 90.000 Menschen und im nördlichen Shan rund 11.000 Menschen vertrieben worden sind. Die meisten von ihnen leben nun in überfüllten Flüchtlingslagern. Hier fehlt es vor allem an Zugang zu sauberen Trinkwasser, Sanitäranlagen und Hygieneartikeln. Diese Situation begünstigt die Verbreitung von Krankheiten wie Atemwegerkrankugen, Durchfall und Hautkrankheiten, die für die ohnehin schon geschwächten Kinder und Frauen tödlich verlaufen können.

In Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt wird Save the Children in diesem Projekt dazu beitragen, dass die Wasserversorgung, die sanitäre Situation und die allgemeine Hygiene innerhalb der Flüchtlingslager verbessert wird, damit die damit zusammenhängenden Risiken von Krankheitsausbrüchen reduziert und die humanitäre Lage verbessert wird. In diesem Zuge werden Toiletten und Waschbecken gebaut, Wasserleitungen gelegt und Hygieneaufklärungsveranstaltungen organisiert. Um sicherzustellen, dass die Maßnahmen nachhaltig wirksam sind, werden die lokalen Gemeinden in den Flüchtlingslagern in die Maßnahmen eng eingebunden und darin geschult, die sanitären Anlagen selbst zu verwalten, instandzuhalten und zu reparieren. Für den Fall, dass es zu weiteren Vertreibungen kommt, werden im Laufe des Projekts Notfallvorbereitungen getroffen, durch die die Aufnahmekapazitäten der Lager erweitert werden kann. Von den geplanten Maßnahmen werden insgesamt rund 14.000 Menschen profitieren.

Projekt: Ernährungssituation und Resilienzstärkung

Projekt: Verbesserte Ernährungssituation und Resilienzstärkung durch den Aufbau lokaler Kapazitäten in konfliktbetroffenen und katastrophenanfälligen Gebieten in Rakhine-Staat
Projekt (ENG): Improved nutritional status and resilience through local capacity building in areas vulnerable to conflict and disaster in Rakhine State
Geldgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Laufzeit: 01.09.2018 – 31.08.2021

Die Rohingya-Krise in Myanmar und Bangladesch hat in den vergangenen Monaten beispiellose Ausmaße angenommen, sodass hunderttausende Menschen nun auf humanitäre Hilfe, aber auch langfristige Unterstützung angewiesen sind. In Myanmar betrifft dies insbesondere die Region Rakhine, die durch hohe Armutsraten charakterisiert ist. In Rakhine eskalierten die bereits seit Jahrzehnten bestehenden Spannungen zwischen muslimischen und buddhistischen Bevölkerungsgruppen im Jahr 2012, in deren Folge runde 140.000 Menschen vertrieben worden sind, und erneut im August 2017, was zur Vertreibung von weiteren 700.000 Menschen führte. Viele Binnenvertriebene leben in Camps oder isolierten Dörfer in Zentral-Rakhine, welche daher in diesem Projekt im Fokus stehen. Das komplexe Zusammenwirken von Konflikt, Unsicherheit, Vertreibung, wiederkehrenden Naturkatastrophen sowie extremer Armut in Kombination mit fehlender sozialer Grundversorgung hat schwerwiegende Folgen für die Situation der Zivilbevölkerung; insbesondere für Frauen und Kinder als verwundbarste Bevölkerungsgruppen. Ein Großteil der vertriebenen Familien in diesen Camps und Dörfern kann aufgrund von Marginalisierung, fehlender Rechte und mangelnder Einkommensmöglichkeiten ihre Grundbedürfnisse nicht eigenständig decken. Durch die Anfälligkeit gegenüber Naturkatastrophen wird die Situation weiter verschärft – besonders in der Monsunzeit ist die Ernährungssituation für viele Familien daher ohnehin prekär.

In diesem Projekt wird Save the Children gefördert vom Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und in Kooperation mit Aktion gegen den Hunger dazu beitragen, die Widerstandsfähigkeit und Ernährungssituation der Bevölkerung insbesondere in Zeiten von Katastrophen und Konflikten in Zentral-Rakhine zu verbessern. Dazu wird das Projekt die Fähigkeiten lokaler Akteure und Gemeinden zur Prävention und Bewältigung von Unterernährung stärken, indem unter anderem Gesundheitspersonal zur Identifizierung und Behandlung von Kindern mit Unterernährung geschult wird, Gesundheitszentren logistisch unterstützt werden und Aufklärungskampagnen in den Gemeinden über die Bedeutung sicherer und ausgewogener Ernährungspraktiken durchgeführt werden. In einer weiteren Projektkomponente wird der Zugang zu alternativen Lebensgrundlagen zur Verbesserung der Haushaltseinkommens gefördert. Dafür werden vulnerablen Haushalten Schulungen zur Finanzbildung und unternehmerischen Grundkenntnisse angeboten und Start-up-Kapital zur Gründung eines Kleinunternehmens bereitgestellt. Die unterstützten Haushalte werden im weiteren Verlauf des Projekts betreut und beraten. Zudem werden berufsbildende Maßnahmen in erfolgsversprechenden Sektoren angeboten und Gemeindespargruppen gegründet und geschult. Des Weiteren wird der Zugang der Zielgemeinden zu katastrophensicheren Wasser- und Sanitäranlagen erhöht. Dafür werden bestehende Latrinen saniert oder neu aufgebaut. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch Hygieneaufklärungsveranstaltungen, die über die Risiken von Infektionen und Durchfallerkrankungen hinweisen. Durch dieses Projekt werden 114 Camps und Dörfer und insgesamt mehr als 170.000 Menschen erreicht.

Projekt: Stärkung der humanitären Widerstandsfähigkeit

Projekt: Stärkung der humanitären Widerstandsfähigkeit von binnenvertriebenen Kindern in Zentral-Rakhine durch integrierte WASH- und psychosoziale Maßnahmen
Projekt (ENG): Strengthening resilience among refugees, asylum seekers and vulnerable host community children, youth and their families
Geldgeber: Auswärtiges Amt
Laufzeit: 15.09.2018 ­– 14.09.2020

Die Rohingya-Krise in Myanmar und Bangladesch hat in den vergangenen Monaten beispiellose Ausmaße angenommen, sodass hunderttausende Menschen nun auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. . Insbesondere die Region Rakhine ist sowohl von andauernden Konflikten als auch von wiederkehrenden Naturkatastrophen und extremer Armut geprägt. Infolge der Eskalation der Spannungen zwischen muslimischen und buddhistischen Bevölkerungsgruppen wurden 2012 rund 140.000 Menschen vertrieben, die gegenwärtig größtenteils in Flüchtlingscamps oder isolierten Dörfern. Infolge einer weiteren Gewalteskalation und militärischen Auseinandersetzungen im August 2018 wurden mehr als 700.000 Menschen, hauptsächlich Muslime, vertrieben. Den in Flüchtlingscamps und Dörfern lebenden Vertriebenen werden in vielen Fällen Grundrechte verweigert, was dazu führt, dass sie kaum Zugang zu existenzsichernden Ressourcen und Infrastruktur oder grundlegenden Dienstleistungen wie Gesundheit oder Bildung haben und somit auf externe Unterstützung angewiesen sind. Die sanitäre Ausstattung und Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist in diesen Dörfern meistens nur mangelhaft und es besteht dringender Bedarf an adäquaten Latrinen, Handwaschstellen und Hygieneprodukten. Die Anfälligkeit der Region gegenüber Naturkatastrophen verschärft die Situation zusätzlich. Kinder sind besonders von den harten Lebensbedingungen in den Camps und Dörfern betroffen und leiden unter den psychosozialen Konsequenzen des Konflikts. Sie können häufig nicht zur Schule gehen, sind von erhöhten Krankheitsrisiken betroffen und können kaum auf sichere Orte zurückgreifen, an denen sie spielen oder Kind sein können, was wiederum zu erhöhten Kinderschutzrisiken führt.

Durch dieses Projekt wird Save the Children in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt dazu beitragen, dass betroffene Kinder notwendige psychosoziale Unterstützungsleistungen erhalten und der Schutz der Kinder vor Gewalt, Missbrauch und den Konfliktfolgen gewährleistet wird. Gleichzeitig wird die Basis-Infrastruktur in den Gemeinden katastrophensicher saniert oder neu aufgebaut. Für diese Ziele werden im Rahmen dieses Projekts BetreuerInnen ausgebildet, so dass sie Kinder, die Hilfe benötigen, identifizieren und psychologische Unterstützungsmaßnahmen leisten können. Die Kinder werden dadurch Fähigkeiten zur Bewältigung von Herausforderungen und traumatischen Erfahrungen erlernen, Selbstbewusstsein aufbauen und über ihre Rechte aufgeklärt. Im Zuge der zweiten Projektkomponente werden Kinderzentren an über 80 Standorten überprüft und den Bedürfnissen entsprechend katastrophensicher saniert. Dazu werden neue Wasserstellen an den Zentren eingerichtet und kindgerechte Waschbecken gebaut. Zudem werden mehr als 150 Sanitäreinrichtungen renoviert, neu aufgebaut oder mit Latrinen ergänzt. Damit die renovierten Sanitäreinrichtungen auch nachhaltig ihren Zweck erfüllen, wird die zukünftige Wartung der Einrichtungen gemeinsam mit den Begünstigten geplant und Reinigungsequipment bereitgestellt. Die Maßnahmen werden mehr als 37.000 Menschen, davon rund 24.000 Kinder, zugutekommen.

Abgeschlossene Projekte

Projekt: Regionalprogramme in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Ernährung, Schutz, Kinderrechte, Katastrophenvorsorge und Existenzsicherung
Geldgeber: Private Spender
Laufzeit: 2014

Projekt: Projekt zum Schutz vor Ausbeutung, Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung in 45 Gemeinden 
Geldgeber: IKEA Foundation
Laufzeit: Juli 2012 – Juni 2015

Durch unser Präventionsprogramm „Aufklärung gegen Ausbeutung“ haben wir mehr als 50.000 Kinder vor der Ausbeutung geschützt. Über 2.000 Freiwillige und lokale Mitarbeiter erhielten Schulungen, damit sie die Menschen in schwer zugänglichen Gebieten des Landes über Kinderhandel und Kinderarbeit aufklären.

Projekt: Kindergeführte Katastrophenvorsorge in zehn Gemeinden im Verwaltungsbezirk Bago 
Geldgeber: Auswärtiges Amt
Laufzeit: Mai 2012 – August 2013
 
Mit Förderung des Auswärtigen Amtes wurde ein Projekt zur Katastrophenvorsorge realisiert. Dazu bilden wir Kinderteams darin aus, Risiken im Fall einer Katastrophe zu erkennen und Rettungswege und Fluchtrouten festzulegen. Sie erhalten Erste-Hilfe Unterricht und werden geschult, ihr Wissen an ihre Mitschüler, Familien und Nachbarn weiterzuvermitteln.

Projekt: Aus- und Weiterbildung von Gesundheitsmitarbeitern zur Verbesserung der Gesundheit von Müttern und Neugeborenen in der Provinz Pakokku
Geldgeber: Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Laufzeit: 2014

Save the Children sorgt dafür, dass Kinder und ihre Eltern eine medizinische Grundversorgung erhalten. Wir ergreifen Maßnahmen, um die Kindersterblichkeit zu senken, zum Beispiel durch die medizinische Betreuung schwangerer Frauen und Mütter. Zudem klären wir über hygienische Grundregeln auf, durch die Krankheiten und Infektionen verhindert werden können. Durch unsere Gesundheitsprogramme versorgen wir Familien mit sauberem Wasser und hygienischen Sanitäranlagen. In 49 Dörfern haben wir mit unseren Projekte bereits über 32.000 Menschen erreicht.