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Die zwei Monate alte Kyaut Shin Thant teilt sich ein Bett mit ihrem Cousin Thant Sin Oo, 18 Monate alt. Ihre Mutter erhielt von Save the Children finanzielle Notfallunterstützung.

Stärkung der Kinderrechts- und Kinderschutzstrukturen
im Rakhine-Staat

Projekt: Stärkung der Kinderrechts- und Kinderschutzstrukturen in Binnenvertrieben-Camps im Rakhine Staat ​​– Myanmar ​​​​​​

Geber: Auswärtiges Amt

Laufzeit: 15.09.2020 - 14.09.2022

Projekthintergrund

Myanmar zählt zu den Ländern in Nord- und Südostasien, die am stärksten von humanitären Krisen betroffen sind. Die Kombination aus Konflikt, Unsicherheit, Vertreibung, wiederkehrenden Naturkatastrophen und extremer Armut sowie fehlende Grundversorgungsleistungen haben dramatische Auswirkungen auf die Bevölkerung in Rakhine, vor allem auf Kinder und Frauen. Kinder leiden häufig unter Gewalt, elterlicher Vernachlässigung, Kinderarbeit, sexueller Gewalt und Missbrauch, Frühehen, Menschenhandel, Alkohol- und Drogenkonsum sowie anderen Sicherheitsvorfällen. Die Folgen für das körperliche und psychische Wohlbefinden sind gravierend.

Die seit Jahrzehnten bestehenden Spannungen zwischen muslimischen und buddhistischen Bevölkerungsgruppen eskalierten 2012. Infolgedessen wurden 2012 rund 140.000 Menschen vertrieben. Nachdem es im August 2017 es zu einer weiteren Gewalteskalation kam, wurden mehr als 720.000 Menschen, hauptsächlich Rohingya, vertrieben. Die Binnenvertriebenen sind fast vollständig von der internationalen Gemeinschaft abhängig. Sie dürfen die Camps nicht verlassen und haben daher kaum bzw. gar keinen Zugang zu staatlichen Versorgungsleistungen oder Einkommensmöglichkeiten. Die im Jahr 2017 von der Regierung beschlossene Campschließung wird signifikante Auswirkungen auf die Schutzrechte der Kinder und ihrer Familien haben. Aufgrund der eingeschränkten Bewegungsfreiheit haben die Menschen in den Camps in Rakhine kaum Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen, Bildung oder Rechtsbeistand. Auch einkommensschaffende Möglichkeiten sind stark eingeschränkt.

Seit Ende März 2020 sind die vertriebenen Bevölkerungsgruppen zusätzlich von den Auswirkungen der Covid-19 Pandemie betroffen. Kinder und Erwachsene wurden als Quarantänemaßnahmen in sogenannte Transitzentren untergebracht. Darunter waren auch 140 vulnerable Kinder, die zeitweise von ihren Eltern getrennt wurden. Solche Eindämmungsmaßnahmen kombiniert mit weiteren Beschränkungen der Bewegungsfreiheit könnten zu einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit in den Camps und damit zu vermehrter Gewalt gegen Kinder beitragen.

Projektumsetzung

In Kooperation mit dem Auswärtigem Amt wird Save the Children den Zugang zu Kinderschutzleistungen für konfliktbetroffene Mädchen und Jungen in Camps in den Bezirken Sittwe und Pauktaw im Rakhine State verbessern. Das Projekt baut auf einem bereits bestehenden und durch das Auswärtige Amt geförderten Projekt zur Förderung von psychosozialem Wohlbefinden und der Resilienz von Kindern auf.

Im Rahmen dieses Projekts wird das Fallmanagement und gemeindegeführter Kinderschutz gestärkt, um nachhaltig Kinderschutz zu gewährleisten und Kinderrechtsverletzungen in Zukunft zu verhindern. Die Maßnahmen tragen zu einer Verbesserung des psychosozialen Wohls von Kindern und Eltern sowie zu einer Verbesserung der Interaktion zwischen Eltern und Kindern bei. Das Fallmanagement richtet sich an besonders vulnerable Kinder zwischen 0-18 Jahren, die gefährdet oder Opfer von Missbrauch, Vernachlässigung, Ausbeutung und Gewalt sind. Des Weiteren werden Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit, Lebenskompetenzen und die Unterstützung von Kindern durch ihre Familien und Gemeinde gefördert. Insgesamt werden mit Hilfe des Projekts etwa 240.000 krisenbetroffene Menschen erreicht, die nach Projektabschluss einen verbesserten Zugang zu Schutzleistungen haben und über ein verbessertes Schutzumfeld verfügen.

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