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Unsere Projekte in den
Palästinensischen Autonomiegebieten

Im Einsatz für Kinder in den Palästinensischen Autonomiegebieten

Erfahren Sie hier mehr über Projekte in den Palästinensischen Autonomiegebieten, die Save the Children aus Deutschland unterstützt. Über die Aktivitäten anderer Länderorganisationen von Save the Children in den Palästinensischen Autonomiegebieten können Sie sich auf der Seite von Save the Children International informieren.

Zentrale Herausforderungen

Die Palästinensischen Gebiete – das Westjordanland, Ost-Jerusalem und Gaza – sind seit mehr als 60 Jahren Kriegs- und Krisenregion. Hier leben ungefähr 4,4 Millionen Menschen – 2,7 Millionen im Westjordanland und 1,7 Millionen im Gazastreifen. Fast die Hälfte von ihnen sind Kinder, von denen wiederum 44% Flüchtlinge und intern Vertriebene ohne ein sicheres Zuhause sind und die häufig in hoffnungslos überfüllten Lagern leben. Die Bevölkerung wächst insbesondere in Gaza, wo die Menschen sowieso auf engstem Raum zusammenleben, schneller als in vielen anderen Teilen der Welt.

Armut, Gewalt und Angst gehören zum Alltag für viele Kinder und ihre Familien. Im Gazastreifen gelten fast ein Drittel aller Kinder als arm, in Ost-Jerusalem sind es sogar 85% der Kinder. Die immer wieder aufflammenden Konflikte und kriegerischen Auseinandersetzungen haben nachhaltig negative Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Menschen, da große Teile der Infrastruktur wie Schulen und Krankenhäuser beschädigt oder zerstört wurden und viele Menschen ihr Zuhause verloren haben.

Aufgrund der Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und der wirtschaftlichen Blockade ist die Arbeitslosigkeitsrate – insbesondere auch unter Jugendlichen – sehr hoch und ein Entrinnen aus dem Armutskreislauf schwierig. Auch sind in Gaza Nahrungsmittel, medizinische Produkte und Material für den Wiederaufbau knapp, was eine Entwicklung der Region stark erschwert.

Die zentralen Herausforderungen für Save the Children

  • Palästinensische Kinder tragen die Hauptlast in dem Konflikt. Sie erleben jeden Tag aufs Neue Gewalt, zu Hause, in der Schule und in ihren Heimatgemeinden. Eine alarmierend hohe Zahl an Kindern wurde auch direkt Opfer von Bombenangriffen auf Wohnviertel und Schulen.
  • Der Bedarf an psychosozialer Hilfe und Traumabewältigung kann bisher nicht gedeckt werden.
  • Die Qualität der Schulen in den Palästinensergebieten ist wegen der katastrophalen humanitären und wirtschaftlichen Situation sehr schlecht. Gewalt, Armut und überfüllte Klassen sind an der Tagesordnung.
  • Viele Eltern haben wegen der militärischen Dauer-Überwachung und der Ausgangssperren Angst, ihre Kinder überhaupt zur Schule zu schicken.
  • In Gaza wurden während der Eskalation im Sommer 2014 außerdem viele Schulen zerstört oder dienen als Flüchtlingsunterkünfte.

Die Antwort von Save the Children

Save the Children implementiert in den Palästinensischen Gebieten, meist in Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen, sowohl Nothilfe- als auch längerfristige Entwicklungsprojekte.

Im Rahmen der Nothilfe verteilen unsere Mitarbeiter Lebensmittelpakete und Erste-Hilfe-Sets. Wir versorgen Krankenhäuser mit dringend benötigten Medikamenten, medizinischen Geräten und Verbandsmaterial. Und wir kümmern uns um die Flüchtlingsfamilien, deren Häuser zerbombt wurden und die jetzt vor dem Nichts

stehen. Hierbei ist vor allem die psychologische Hilfe von großer Bedeutung. Gemeinsam mit den betroffenen Familien und Gemeinden werden aber auch Systeme der Katastrophenvorsorge erarbeitet und umgesetzt, um humanitäre Krisen besser vorbeugen bzw. bewältigen zu können.

Des Weiteren setzt Save the Children längerfristige Programme um, um den Zugang von marginalisierten Kindern zum Bildungs- und Gesundheitssystem zu verbessern und fördert Einkommen schaffende Maßnahmen für arme Bevölkerungsgruppen.
All diese Programme finden im Rahmen des Einsatzes für die Verwirklichung der Kinderrechte statt. Hierfür nimmt Save the Children mit seinen Projekten auch die staatlichen Akteure in die Pflicht, ihren Kinderrechtsverpflichtungen nachzukommen.

Projekt: Förderung von Resilienz und grüner Technologie in Gaza

Projekt: Förderung von Resilienz, landwirtschaftlichem Wiederaufbau und grüner Technologie in Gaza
Projektlaufzeit: Juni 2017 – Dezember 2019
Geldgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung BMZ

Als Folge der nun 10-jährigen Blockade, dem anhaltenden Konflikt mit Israel und mehreren Militäroffensiven leiden die Menschen in Gaza zunehmend unter Armut und sind fast täglich mit Gewalt konfrontiert. Die Wirtschaft liegt brach und mehr als 70% der Bevölkerung sind von externer Hilfe abhängig. Damit einher gehen der Verlust von wirtschaftlichen Existenzmöglichkeiten und die Verschlechterung der allgemeinen Lebensbedingungen. Landwirtschaftliche Anbauflächen sind nicht nur durch Zerstörungen im Zuge der militärischen Auseinandersetzungen bedroht, sondern auch durch zunehmende Umweltbelastungen infolge von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und fehlenden Abwasser- und Müllentsorgungssystemen. Das größte Problem stellt dabei die Wasserversorgung dar. Versalzung und Verschmutzung von Grundwasserressourcen und ein sinkender Grundwasserspiegel gefährden sowohl die Gesundheit der Bevölkerung als auch die Nahrungsmittelproduktion und damit die Ernährungssicherheit. Die Folgen dieser Situation sind vor allem für marginalisierte Gruppen wie Kleinbauern, Frauen, Jugendliche und Kinder zu spüren.

In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wird Save the Children innovative und ressourcenschonende landwirtschaftliche Praktiken fördern, um die Nahrungsmittelproduktion für den Eigenkonsum und den Export bei Schonung der Umwelt zu steigern. Es werden landwirtschaftliche Produktionsgrundlagen wie Bewässerungssysteme und Gewächshäuser wiederaufgebaut oder saniert und innovative, wassersparende Praktiken wie die Tröpfchenbewässerung oder salzresistente Pflanzen eingeführt. In einer weiteren Komponente werden Jugendliche zur Entwicklung und Anwendung grüner Technologien angeregt. Dafür werden sie im Unternehmertum zu “grünen und nachhaltigen Ansätzen“ geschult und mit Kapitalzuschüssen für Start-ups ausgestattet. Dies trägt dazu bei, die Wirtschaft anzukurbeln, Jugendarbeitslosigkeit langfristig zu verringern und Existenzmöglichkeiten aufzubauen. In den Gemeinden werden Schutzkomitees gegründet und Jugendinitiativen unterstützt, um wirtschaftliche und umweltbezogene Risiken in ihrem Gemeindeumfeld zu erkennen, und um Maßnahmen zur Vorbereitung auf Notsituationen und zur Verbesserung ihrer Umwelt umzusetzen. Insgesamt werden 14.000 Menschen direkt und 16.000 Menschen indirekt von diesem Projekt profitieren.

Projekt: Stärkung der Resilienz von schutzbedürftigen Kindern

Projekt: Stärkung der Resilienz durch psychosoziale Unterstützung von schutzbedürftigen Kindern im Gaza-Streifen und Westjordanland
Projektlaufzeit:  Mai 2017 – März 2019
Geldgeber: Auswärtiges Amt

Die derzeitige Lage in den palästinensischen Gebieten ist von Armut und Gewalt sowie dem anhaltenden Konflikt zwischen Israel und Palästina, der damit einhergehenden Besetzung und der Gaza-Blockade geprägt. Ein Ende des Konflikts ist nicht in Aussicht. Der konstante Krisenzustand hat das soziale Gefüge zerstört und hat gravierende Auswirkungen auf das seelische und körperliche Wohlbefinden der Kinder.  Die Bewältigungsstrategien der Kinder und ihrer Familien und die Resilienz der Gemeinden sind deutlich geschwächt und viele Kinder leben mit einem Gefühl der andauernden Unsicherheit.  Hinzu kommen permanente Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit und beim Schulzugang für Kinder. Ein dringendes Problem stellt die fehlende Reaktionsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Notfallsituation, Krisen und Konflikten dar, die unter anderem mit der fehlenden institutionellen Kapazität zusammenhängt. Ungefähr zwei Drittel der palästinensischen Bevölkerung, das sind circa 1,8 Millionen Menschen, benötigen Schutzmaßnahmen oder psychosoziale Unterstützung – dies betrifft insbesondere Kinder, die unter Stress, Gewalt und Schutzlosigkeit leiden.


Mit Unterstützung des Auswärtigen Amts wird Save the Children daran arbeiten, die Schutzrisiken für Kinder zu verringern, die psychologische Widerstandsfähigkeit zu erhöhen und eine gesunde Entwicklung der Kinder zu fördern. Dazu sollen die bestehenden institutionellen Kinderschutzstrukturen in den Gemeinden auf mehreren Ebenen ausgebaut werden. Erstens soll der Zugang von Kindern zu qualitativen psychosozialen Unterstützungsmaßnahmen ermöglicht werden. Auf der zweiten Ebene wird das Projekt mit Eltern und Bezugspersonen zusammenarbeiten und diese hinsichtlich Unterstützungsmaßnahmen für die Kinder informieren und sensibilisieren. Die dritte Ebene umfasst die Stärkung der Gemeindekapazitäten. Es werden Katastrophenvorsorgepläne entwickelt, wodurch die Risikoanfälligkeit der Gemeinden reduziert wird. Auf der vierten Ebene sollen die Kapazitäten der lokalen Organisationen und Institutionen aufgebaut werden, so dass marginalisierte Gemeinden in Notfallsituationen besser angebunden sind. Von diesem Projekt werden circa 65.000 Kinder und 20.000 Erwachsene direkt profitieren, während rund 256.000 Menschen indirekt erreicht werden können.

Projekt: Verbesserung partizipativer Lernmethoden

Projekt: Verbesserung partizipativer Lernmethoden in den Palästinensischen Gebieten
Projektlaufzeit: August 2015 – Juli 2018
Geldgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Mit diesem Projekt trägt Save the Children Deutschland zusammen mit der palästinensischen NGO Tamer (Tamer Institute for Community Education) zu einer nachhaltigen Verbesserung der Qualität der Schulbildung im Westjordanland und Gaza bei. Durch die israelische Besatzung, militärische Checkpoints, die Grenzmauer sowie die Blockade des Gazastreifens wurden die Bildungsmöglichkeiten vieler Kinder und Jugendlicher stark beeinträchtigt. Auch ist das palästinensische Bildungssystem nur ungenügend darauf ausgerichtet, die eigenständige Lernfähigkeit von Schülern zu fördern. Lehrer verfügen nicht über das richtige Handwerkzeug und die dazu nötigen Erfahrungen, und Eltern haben ein oft nur geringes Verständnis dafür, wie sie ihre Kinder beim Lernen effektiv unterstützen können. Viele Kinder- und Jugendliche haben deshalb ein mangelhaftes Leseverständnis, eingeschränkte Schreib- und Ausdrucksfähigkeiten sowie Mühe, eigenständig zu lernen.

Um dem entgegenzuwirken und Kinder stärker in den Lernprozess mit einzubeziehen, arbeiten Save the Children und Tamer daran, innovative Lernmethoden in Schulen und Bibliotheken einzuführen, so dass 2.400 Kinder sich zukünftig stärker am Lernprozess beteiligen können und lernen, kritisch zu denken. Hierfür werden Lehrer und Bibliothekare in 40 Schulen und 40 Bibliotheken in Workshops zu partizipativen Lern/-und Lehrmethoden geschult. Die Lerninfrastruktur von Schulen und Bibliotheken werden durch Reparaturen und die Verteilung von qualitativ hochwertigen Kinderbüchern verbessert. Gleichzeitig wird die aktive Beteiligung von politischen Schlüsselakteuren wie zum Beispiel von Vertretern des Bildungsministeriums dazu beitragen, dass diese neuen Lehr- und Lernansätze in den Zielschulen und dem palästinensischen Bildungssektor verankert und nachhaltig verfolgt werden.

Abgeschlossene Projekte

Projekt: Renovierung und Ausstattung von Kindertagesstätten zur Förderung der frühkindlichen Entwicklung von Kindern im Gazastreifen
Projektlaufzeit: Juli 2016 - April 2017
Geldgeber: Bild Hilft e.V. – Ein Herz für Kinder

Infolge des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten und der Gaza-Blockade sind Kinder im Gazastreifen tagtäglich von Gewalt und Armut umgeben. Mit der letzten israelischen Militäroperation im Juli 2014, die 51 Tage andauerte, eskalierte die Lage. Erhebliche Schäden an Infrastruktur und sozialen Einrichtungen in Gaza waren die Folge. Dabei wurden auch zahlreiche sichere Orte für Kinder, wie zum Beispiel Kindergärten, beschädigt oder komplett zerstört. In der Folge haben etwa zwei Drittel der Kinder in Gaza nur noch mangelhaften Zugang zu einer sicheren Lern- und Spielumgebung. Sie können nicht wie andere Kinder unbeschwert spielen und sich entwickeln, sondern sind einem erhöhten Stress- und Gefahrenpotential ausgesetzt. Viele suchen sich Orte zum Spielen, die zum Beispiel wegen nicht beseitigter Blindgänger lebensgefährlich sind.


Mit der Unterstützung der Stiftung Bild Hilft e.V. – ein Herz für Kinder und Privatspendern, werden 40 Kindergärten repariert und wieder aufgebaut, mit dem Ziel, die Lern- und Schutzsituation der Kinder im Gazastreifen nachhaltig zu verbessern. 30 Kindergärtnerinnen und Kindergärtner erhalten Schulungen zur Verbesserung ihrer methodischen und didaktischen Fähigkeiten. Lern- und Lehrmaterialien, Möbel, sowie Spielsachen und Spielgeräte für den Außenbereich werden bereit gestellt. Dadurch ermöglicht Save the Children mehr als 5.000 Kindern in Gaza, in einem geschützten Rahmen spielen, lernen und sich entfalten zu können, und legt hiermit eine Grundlage für eine kognitive, soziale, emotionale und körperliche Entwicklung der Kinder.

Projekt: Sicherung der Lebensgrundlagen von Familien durch Schaffung von Einkommensmöglichkeiten im Gazastreifen
Projektlaufzeit: Juli 2015 - April 2016
Geldgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Infolge der andauernden militärischen Auseinandersetzungen und der langjährigen Blockade verlieren viele Haushalte im Gazastreifen ihre Lebensgrundlagen und die Möglichkeit, ihr eigenes Einkommen zu generieren. Massive Zerstörungen von öffentlichen Versorgungseinrichtungen sowie von Schulen und Kindergärten haben katastrophale Folgen für Kinder und ihre Familien. Ungefähr 80% der Haushalte sind dauerhaft auf Hilfsmaßnahmen angewiesen; die Armutsrate liegt bei fast 40% und die Arbeitslosenquote bei 45%; zwei Drittel aller Kinder haben keinen Zugang zu geschützten Orten zum Lernen und Spielen.

Dieses Projekt ist darauf ausgelegt, 700 betroffenen Familien durch Beschäftigungsmaßnahmen (Cash for Work, CfW) ein zusätzliches Einkommen zu ermöglichen und den Zugang zu sozialen Grundleistungen zu verbessern. Lokale Arbeitskräfte sind in die Sanierung von Kindergärten und Spielbereichen sowie in die Instandsetzung von Straßen und Wasserleitungen involviert. Außerdem nähen sie dringend benötigte Schuluniformen und unterstützen Schulkinder im Rahmen von Förderunterricht.

Projekt: Vorsorge für Krisen - Gemeindebasierte Aktivitäten zur Förderung der Resilienz und Sicherung von Lebensgrundlagen
Projektlaufzeit: September 2013 – Dezember 2016
Geldgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Durch den jahrelangen Konflikt sind Kinder und Familien in den Palästinensischen Gebieten ständig Gefährdungen ausgesetzt, die von regelmäßigen Gewaltausbrüchen verstärkt werden. Daher ist es besonders wichtig, die Widerstandsfähigkeit der Menschen zu stärken und ihre Notfallvorsorgekapazitäten zu erhöhen. Dieses Projekt in 18 Gemeinden im Westjordanland und Gaza zielt genau darauf ab.

Die Dörfer sind in selbstgegründeten Gemeindeschutzkomitees federführend an der Planung und Umsetzung beteiligt. So können die Menschen ihr lokales Wissen und ihre Bedürfnisse einbringen und das Projekt stärkt vor allem ihre Selbsthilfefähigkeiten.

Beispielsweise haben die Kinder und Erwachsenen in einer Gemeinde  beschlossen, einen Fußweg neben der vorbeiführenden Umgehungsstraße einzurichten. Zusätzlich haben sie einen „laufenden Schulbus“ ins Leben gerufen (die Kinder gehen als Gruppe in Begleitung eines Erwachsenen zur Schule), da es auf dem Schulweg der Kinder regelmäßig zu Übergriffen und Unfällen kam.

Projekt: Renovierung und Ausstattung von Kindertagesstätten zur Förderung der frühkindlichen Entwicklung von Kindern im Gazastreifen
Laufzeit: 2014
Geldgeber: Bild hilft e. V. - Ein Herz für Kinder

Projekt: Nothilfe im Gazastreifen: Verteilung von Hilfsgütern, Trinkwasserbereitstellung, Wiederaufbau zerstörter Spielplätze sowie psychosoziale Unterstützung von Kindern
Projektlaufzeit: August 2014 – Juni 2015
Geldgeber: private Spender

Am 7. Juli 2014 eskalierte die ohnehin angespannte Lage zwischen Israel und dem Gazastreifen zum schlimmsten Gewaltausbruch der vergangenen Jahre. In den sieben Wochen anhaltenden Kampfhandlungen haben mehr als 2.200 Palästinenser ihr Leben verloren, davon mehr als 530 Kinder. Mehr als 100.000 Häuser wurden zerstört oder schwer beschädigt.

Während des Konflikts haben wir unsere Lagerhäuser, zum Teil unter sehr schwierigen Bedingungen, offen gehalten und so mehreren tausend Menschen mit Erste-Hilfe-Sets und Medikamenten helfen können.

Zusätzlich haben wir Familien mit Hygieneartikeln, Matratzen und Decken in ihren Notunterkünften unterstützt. Hunderttausende Kinder benötigen psychologische Betreuung, um das Erlebte zu verarbeiten. Zusammen mit unseren Partnerorganisationen bieten wir Gespräche und Spielangebote für die Kinder und ihre Eltern. Das sind wichtige erste Schritte, damit die Trauma-Verarbeitung der Kinder beginnen kann. Außerdem helfen wir beim Wiederaufbau zerstörter Spielplätze und Kindergärten und klären zum sicheren Umgang mit Blindgängern/Fundmunition auf.

Projekt: Kinder übernehmen Verantwortung - Stärkung der Beteiligung von Kindern im Monitoring, der Dokumentation und Berichterstattung sowie der Sensibilisierung zu ihren Rechten
Projektlaufzeit: November 2013 – Februar 2015
Geldgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie private Spender

Sicherheitsrisiken durch die Konfrontation mit israelischen Soldaten, familiäre Gewalt, fehlende Spielmöglichkeiten, Armut und Diskriminierung sind alltägliche Erfahrungen für viele Kinder in den Palästinensischen Gebieten. Ein ungenaues Verständnis des erlittenen Unrechts erschwert die Verbesserung der Situation. Hier setzt das Projekt „Kinder übernehmen Verantwortung“ von Save the Children und dem Tamer Institute for Community Education an. '

Schulen werden zum Ort der Veränderung: geschulte Trainer helfen den Kindern, ein Verständnis für ihre eigenen Rechte zu erlangen. Auf Basis der Kinderrechtskonvention entdecken sie ihr Lebensumfeld aus einer neuen Perspektive.

Die Aufarbeitung des Erlebten in Tanz, kreativem Schreiben und Theater hilft, die Unrechtserfahrungen auszudrücken. Lehrer, Eltern, Psychologen und Gemeindevertreter setzen sich damit auseinander und arbeiten an der Verbesserung der Situation mit. Von Kindern geleitete Gruppen dokumentieren die eigene Umgebung aus einer Kinderrechtsperspektive. Das Wissen wird von Kinder- und Jugendvertretern in bestehende Monitoringsysteme eingespeist und für die politische Arbeit auf nationaler Ebene genutzt.

Projekt: Sicherung der Lebensgrundlagen von Familien durch Schaffung von Einkommensmöglichkeiten im Gazastreifen
Geldgeber: Auswärtiges Amt und private Spender