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Unsere Projekte
in der Türkei

Im Einsatz für Kinder in der Türkei

Erfahren Sie hier mehr über Projekte in der Türkei, die Save the Children aus Deutschland unterstützt. Über die Aktivitäten anderer Länderorganisationen von Save the Children in der Türkei können Sie sich auf der Seite von Save the Children International informieren.

Zentrale Herausforderungen

Die Türkei beherbergt gegenwärtig die höchste Anzahl von Geflüchteten weltweit (circa 3 Millionen). Vor allem der seit 2011 andauernde Bürgerkrieg in Syrien hat dazu geführt, dass mehr Menschen Schutz in der Türkei suchen. Inzwischen befinden sich allein mehr als 2,7 Millionen syrische Geflüchtete, davon rund 77% Frauen und Kinder, in der Türkei. Zwar versucht die türkische Regierung den geflüchteten Familien in 25 Flüchtlingslagern eine soziale und gesundheitliche Grundversorgung zur Verfügung zu stellen, jedoch leben nur um die 10% der registrierten Syrer in diesen. Außerhalb der Lager ist die Situation deutlich schwieriger.  Arbeit zu finden oder zur Schule zu gehen, Gesundheitsversorgung in Anspruch zu nehmen, gestaltet sich für den Großteil der Geflüchteten als schwierig. Auch die ausreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln bildet eine große Herausforderung. Inzwischen leben 90% der Geflüchteten, die nicht in Lagern leben, unter der Armutsgrenze und 20% sind von  Ernährungsunsicherheit betroffen.

Die zentralen Herausforderungen

Hauptgründe für die schwierige sozio-ökonomische Lage der syrischen Flüchtlinge ist die fehlende Arbeitserlaubnis bzw. der erschwerte Zugang zum türkischen Arbeitsmarkt. An dieser Stelle spielen auch fehlende Sprachkenntnisse und Vorurteile gegenüber der Flüchtlingsbevölkerung eine große Rolle. Oft haben die Geflüchteten nur die Möglichkeit, in einfachen und unterbezahlten Jobs zu arbeiten, bei denen sie teilweise von Ausbeutung betroffen sind.

  • Auf Grund der fehlenden stabilen sind die Lebensbedingungen für Geflüchtete sehr schwer und die Gefahr von Armut sehr hoch. Auch der ungenügende Zugang zu grundlegenden Sozialdienstleistungen und Gesundheitsversorgung wirkt sich negativ auf die Lebensqualität aus. Dies führt unter anderem auch dazu, dass viele syrische Familien versuchen, ihr Glück in Europa zu finden, wo sie bessere Zukunftsperspektiven vermuten.
  • In vielen Bereichen werden Kinderrechte verletzt. Kinder, die circa 54% der syrischen Flüchtlingsbevölkerung ausmachen, können ihr Recht auf Bildung aufgrund von fehlenden Schulen, Personal oder Finanzierungsmöglichkeiten nicht wahrnehmen. Kinder arbeiten oft um ihre Familien zu unterstützen und es kommt zu Fällen von Frühverheiratung von Mädchen.

Save the Childrens Arbeit vor Ort

Save the Children arbeitet seit 2012 mit der türkischen Regierung und weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren zusammen, um die Lage der syrischen Flüchtlinge zu verbessern. Dabei leistet Save the Children kurzfristige Nothilfe für neunkommende Geflüchtete, strebt aber auch eine langfristige Verbesserung der Lebensumstände dieser an.

Save the Children fokussiert sich darauf, die Kinderrechte zu sichern, indem Kinderschutzmaßnahmen eingeleitet werden sowie Schulen gebaut und Lehrmaterialien zur Verfügung gestellt werden, damit Kinder wieder zur Schule gehen können. Informationskampagnen sollen für Aufklärung über Rechte an gesundheitlichen und sozialen Dienstleistungen sorgen, durch deren Wahrnehmung die Lebensbedingungen gesteigert werden kann. Gleichzeitig bietet Save the Children Jugendlichen in speziellen Jugendzentren einen geschützten Rahmen und die Möglichkeit für die Verbesserung ihrer Einkommensmöglichkeiten und Lebensgrundlagen.

Projekt: Schutz und Förderung von vulnerablen syrischen und türkischen Kindern, Jugendlichen und deren Familien in Istanbul, Türkei

Projekt: Schutz und Förderung von vulnerablen syrischen und türkischen Kindern, Jugendlichen und deren Familien in Istanbul, Türkei
Geldgeber:  Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Laufzeit: Juni 2017 – September 2019

Seit Beginn des Kriegs in Syrien sind mehr als 3 Millionen Menschen in die Türkei geflohen. Mehr als die Hälfte davon ist jünger als 18 Jahre. Ein Großteil dieser Flüchtlinge hat sich auf der Suche nach besseren Existenzmöglichkeiten und Lebensumständen in Istanbul niedergelassen. Zwar verfügen viele dieser Flüchtlinge theoretisch über rechtlichen Zugang zu Basisversorgungsleistungen wie Gesundheitsversorgung und Schulbildung, können diese Rechte aufgrund von Sprachbarrieren, komplizierten bürokratischen Verfahren und Anforderungen jedoch praktisch nicht wahrnehmen. Die syrischen Flüchtlingsfamilien sind mit einigen Herausforderungen wie Ausbeutung am Arbeitsmarkt, Diskriminierung, Mangel an sozialer und politischer Anerkennung, hohen Lebenshaltungskosten, Arbeitslosigkeit und fehlendem praktischen Zugang zu Sozialdienstleistungen konfrontiert, was ihre Anfälligkeit gegenüber Risiken erhöht und viele Haushalte auf negative Bewältigungsstrategien zurückgreifen lässt.

Save the Children wird in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung dazu beitragen, dass vulnerable Flüchtlinge und deren Familien ihre Widerstandsfähigkeit erhöhen, indem sie Zugang zu Basisversorgungsdienstleistungen erhalten. Kinder und Jugendliche werden von kinderfreundlichen psychosozialen Unterstützungsdienstleistungen und Bildungsmaßnahmen profitieren, in denen sie ihre Traumata verarbeiten, ihr Wohlbefinden steigern und ihre Zukunftspotentiale durch Bildung fördern können. In einer weiteren Komponente sollen die Hürden, die die Flüchtlinge daran hindern, Basisdienstleistungen in Anspruch zu nehmen, durch Rechtsberatungen und Informationsveranstaltungen verringert werden. Dies wird die Fähigkeiten der Haushalte im Umgang mit Krisen und Belastungssituationen verbessern. Zusätzlich soll der Zugang zu Erwerbsmöglichkeiten für Flüchtlinge erhöht werden. Dazu werden Jugendlichen bei der Suche nach Beschäftigungsoptionen unterstützt, es werden Schulungen zur Beschäftigungsfähigkeit angeboten sowie Praktika organisiert, die den Jugendlichen den Eintritt ins Berufsleben erleichtern. Um den sozialen Zusammenhalt mit den Gastgemeinden zu fördern, richten sich die Projektmaßnahmen nicht nur an syrische Jugendliche, sondern auch an vulnerable türkische Jugendliche.

Abgeschlossene Projekte

Projekt: Schulzugang für syrische Geflüchtete in Hatay, Türkei
Geldgeber:  Knorr-Bremse
Laufzeit: August 2017 – März 2018

Mehr als 3 Millionen Syrer und Syrerinnen sind auf der Flucht vor Krieg und Leid in den vergangenen Jahren in die Türkei geflüchtet. Mehr als die Hälfte davon ist jünger als 18 Jahre und hat bereits seit mehreren Jahren keinen Zugang zu Bildung. Rund 400.000 Flüchtlinge leben derzeit in der Provinz Hatay. Dies überlastet die bestehenden Schulen, Klassenräume und Lehrkräfte. Zudem haben syrische Kinder häufig mit Sprachbarrieren zu kämpfen und deren Familien fehlt es an Geld für Lernmaterialien und den Schultransport.

In Zusammenarbeit mit Knorr-Bremse wird Save the Children dazu beitragen, dass den Kindern ein sicheres und geschütztes Lernumfeld geboten wird, in dem sie ihr Recht auf Bildung wahrnehmen können und in das türkische Bildungssystem integriert werden können. Dazu wird eine Schule mit angegliedertem Kindergarten gebaut. Diese Schule wird den Bedürfnissen der Kinder entsprechend eingerichtet und ausgestattet und Lern- und Lehrmaterialien werden zur Verfügung gestellt. Um den langfristigen sozialen Zusammenhalt zu fördern, wird sich dieses Projekt sowohl an syrische Flüchtlingskinder als auch an türkische Kinder aus der Gastgemeinde richten.

Projekt: Bildungsangebote für syrische Geflüchtete in der Türkei
Laufzeit: August 2016 – Juli 2017
Geldgeber: Spenden aus der Aktion "Ein Schal fürs Leben" mit der Zeitschrift Brigitte und Knorr-Bremse Global Care e.V.

In der Türkei leben ca. 2,7 Mio. registrierte syrische Geflüchtete, von denen 54% unter 18 Jahre alt sind (Mai 2016). Laut türkischem Bildungsministerium gehen allein in der Provinz Hatay 63.000 syrische Kinder nicht zur Schule. Gründe dafür liegen oft in dem fehlenden Einkommen der Familien, langen Schulwegen und fehlender Ausstattung für die Schule. Es werden zudem vermehrt Fälle von Frühverheiratung und Kinderarbeit festgestellt. Save the Children möchte syrischen Kindern in Hatay den Schulbesuch ermöglichen und fördert deshalb den Schultransport für 220 Kinder, Winterkleidung für 100 Kinder und Bargeldunterstützung für besonders bedürftige Familien.