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Save the Childrens Maßnahmenagenda gegen COVID-19. © Save the Children Mexico

Gemeinsam gegen
COVID-19

Eine Maßnahmenagenda von Save the Children

Das Corona-Virus kennt keine Grenzen. Es ist eine globale Bedrohung und benötigt eine globale Antwort. Das Virus hat schon jetzt verheerende Auswirkungen auf Kinder und ihre Rechte. Gesundheitssysteme – sogar die der reichen Länder – befinden sich am Rande ihrer Kapazitäten. Volkswirtschaften rutschen in eine Depression. Kinder können nicht mehr in die Schule gehen. Viele Menschen sind armutsgefährdet. Wenn die Verbreitung des Virus nicht eingedämmt wird, könnten die Leben von Millionen Familien und Kindern zerstört werden. Die Pandemie verbreitet sich nun in einigen der ärmsten Länder dieser Welt. Damit besteht eine große Gefahr, dass sich die Fortschritte der letzten 20 Jahre zurück entwickeln und Kinderrechte gefährdet sind. Aber es gibt eine Alternative.

Gemeinsam handeln

Auf der ganzen Welt bereitet sich Save the Children darauf vor, einsatzbereit zu sein. Wir sehen auch, dass koordinierte gemeinschaftliche, nationale und globale Maßnahmen in fünf Bereichen eine Katastrophe abwenden könnten. Jedes Land schützt sich am besten, wenn es die Menschen auf der ganzen Welt beschützt. Insbesondere müssen wir das sich schließende Zeitfenster in Afrika, Lateinamerika, im Pazifik und in anderen noch nicht stark betroffenen Gebieten nutzen, solange es dazu noch die Möglichkeit gibt. In Zeiten wie dieser müssen Regierungen, Finanzinstitutionen, private Unternehmen und Organisationen wie Save the Children eine Führungsrolle übernehmen. Millionen Leben stehen auf dem Spiel und Entscheider*innen auf allen Ebenen müssen zusammenkommen und handeln:

1. Globale, koordinierte Maßnahmen zur Eindämmung und Prävention der Krankheit.

Timing ist alles. Gesundheitssysteme müssen gestärkt werden, damit Menschen getestet, isoliert, behandelt und Kontaktpersonen nachverfolgt werden können. Wir brauchen jetzt einen koordinierten, globalen Aktionsplan, um nationale Regierungen und Gemeinden zu unterstützen. Verzögerte Maßnahmen zur Prävention und Eindämmung werden allein in Südasien und Subsahara-Afrika über 3 Millionen Menschenleben kosten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Weltbank und andere UN-Organisationen sollten sich hinter einem gemeinsamen Plan zu Präventions- und Eindämmungsmaßnahmen vereinen, einschließlich der Koordinierung von Tests und Schutzausrüstung sowie der Finanzierung öffentlicher Gesundheitssysteme. Besonders wichtig sind hierbei Investitionen in gemeindebasierte Gesundheitsfachkräfte, psychische Gesundheitsmaßnahmen und in die medizinische Grundversorgung. Es werden mindestens USD 8 Mrd. aus internationalen Finanzierungsquellen benötigt, um sofort auf die Herausforderungen im öffentlichen Gesundheitswesen reagieren zu können. Hindernisse wie Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes, die Frauen und Mädchen noch immer den Zugang zu Gesundheitsdiensten verwehren, müssen überwunden werden. Private Gesundheitsleistungen sollten für die Dauer der Pandemie Teil des öffentlichen Gesundheitssystems und kostenlos für schutzbedürftige Kinder und Familien sein. Die Unterstützung für Geflüchtete und Menschen in humanitären Einrichtungen und von Konflikten betroffenen Ländern muss drastisch erhöht werden, um die Ausbreitung zu verlangsamen. Um weitere Todesfälle abzuwenden, muss sichergestellt werden, dass jeder Mensch Zugang zu grundlegenden gesundheitlichen Dienstleistungen hat, insbesondere auch, um das Überleben von Müttern und Kindern sicherzustellen.

2. Globale Finanzierungsmaßnahmen zum Schutz der ärmsten Länder.

Die ärmsten Länder dieser Welt verfügen weder über ausreichende finanzwirtschaftliche Kapazitäten um die erforderlichen Investitionen in ihre Gesundheitssysteme umzusetzen, noch um ihre am stärksten gefährdeten Bürger - einschließlich Kinder - vor den sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Virus zu schützen. Allein Subsahara-Afrika wird laut UNECA wirtschaftliche Unterstützung in Höhe von USD 100 Mrd. benötigen. In dieser schweren Zeit sollten der IWF und die Weltbank ihre Möglichkeiten nutzen, um die ärmsten und am stärksten gefährdeten Länder zu schützen. Mit Cash-Programmen und Investitionen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und soziale Sicherheit könnten die am stärksten gefährdeten Kinder geschützt werden.Geber müssen bestehende Entwicklungsgelder schützen und erhöhen. Dies sollte oberste Priorität haben. Die von den Gebern bereitgestellten Gelder sollten flexibel einsetzbar, rechenschaftspflichtig und lokal kontrolliert sein. Ein Moratorium der Schuldenzahlungen würde den ärmsten Ländern helfen, Ressourcen für den Kampf gegen das Corona-Virus zu mobilisieren und Privathaushalte zu unterstützen.

3. Unterstützung von Privathaushalten und am stärksten benachteiligten Menschen.

Jedes Land muss dafür Sorge tragen, dass seine ärmsten und am stärksten benachteiligten Menschen Unterstützung bekommen. Dazu zählt der Schutz von Arbeitsplätzen und eines festen Familieneinkommens. Zu viele Kinder sind bereits von Armut bedroht. Viele weitere werden folgen, sofern internationale Unterstützung und nationale Zuwendungen nicht auf die am stärksten benachteiligten Kinder ausgerichtet sind. Besondere Aufmerksamkeit muss der wirtschaftlichen Stärkung von Frauen gewidmet werden. Die internationale Unterstützung von Unternehmen sollte davon abhängig sein, dass Arbeitnehmer*innen weiterbeschäftigt werden. Geber sollten nationale Sicherheitsnetze unterstützen.

4. Zugang zu Bildung für alle Kinder garantieren.

Die Schließung der Schulen ist wichtig, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Nationale Regierungen und Geber müssen gezielte Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass die 1,5 Milliarden Kinder, die aktuell nicht zur Schule gehen können, während und nach der COVID-19 Pandemie Zugang zu sicherem und hochwertigem Fernunterricht haben. Geflüchtete Kinder sind hier besonderen Risiken ausgesetzt, Kinderehen könnten zunehmen. Sowohl Lehr- und Betreuungskräfte müssen sich auf den Moment vorbereiteten an dem es für alle Kinder, einschließlich Mädchen, wieder möglich ist in die Schule zurückzukehren. Bildung spielt eine ausschlaggebende Rolle beim Schutz der psychischen Gesundheit von Kindern in Krisenzeiten. Die Unterstützung von traumatisierten Kindern und geflüchteten Kindern muss im Vordergrund stehen.

5. Sicherheit und Schutz für Kinder.

Wir unterstützen die Forderung des UN-Generalsekretärs an Streitkräfte und Gruppen auf der ganzen Welt, unverzüglich einen globalen Waffenstillstand zu erlassen, damit Menschen auf die COVID-19 Krise reagieren können und die 415 Millionen in Konflikten lebenden Kinder vor weiteren Leid geschützt sind. Regierungen und internationale Organisationen müssen die Arbeit sozialer Dienstleister und humanitäre Helfer als unentbehrlich und wesentlich erachten und entsprechend behandeln. Ein besonderer Schwerpunkt muss dabei auf der Prävention und Bekämpfung von Missbrauch und Vernachlässigung von Kindern sowie häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt liegen. Cash-Programme müssen zur Verfügung gestellt werden, um Grundbedürfnisse zu befriedigen und die Zunahme von Kinderarbeit und Kinderehen zu verhindern. Auch in Notsituationen bleiben die Kinderrechte bestehen. Dies müssen nationale Regierungen bei all ihren Maßnahmen zur Bekämpfung von COVID-19 zwingend beachten. 

Ihre Ansprechpartnerin: 

Anna Wasiak

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