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Publisher Save the Children26.04.2018

Alleine, schutzlos, verwaist: Hilfe für Waisenkinder in Haiti

Der Tag des Erdbebens in Elissaints Heimat war der Tag, der alles veränderte. Elissaint saß im Freien hinter dem Haus und machte Hausaufgaben, als die Wände ihres Zuhauses kurz wackelten und dann alles unter sich begruben, was im Haus war: Ihre Spielsachen, ihr Bett, ihre Bücher – und ihre Eltern. Von einer Sekunde zur anderen war die Zehnjährige Vollwaise.

Ein Schicksal, das das Mädchen mit Tausenden Kindern in Haiti teilt. Sie haben einen oder beide Elternteile verloren, oftmals auch Geschwister und Freunde. Noch mehr Kinder wurden im Chaos nach dem Beben von ihrer Familie getrennt und finden Mutter und Vater nicht wieder. Sie sind allein, verunsichert, verwaist. Sie brauchen dringend Hilfe und Schutz – da wo sie jetzt sind, in ihrer Heimat, nicht als Adoptivkind in einem fremden Land.
 
Bereits vor der Katastrophe waren in Haiti Zehntausende Kinder in Waisenhäusern untergebracht. Viele dieser Mädchen und Jungen sind jedoch keine Waisen. Oftmals bringen Eltern ihre Kinder in Heime, wenn sie diese nicht mehr ausreichend versorgen können, wie jetzt nach dem Beben.

Save the Children hat Schutzzonen in den Notlagern eingerichtet, in denen viele der Waisenkinder zusammen mit anderen Mädchen und Jungen in den Notlagern betreut werden. Die großen weißen Zelte sind aber nicht nur Zufluchtsort, sondern Ausgangspunkt für die Suche nach noch lebenden Verwandten. Diese Suche kann sich über Wochen, manchmal sogar Monate hinziehen – und das obwohl Save the Children systematisch vorgeht, um möglichst schnell Familien zusammenführen zu können.

Elissaint hatte Glück im Unglück. Onkel und Tante, die selbst drei ihrer Kinder verloren haben, nahmen sie mit in das Notlager, in dem sie heute leben. Zusammen mit 400 Familien und 38 anderen Waisenkindern. Die Mehrheit von ihnen wie Elissaint bei entfernten Verwandten. Eines der weißen Save the Children-Zelte gibt es auch hier.

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