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Publisher Save the Children26.04.2018

Bildung rettet Leben: Schule für Flüchtlingskinder aus dem Kongo

Es ist staubig und heiß. Überall stehen Menschen Schlange, warten auf einen Eimer mit Trinkwasser, Öl, Mehl oder Mais. Mehr als 50.000 Vertriebene leben hier auf engstem Raum.

Sie sind aus ihrer Heimat geflohen vor Armut und Hunger, Krieg und Krankheit, Mord und Vergewaltigung. Endstation Navikale. Die meisten Vertriebenen in dem riesigen Flüchtlingslager in Uganda kommen aus dem benachbarten Ostkongo. Viele Kinder haben dort mit ansehen müssen, wie Freunde und Familienmitglieder vergewaltigt, verstümmelt oder getötet wurden. Andere wurden selbst Opfer. Wieder andere haben auf der Flucht ihre Eltern verloren und sind allein im Lager angekommen.


Singen, Lesen und Malen im Flüchtlingslager

Mitten im Chaos und Dreck sind plötzlich Kinderstimmen zu hören. Fünfzig Mädchen und Jungen zwischen drei und fünf Jahren sitzen unter dem Plastikdach und singen. Es gibt Spielzeug und Bücher, sauberes Wasser und sanitäre Anlagen. Ein Lehrer und mehrere freiwillige Helfer kümmern sich um die Kinder. Save the Children hat sieben solcher Zentren für frühkindliche Entwicklung im Flüchtlingslager Navikale eingerichtet. Es sind Zufluchtsorte, wo Kinder sicher spielen und lernen können. Hier werden Geschichten vorgelesen, die Kinder tanzen, singen und malen gemeinsam.


Bildung kann die Welt verändern

„Ich komme jeden Tag zur Schule, damit ich nicht mit meinem Vater zum Arbeiten an den See gehen muss. Er bringt mich hierher, holt mich später wieder ab und manchmal gibt er mir auf dem Nachhauseweg gelbe Bananen zu essen“, erzählt ein vierjähriger Junge.  Im Zentrum bekommen die Kinder nicht nur regelmäßig zu Essen. Sie werden geimpft und medizinisch untersucht. Unterernährung und Infektionskrankheiten werden behandelt. Besonders geschulte Mitarbeiter von Save the Children kümmern sich darüber hinaus um die traumatisierten Kinder, bieten psychologische Hilfe an. Save the Children hat bisher mehr als 1.000 Kindern in Navikale geholfen.

Die Leitung des Flüchtlingslagers ist froh, dass es diese Zentren seit einem Jahr gibt: „Die Save the Children-Mitarbeiter dort sind tagsüber Ersatzeltern für die kleinen Kinder im Lager. Früher sah man Kinder stundenlang beim Schlangestehen. Viele irrten alleine durchs Lager. Das passiert jetzt nicht mehr.“ Noch wichtiger ist: Die Kinder lernen dort von klein auf, wie sie dem Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt durchbrechen können. Denn „Bildung ist die wichtigste Waffe, mit der wir die Welt verändern und friedlicher machen können.“ (Nelson Mandela)

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