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Publisher Save the Children30.01.2018

Blog: Unsere Ernährung! Unsere Zukunft! – Save the Children auf der Grünen Woche

Im aktuellen Blogbeitrag schildert unsere Schülerpraktikantin Paula, wie sie und andere Schüler sich Gedanken zum Thema Mangelernährung gemacht und ihre Erkenntnisse auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin präsentiert haben.

Schüler präsentieren ihre Erkenntnisse über das globale Problem Mangelernährung und mögliche Lösungsansätze auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

Ich frage mich: wie kann es sein, dass jährlich Millionen Kinder an Mangelernährung sterben, während wir hier in Deutschland täglich Essen wegwerfen, nur weil das Verfallsdatum gerade eben abgelaufen ist, oder weil wir keinen Hunger mehr haben. Weltweit leidet jedes vierte Kind an Mangelernährung. Besonders betroffen sind die Zentralafrikanische Republik, Tschad, und Sierra Leone.

Deshalb habe ich mich mit sechs Schülern des Berliner Galileo Gymnasium zusammengeschlossen und überlegt, wie es zu Mangelernährung kommt und was man dagegen tun kann. Auslöser dafür war ein Workshop zum Thema Mangelernährung von Save the Children, den wir 2017 gemeinsam besucht hatten. Anschließend haben wir unsere Erkenntnisse aufbereitet und letzte Woche auf der Grünen Woche in Berlin präsentiert. Wir sprachen in der Halle des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die unter dem Motto „Eine Welt ohne Hunger“ stand. Angeregt hat uns aber auch, dass die Vereinten Nationen sich das Ziel gesetzt haben, den Hunger auf der Welt bis 2030 zu beenden.

Jugendliche aus Nigeria und Bangladesch berichten

Klar wusste ich vorher, dass es Mangelernährung gibt. Aber ich wusste nie, wie schlimm es wirklich ist. In dem Workshop zur Vorbereitung unseres Beitrags für die Grüne Woche und vor allem durch ein Video von Jugendlichen aus Nigeria und Bangladesch ist mir klar geworden, dass es so nicht weitergehen kann. In dem Video schildern die Jugendlichen ihre Lage und erklären, was aus ihrer Sicht dagegen getan werden sollte. Das Video berührt mich vor allem deshalb, weil die Jugendlichen in meinem Alter sind. An manchen Tagen haben sie einfach nichts zu essen und müssen hungern und manchmal müssen sie sogar zusehen, wie ihr kleines Geschwisterkind an Mangelernährung stirbt.

Hier sieht man ein Bild aus dem Jemen, in dem ein Arzt mit einer Art Maßband (genannt MUAC, Englisch für Mid Upper Arm Circumference) nachsieht, ob das Kind mangelernährt ist. Die Anzeige ist im roten Bereich. Das bestätigt, dass das Kind mangelernährt ist. Ich hatte dieses Maßband selbst in der Hand und war erschreckt, wie dünn der Arm sein muss, damit der MUAC im roten Bereich ist. © Save the Children

Warum kommt es zu Mangelernährung?

Gründe für Mangelernährung sind zum einen der fehlende Zugang zu Bildung und deren mangelnde Qualität. Nicht alle Menschen lernen, wie sie sich gesund ernähren können. Dazu kommt die Armut, welche es vielen Menschen nicht erlaubt, die richtigen Lebensmittel zu kaufen. Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten einen Tageslohn von 0,70€ und zu Hause warten Ihre zwei Kinder und Ihre Frau. Obwohl Sie täglich sehr hart arbeiten, verdienen Sie nicht genug Geld. Und einen besser bezahlten Job können Sie nicht finden, weil Sie früher nicht zur Schule gehen konnten. Von Ihrem Tageslohn würden Sie sich gern ein Brot kaufen, aber das Brot kostet 1€. Was machen Sie nun? Ihre Familie wartet auf Sie und Ihr eigener Magen schreit auch schon den ganzen Tag nach Essen. In dieser aussichtslosen Situation befinden sich viele Menschen jeden Tag. Solche Umstände wirken sich sehr schlecht auf Kinder und Jugendliche aus. Sie können lebenslange Defizite entwickeln, nachhaltig körperlich und geistig beeinträchtigt sein, oder sogar sterben.

Was können wir dagegen tun?

Mit dieser Frage haben wir uns beschäftigt und dazu unsere Präsentation für die Grüne Woche erarbeitet. Mit einem Rollenspiel versuchten wir das Thema Mangelernährung begreiflich zu machen. Für mich war das eine spannende Erfahrung. Die Menschen im Publikum haben uns sehr interessiert zugehört. Ich hatte das Gefühl, dass es den Zuhörern wirklich ans Herz ging. Nun hoffe ich natürlich, dass sie es ab jetzt besser zu schätzen wissen, dass wir hier in Deutschland mehr als genug zu essen haben und sie respektvoller mit ihrer Nahrung umgehen. Hoffentlich hat unser Beitrag den Besuchern einen guten Einblick gegeben, sodass sie nun etwas verändern wollen und auch werden.

Unsere Lösungsansätze

Wir haben einige Ideen entwickelt, wie wir die Menschen in Ländern, in denen Mangelernährung ein Problem ist, unterstützen können. Zum Beispiel sollten Kinder in der Schule kostenfreie Mahlzeiten bekommen. Außerdem sollte in die Bildung investiert werden, damit die Menschen später einen besseren Job finden und mehr Geld verdienen können, um sich und ihre Familie zu ernähren. Wir denken, dass es sehr hilfreich wäre, wenn schwangere Frauen medizinisch unterstützt und gesunde Lebensmittel erhalten würden, damit ihre Babys nicht mangelernährt zur Welt kommen. Hier in Deutschland können wir uns um die wenigen mangelernährten Kinder kümmern und respektvoller mit unserem Essen umgehen. Vielleicht können wir so einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass es den Kindern und Jugendlichen dieser Welt etwas besser geht und sie nicht so sehr unter Hunger und dessen negativen Folgen leiden.  

Zur Autorin: Paula ist 14 Jahre alt und absolviert für 3 Wochen ein Schülerpraktikum bei Save the Children Deutschland. Während ihres Praktikums konnte sie verschiedene Bereiche der Organisation kennenlernen, unter anderem auch die  Arbeit des Advocacy und Policy Teams, welches auf der Grünen Woche präsent war.

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