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Publisher Save the Children29.05.2019Kinderschutz

Childhood Index 2019: Vielen Kindern geht es besser, aber es bleibt viel zu tun

280 Millionen Kindern geht es besser als vor 20 Jahren - das zeigt unser dritter Global Childhood Report. Darin vergleicht Save the Children die aktuellsten Daten zur Lebenssituation von Kindern aus 176 Ländern und zeigt auf, welche Fortschritte für Kinder seit dem Jahr 2000 erreicht wurden. Außerdem untersucht der Bericht die wichtigsten Gründe, weshalb die Kindheit für Millionen junger Menschen weltweit weiterhin zu früh endet.

Mangelhafter Zugang zu Gesundheitsversorgung und guter Schulbildung, Fehlernährung, Kinderarbeit, Teenagerschwangerschaften und Gewalt – das alles sind Gründe, warum auch noch im Jahr 2019 die Kindheit von viel zu vielen Kindern weltweit gefährdet ist. Zwar haben Kinder, die heute geboren werden, bessere Chancen als jemals zuvor, gesund und in Sicherheit aufzuwachen, zur Schule zu gehen und ihr Potenzial entfalten zu können. Dennoch bleiben große Herausforderungen. Denn: Jedes vierte Kind hat keine Kindheit.

Alarmierende Situation für Kinder in Krisengebieten

Krieg und Konflikte stellen die größte Bedrohung für Kindheit dar und immer mehr Kinder leiden unter den Folgen. Die Zahl der weltweit Vertriebenen stieg in den letzten zwei Jahrzehnten um 80%, noch nie gab es so viele Geflüchtete wie heute. Kinder sind überproportional betroffen: Mehr als die Hälfte der Geflüchteten weltweit sind Kinder, obwohl Kinder 30 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Diese Kinder müssen dringend besser geschützt werden. Bitte unterschreiben auch Sie unsere aktuelle Petition. 

Jedes Kind hat das Recht auf eine Kindheit. Regierungen dürfen nicht tatenlos zusehen, wenn Kinder arbeiten müssen, verheiratet werden oder durch behandelbare Krankheiten sterben. Weltweit werden 690 Millionen Kinder ihrer Kindheit beraubt. Das sind 280 Millionen Kinder weniger als noch vor 20 Jahre, aber immer noch viel zu viele.

Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland


Kindersterblichkeit stark reduziert

Die Zahl der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren konnten weltweit fast um die Hälfte reduziert werden.

DIE VERBESSERUNGEN IM ÜBERBLICK

Im Vergleich zum Jahr 2000 gibt es heute:

  • 4,4 Millionen weniger Todesfälle im Kindesalter
  • 49 Millionen weniger Kinder mit Wachstumsstörungen aufgrund von Mangelernährung
  • 115 Millionen weniger Kinder, die keine Schule besuchen
  • 94 Millionen weniger Kinder, die arbeiten müssen
  • 11 Millionen weniger verheiratete Mädchen
  • 3 Millionen weniger Teenagerschwangerschaften
  • 12.000 weniger Kindstötungen

176 Länder auf dem Prüfstand

Mit 987 Punkten führt Singapur die Rangliste an. Das Land lag bereits im letzten Jahr auf Platz 1 der Länder, in denen Kindheit am wenigsten bedroht ist. Acht westeuropäische Länder und Südkorea belegen die restlichen der zehn vorderen Plätze: Alle erreichen hohe Bewertungen für Gesundheit, Bildung und den Schutz von Kindern. Deutschland konnte sich im Vergleich zumVorjahr von Platz 12 auf Platz 6 verbessern. Die letzten zehn Plätze belegen Länder in Subsahara-Afrika. In diesen Ländern erleben die wenigsten Kinder eine echte Kindheit. Die Zentralafrikanische Republik löst Niger als Schlusslicht des Rankings mit 394 Punkten ab.

Einige der ärmsten Länder der Welt zeigen die größten Fortschritte

25 Jahre nach dem Genozid in Ruanda ist die Sterblichkeitsrate der Kinder unter 5 Jahren um 79% gesunken. Ruanda hat seit dem Jahr 2000 außerdem die Quoten bei Kinderarbeit, Teenagerschwangerschaften und Kindsmorden halbiert. Sierra Leone hat die Zahl der Kinder, die gewaltsam vertrieben werden, um 99% reduziert: 2000 war es noch eines von 5 Kindern, heute ist es nur noch eines von 700. In Äthiopien gebären 41% weniger Teenager Kinder, 33% weniger Kinder sind unterentwickelt und 30% weniger Kinder werden ermordet. Obwohl Kinder im Niger nach wie vor sehr schlechte Lebenschancen haben, hat das Land relativ gesehen die größten Fortschritte von allen Ländern des Index gemacht: So ist z.B. die Kindersterblichkeitsrate der unter 5-Jährigen um 62% gesunken.

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