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Publisher Save the Children22.01.2018

Diphtherie-Ausbruch im Jemen: Kinder sind die Hauptleidtragenden

Im Jemen breitet sich mit der Diphtherie erneut eine lebensbedrohliche Krankheit aus. Es handelt sich um den schlimmsten Ausbruch seit mehr als zwei Jahrzehnten. Innerhalb der letzten fünf Monate gab es mehr als 716 Verdachtsfälle, 52 Menschen sind bereits an der gefährlichen Krankheit gestorben. Vor allem Kinder sind von der Infektion betroffen: 90 Prozent der Neuansteckungen treten bei Kindern unter 15 Jahren auf.

Save the Children hat im Jemen eine große Impfkampagne gegen Diphtherie gestartet / © Save the Children

Durch die Blockade Saudi-Arabiens können nicht die nötigen Hilfsmaßnahmen getroffen werden, um die gefährliche Infektionskrankheit einzudämmen. Der Hafen von Hodeidah bleibt für Nothilfegüter wie Nahrungsmittel, Medikamente, Treibstoff etc. geschlossen. Obwohl die landesweite Blockade im Dezember teilweise gelockert wurde, liegen die monatlichen Brennstoff- und Nahrungsmittelimporte Jemens deutlich unter dem Niveau, das für die Versorgung der Bevölkerung notwendig ist.

Der Treibstoffmangel hat die Preise in die Höhe getrieben und die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel verdoppelt. Deshalb können viele erkrankte Menschen nicht zu den wenigen noch funktionierenden Gesundheitseinrichtungen gelangen.

„Diphtherie ist hochgradig ansteckend, und es gibt so wenig Hilfe, dass Familien ihre Kinder Hunderte von Kilometern weit tragen, um zu uns zu kommen. Oft ist es leider zu spät und sie haben unterwegs andere Menschen infiziert. Gestern habe ich mit einer Mutter geweint, die ihr Kind verloren hat - es gab nichts mehr, was wir für ihre Tochter tun konnten, als sie hier ankam.

Die meisten Menschen sind nicht geimpft, und wir haben nicht den Vorrat an Impfstoffen, den wir für diesen Ausbruch benötigen. Die Blockade macht es unmöglich Spezialisten, Medikamente oder lebenswichtige Geräte wie Beatmungsmaschinen zu importieren, um kranke Kinder am Leben zu erhalten. Wenn nicht sofort gehandelt wird, können wir die Ausbreitung der Diphtherie nicht aufhalten“, warnt Dr. Mariam Aldogani, Mitarbeiterin von Save the Children im Jemen.

Save the Children hat in den Distrikten Hawak, Hali and Bait Alfaqeeh Impfkampagen gegen Diphtherie gestartet. Geimpft werden sollen etwa 19.000 Jungen und Mädchen im Alter zwischen zwei und sieben Jahren.

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