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Publisher Save the Children11.04.2019

Drohende Hungerkrise in Niger

In der Sahelzone droht aktuell eine Hungerkrise in ähnlicher Dramatik, wie sie sich seit dem vergangenen Sommer am Horn von Afrika abspielt. Die dritte Dürre innerhalb nur eines Jahrzehnts bedroht akut das Leben von elf Millionen Menschen. Besonders kritisch ist die Situation im westafrikanischen Niger.

Auch am Horn von Afrika warnten zahlreiche Hilfsorganisationen frühzeitig vor einer Hungerkrise. Eine Reaktion auf internationaler Ebene kam dennoch viel zu spät. Frühe Warnungen ernst zu nehmen und schnell zu handeln, bevor Kinder sterben, das ist nun in Niger wichtig. Die ostafrikanische Hungerkatastrophe darf sich in der westafrikanischen Region nicht wiederholen.

Rund 66 Prozent der Bevölkerung in Niger lebt unterhalb der Armutsgrenze. Das Land ist damit eines der ärmsten der Welt. Auch die Kindersterblichkeit ist eine der höchsten weltweit. Jedes sechste Kind stirbt noch vor seinem fünften Geburtstag – die Hälfte von ihnen an den Folgen chronischer Mangelernährung.

Dass auch 2011 der Regen ausblieb, hat diese ohnehin schwierige Situation nun verschlimmert. Die Ernteausfälle und der damit einhergehende Anstieg der Lebensmittelpreise führen dazu, dass die Menschen in Niger nicht mehr genug zu essen haben. Die politische Instabilität in den Nachbarländern beeinträchtigt zudem den grenzüberschreitenden Handel und somit den Import vieler Hauptnahrungsmittel. 

Erste Studien zeigen, wie sich die Krise bereits jetzt auf Kinder auswirkt: Sie werden aus der Schule genommen, um gemeinsam mit ihren Eltern zusätzlich Geld für Nahrungsmittel zu verdienen. Familien werden getrennt, da Eltern große Entfernungen auf sich nehmen müssen, um Arbeit zu finden. Um zu überleben, reduzieren Familien außerdem ihre täglichen Mahlzeiten auf nur eine pro Tag und verkaufen Teile ihres Hausstands.

Ein Save the Children - Mitarbeiter vor Ort warnt: "Die Prognosen für Niger sind schlecht. Kinder sind immer die Ersten, die unter den fatalen Folgen von Hunger und Mangelernährung leiden. Wenn wir jetzt handeln, können wir das unnötige Sterben von tausenden von Kindern verhindern - die Möglichkeit, diese Krise abzuwenden, wird jedoch nicht mehr lange bestehen. Wenn wir weiter warten, wird es für viele Kinder zu spät sein."

Seit den ausbleibenden Regenfällen helfen wir den Familien dabei, sich auf die bevorstehende Krise vorzubereiten. Im vergangenen Jahr konnten wir mit unseren Hilfsmaßnahmen mehr als 500.000 Kinder im Land erreichen. In den kommenden Monaten sollen es insgesamt 1,3 Millionen Menschen werden.

So wollen wir die verheerenden Auswirkungen auf Kinder verringern:

  • Wir arbeiten mit Gesundheitszentren und schulen das Personal in der Behandlung von Mangelernährung.
     
  • Wir stellen Medikamente und medizinisches Gerät bereit, zum Beispiel Waagen.
     
  • Wir versorgen die Menschen mit Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln wie der Erdnusspaste Plumpynut für mangelernährte Kinder.
  • Wir unterstützen Gemeinschaftsgärten für arme Familien, so dass sie wenigsten 90 Prozent ihres Kalorienbedarfs decken können.


Die Krisensituation wirkt sich auch auf den sozialen Alltag der Kinder aus. Wir helfen Betroffenen durch:

  • psychosoziale Unterstützung für Kinder in Gesundheitszentren
     
  • Aufklärungskampagnen für Kinder und Eltern zum Schutz vor Kindesmissbrauch, Ausbeutung und Gewalt
     

Um dramatische Ausmaße wie am Horn von Afrika zu verhindern, muss jedoch mehr geschehen. Dafür benötigen wir Ihre Unterstützung!

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