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Publisher Save the Children07.08.2019Ebola

Ebola: Geschichten aus dem Epizentrum

Heute jährt sich der Ausbruch der Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo – mindestens 1.600 Menschen fielen dem Virus bereits zum Opfer. Der britische Fotograf Hugh Kinsella Cunningham reiste ein Jahr nach dem Beginn der Ebola-Krise mit Save the Children in das zentralafrikanische Land und porträtierte infizierte Menschen, Ärzte und Helfer.

Zwei Menschen in Ebola-Schutzanzügen in DR Kongo.

Seine Bilder und Texte geben die Alltagserfahrungen der Betroffenen wieder. Kinder und Erwachsene beschreiben das Trauma, Freunde und Familie zu verlieren. Gesundheitsfachkräfte erzählen von der Schwierigkeit, inmitten des Konfliktgebietes im Osten des Landes das Leben von Millionen Menschen zu retten.

Ein Jahr nach Beginn der Krise ist kein Ende dieser tödlichen Epidemie in Sicht. Hier sind Kinder bereits unter der ständigen Bedrohung durch bewaffnete Gewalt aufgewachsen. Viele haben gesehen, wie Angehörige getötet, verletzt oder selbst angegriffen wurden. Jetzt sind sie mit einer der schrecklichsten Krankheiten der Welt konfrontiert.

Heather Kerr, Länderdirektorin von Save the Children in der Demokratischen Republik Kongo

Hugh Kinsella Cunningham reiste nach Beni und besuchte zwei Gesundheitseinrichtungen, die von Save the Children unterstützt werden. Er porträtierte auch die 62-jährige Charlotte*, die ihm erzählte, dass sie innerhalb von zwei Wochen ihre Tochter und ihren Enkel durch Ebola verlor.

Eine Frau, die ihre Tochter an Ebola verloren hat.

Es fing alles an, als meine Tochter zu mir nach Hause kam und sich krank fühlte. Wir gingen ins Krankenhaus, wo man uns sagte, es sei Ebola. Am nächsten Tag starb mein Kind, es war an einem Donnerstag. Meine Tochter war eine junge Frau und hatte schon drei Kinder.

Charlotte* verlor ihre Tochter und ihren Enkel durch Ebola.

Ebola-Virus einzudämmen ist kaum möglich



Ebola

Ebola zählt zu den tödlichsten Krankheiten der Welt. Seit dem Beginn der Epidemie vor einem Jahr haben sich in der Demokratischen Republik Kongo bereits etwa 2500 Menschen mit dem Virus infiziert, 1600 Menschen starben. Bei der aktuellen Epidemie sterben rund 70 % der Infizierten – die Quote ist deutlich höher als bei der Epidemie in Westafrika 2014/2015

Das Gesundheitspersonal steht indes vor der fast unmöglichen Aufgabe, das Virus einzudämmen. Misstrauen gegenüber den Helfern und die andauernde Gewalt in der Konfliktregion erschweren ihre Arbeit. Täglich riskieren die Helfer ihr Leben, indem sie in von Milizen kontrollierte Gebiete reisen, um Kranke zu versorgen und die Menschen über Schutzmaßnahmen aufzuklären. In diesem Jahr gab es fast 200 Angriffe auf das Gesundheitspersonal und Kliniken. Neben diesen Gefahren stoßen Ärzte und Pfleger immer wieder auch auf Ängste und Vorurteile. Viele Kinder denken, Ebola werde durch Impfungen übertragen. Derartige Gerüchte verhindern vorbeugende Maßnahmen und führen zu einer weiteren Verbreitung des Virus.


Mehr Mittel werden benötigt

"Wir sind an einem entscheidenden Moment angekommen. Die Welt muss uns jetzt zuhören“, betont Länderdirektorin Kerr. “Wir brauchen dringend mehr Mittel, um diese verheerende Ebola-Epidemie einzudämmen.“ Die Bilder des Fotografen Hugh Kinsella Cunningham tragen dazu bei, die Aufmerksamkeit auf diese Krise zu lenken. Save the Children unterstützt in der Demokratischen Republik Kongo Ärztinnnen und Ärzte und Helferinnen und Helfer im Kampf gegen Ebola.

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