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Publisher Save the Children26.04.2018

Ein Stück Alltag im Chaos – sichere Schutzzelte für Kinder in Haiti

Dicht an dicht drängen sich die Menschen auf dem Gelände einer Kirche mitten in Port-au-Prince. Wie hier sind nach dem Erdbeben vor einer Woche an hunderten Stellen spontane Notlager aufgeschlagen worden.

An Plätzen wie Tankstellen und Parks, die wie dieser Kirchhof weit entfernt von Hütten und Häusern liegen, die drohen, bei einem der Nachbeben in sich zusammenzukrachen und wieder Menschen unter sich zu begraben.

Auch Melody ist unter all den Kindern, die zusammen mit ihren Eltern – sofern sie noch am Leben sind – im Kirchhof Zuflucht gefunden haben. Hunger kennt die Fünfjährige gut. Den hatte sie auch vor dem Beben schon oft. Noch immer gibt es nicht genug zu Essen, um das kleine Mädchen satt zu machen. Aber wenigstens ein bisschen Wasser und grundlegende medizinische Versorgung. Was auch immer die Menschen aus ihren eingestürzten Häusern mitnehmen konnten, hier im Hof haben sie es zusammengetragen.

„Ich hatte Angst, als die Erde bebte“, erzählt Melody. „Ich habe versucht, wegzurennen, aber ich bin hingefallen. Am Ende konnte ich doch weglaufen. Aber jetzt habe ich Hunger. Seit letzter Woche sind wir hier im Hof. Wir haben kein Zelt, nichts zu Essen und kein Wasser. Manchmal bekommen wir von Freunden ein paar Lebensmittel.“

Save the Children hat im Kirchhof ein Schutzzelt aufgebaut. Hier können die Kinder spielen und malen. Außerdem haben sie einen Ort, an dem sie sicher sind: sicher vor den Gefahren der Stadt, die in Trümmern liegt, vor den vielen Nachbeben oder vor Menschen, die ihre Notsituation ausnutzen wollen. Und hier wird Melody in den nächsten Tagen zusammen andern Mädchen und Jungen wieder lesen und schreiben lernen. Ein Stück Alltag im Chaos. „Ich kann nicht mehr zur Schule gehen, möchte das aber so gerne“, sagt Melody. „Ich liebe die Schule und ich singe gerne. Aber wenn ich Erwachsen bin, möchte ich wie meine Mutter Krankenschwester werden.“

Save the Children wird heute weitere Schutzräume in der Nähe des Nationaltheaters errichten, weitere Zelte werden wir in den Auffanglagern aufbauen. Auch in der Stadt Jacmel sind Schutzzonen für Kinder geplant. Dazu bildet Save the Children 50 Sozialarbeiter fort, die die Mädchen und Jungen psychologisch betreuen.


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