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Publisher Save the Children18.12.2018

Flucht und Migration: Kinderrechte in Gefahr

Der 18. Dezember ist der Internationale Tag der Migranten. Umweltkatastrophen, Hunger, Krieg, politische oder wirtschaftliche Gründe zwingen Menschen, ihre Herkunftsländer zu verlassen. Save the Children setzt alles daran, Kinder in diesen Lebenssituationen besonders zu schützen.

© Lucia Zoro / Save the Children

Viele Kinder haben auf der Flucht vor gewaltsamen Konflikten oder nach einer Umweltkatastrophe fast alles verloren, was für sie bisher normal war. Ihre vertraute Umgebung, ihre Freunde, Familienangehörige, ihren Alltag. Sie müssen sich in einer völlig neuen Situation zurechtfinden und haben oft Schreckliches erlebt. Möglicherweise sprechen die Menschen um sie herum jetzt eine andere Sprache und ihre Eltern sind damit beschäftigt, das Leben neu zu ordnen.

Schutz- und Spielräume

Damit Kinder in ihrer neuen Umgebung ankommen können, versucht Save the Children mit der Einrichtung von Schutz- und Spielräumen Struktur und Stabilität in das Leben der Kinder zurückzubringen und ihnen eine Auszeit zu ermöglichen. So können Kinder wieder zu einer Routine finden und mit anderen Jungen und Mädchen zusammenzukommen. Dabei bieten die Räume nicht nur physischen Schutz, sondern auch einen Ort emotionalen Halts. Hier können sich die Kinder im Spiel ausdrücken oder sich unseren Mitarbeitern anvertrauen. 

Lernen nach der Katastrophe

Nach Umweltkatastrophen wie zuletzt dem Erbeben und Tsunami in Indonesien, bei der mehr als 2.000 Menschen ums Leben kamen, arbeitet Save the Children eng mit lokalen Partnern zusammen, um der Bevölkerung in den betroffenen Regionen so schnell wie möglich zu helfen. Durch den Aufbau temporärer Lernzentren stellen wir sicher, dass Kinder weiter lernen können. Das ist nicht nur wichtig für ihre kognitive Entwicklung, sondern gibt ihnen auch Routine und Halt in der Ungewissheit. Da viele Regionen in Asien immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht werden, versucht Save the Children schon vor dem möglichen Unglück mit Schulen und Gemeinden zusammenzuarbeiten, Risiken zu identifizieren und zu minimieren und die Katastrophenvorsorge in den Schulplänen zu verankern. 

Familienzusammenführung

Wenn deine Kinder nicht bei dir sind, fehlt ein Teil von dir. 

Grace Anzoa wurde in den Wirren des Bürgerkriegs im Südsudan von ihren Töchtern Abi und Rebecca getrennt. Zwei lange Jahre wusste sie nicht, ob ihre Kinder noch leben. Save the Children tat alles, um die Familie wiederzuvereinen.

Wenn sich eine Krisensituation wie im Südsudan derart zuspitzt, beginnen unsere Teams sofort mit der Hilfe für Kinder und Jugendliche, die von ihren Eltern getrennt wurden. Insbesondere Kinder, die ganz allein sind, benötigen dringend Schutz. „Ohne ihre Familien ist die Gefahr für die Kinder noch größer“, sagt Julia Burmann, Kinderrechtsexpertin bei Save the Children. „Sie wissen oft nicht, wohin, manche sind traumatisiert oder verletzt. Ohne Betreuung können sie auch Opfer von Missbrauch werden. Sie brauchen so schnell wie möglich Schutz, zunächst etwa durch eine Pflegefamilie.“ Oft nehmen Flüchtlinge aus dem gleichen Dorf oder aus der entfernten Verwandtschaft ein Kind auf. 

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