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Publisher Save the Children26.04.2018

Flüchtlingswelle in Côte d´Ivoire

Seit den Wahlen Ende November 2010 spitzt sich die Lage in dem westafrikanischen Land Côte d’Ivoire zu. Noch immer weigert sich Expräsident Laurent Gbagbo den Wahlsieg seines Herausforderers Alassane Ouattara anzuerkennen.

Alle Vermittlungsversuche der Vereinten Nationen und afrikanischer Nachbarländer blieben bisher erfolglos, die gewaltsamen Ausschreitungen zwischen den jeweiligen Parteianhängern nehmen zu. Neueste Schätzungen gehen von mehr als einer Million Flüchtlingen aus, mindestens 500.000 davon sind Kinder. Es wird vermutet, dass unter den ersten Todesopfern auch Kinder sind. Save the Children ist über die aktuellen Entwicklungen in dem afrikanischen Land sehr besorgt und bereitet sich auf weitere Nothilfemaßnahmen vor.

„Die Gewalt nimmt vor allem in Abidjan und im Westen des Landes immer mehr zu. Jeden Tag fliehen Familien aus Angst vor Übergriffen“, erklärt Giuliano Vascotto, Einsatzleiter von Save the Children vor Ort. „Die schlechte Sicherheitslage erschwert die Arbeit von Hilfsorganisationen wie Save the Children. Derzeit konzentrieren wir uns auf die Versorgung der vertriebenen Familien.“

Viele Menschen mussten ihr Zuhause überstürzt verlassen, um bei Verwandten und Freunden in den noch friedlichen Regionen unterzukommen. Oft mussten sie ihren gesamten Besitz zurücklassen. Unser Team verteilt nun Haushaltswaren, Seife, Handtücher und Decken an die betroffenen Kinder und ihre Eltern.

„Ein Junge hat erzählt, dass er durch die Wälder fliehen musste, da der Weg über die Straßen zu gefährlich war. Ein siebenjähriges Mädchen trug ihren kleinen Bruder auf dem Rücken durch die Felder, als sie und ihre Familie vertrieben wurden“ erzählt Giuliano Vascotto. „Diese Familien haben alles verloren – unsere Aufgabe ist es nun sie mit dem Nötigsten auszustatten.“

Save the Children arbeitet seit 1996 in Côte d’Ivoire. Seit Beginn der Unruhen versuchen unsere Kollegen vor Ort vor allem durch Aufklärungsmaßnahmen die flüchtenden Familien zusammenzuhalten. So sollen beispielsweise schon Kleinkinder ihren Namen lernen und eine Telefonnummer bei sich tragen, falls sie von ihren Eltern getrennt werden. Die Mütter und Väter werden darauf hingewiesen, dass sie kleine Kinder auf der Flucht immer an der Hand nehmen sollen und stets über den aktuellen Aufenthaltsort ihrer Kinder Bescheid wissen müssen. Durch diese einfachen Maßnahmen will Save the Children verhindern, dass die ohnehin verängstigten Mädchen und Jungen von ihren Eltern getrennt werden und hilflos der Gewalt in den Straßen ausgesetzt sind.

Bitte helfen Sie jetzt den Kindern und ihren Familien in Côte d’Ivoire!

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