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Publisher Save the Children26.04.2018

G8: Unser Appell zur Ernährungssicherung

Obwohl genug Nahrungsmittel produziert werden, geht jeder siebte Mensch abends hungrig ins Bett. Mangelernährung ist verantwortlich für jeden dritten Todesfall bei Kindern unter 5 Jahren. Die G8-Initiative zur Ernährungssicherung ist dabei ein begrüßenswerter Schritt. Bob Geldorf, Howard G. Buffett und viele andere Prominente unterstützen mit einem offenen Brief den Appell an die G8-Staaten.

Die globale Ernährungssicherheit ist durch wachsende Verteilungsungleichheit, veränderte Agrarnutzungen und extremen Klimaschwankungen stark gefährdet. Vor allem arme und besonders verletzliche  Bevölkerungsgruppen, wie beispielsweise die Dürreopfer am Horn von Afrika, sind von diesen Entwicklungen am meisten getroffen. Weltweit leiden schon jetzt etwa 170 Millionen Kinder an irreversiblen körperlichen und geistigen Entwicklungsstörungen - eine der dramatischsten Folgen chronischer Unterversorgung mit vollwertigen Lebensmitteln. Politische Entscheidungsträger können die richtigen Weichen stellen, um Hunger und Mangelernährung nachhaltig zu bekämpfen.

Der anstehende G8-Gipfel ist dabei entscheidend, um den globalen Kampf gegen Nahrungsmittelunsicherheit und Mangelernährung voranzutreiben. Wir begrüßen, dass die G8-Staaten eine neue Initiative zur Ernährungssicherung entwickeln, die sich auf das Aufstocken von Investitionen, Armutssenkung und mehr Nahrungsmittelsicherheit konzentriert.

Aber das ist noch nicht genug! Derzeitige Pläne zielen auf landwirtschaftliches Wachstum, welches wichtig ist, aber allein nicht ausreicht, um sicherzustellen, dass die richtigen Nahrungsmittel alle Bedürftigen erreichen. Eine bessere und größere Initiative zur Nahrungsmittelsicherheit ist entscheidend. 

G8-VertreterInnen müssen jetzt größeres Engagement zeigen. Unsere Forderungen an die Vertreter der G8-Staaten:

  • Jahrzehntelange Unterinvestionen in Kleinbauern und Ernährungsprogramme müssen beendet werden. Die G8-Staaten müssen sich dazu verpflichten, öffentliche Gelder für Ernährungssicherung auch nach dem Ablauf der L’Aquila Initiative von 2009 bereitzustellen. Dabei muss die Unterstützung für weibliche Kleinbäuerinnen, nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken und erwiesene Lösungen zur Reduzierung von Mangelernährung, priorisiert werden.
     
  • G 8-VertreterInnen müssen klare Ziele formulieren und die dafür notwendige Finanzierung sichern, um 50 Millionen Menschen aus der Armut zu verhelfen und mindestens 15 Millionen Kindern vor den verheerenden Folgen chronischer Mangelernährung zu schützen.
     
  • Öffentliche und private Investitionen müssen auch Kleinbauern und - bäuerinnen zugute kommen und deren Entwicklung nachhaltig fördern.

2012 ist ein entscheidendes Jahr. Eine dramatische Hungerkrise erstreckt sich von Somalia bis nach Senegal. Die Nahrungsmittelpreise bleiben hoch und volatil. Fast 1 Milliarde Menschen leiden Hunger! Die G8-Staaten haben entschieden, dagegen vorzugehen. Es ist höchste Zeit mit klaren und gerechten Plänen und Zusagen zu handeln!

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