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Publisher Save the Children12.05.2020Kinderrechte

Genitalverstümmelung im Sudan endlich unter Strafe gestellt

Nachdem Save the Children im Sudan jahrelang für mehr Schutz von Mädchen und jungen Frauen vor weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) gearbeitet hat, wurde im Mai Artikel 141 des sudanesischen Strafgesetzes verabschiedet. Es stellt die grausame Praktik endlich unter Strafe.

Mit Rasierklingen wie dieser werden Mädchen illegal beschnitten. Im Sudan ist diese grausame Praktik endlich unter Strafe gestellt. © Hana Adcock / Save the Children

Die Verabschiedung ist ein wichtiger Schritt der sudanesischen Übergangsregierung, ihrer internationalen Verpflichtung zum Schutz der Rechte von Mädchen im Sudan nachzukommen und wird die Lebensumstände von Millionen von Mädchen und Frauen entscheidend verbessern.

Weibliche Genitalverstümmelung ist eine schwerwiegende Verletzung grundlegender Menschenrechte und der körperlichen Unversehrtheit von Mädchen und Frauen. Die Einführung des Gesetzes ist ein großer Schritt zur vollständigen Ausrottung der Praxis.

Arshad Malik, der Landesdirektor von Save the Children im Sudan


Was ist FGM?

FGM steht für 'female genitale mutilation' (weibliche Genitalverstümmelung) und bezeichnet die vollständige oder teilweise Entfernung der weiblichen äußeren Genitalien. FGM kann eine Reihe von Gesundheitsproblemen verursachen, wie z.B. schwere Blutungen, Probleme beim Wasserlassen, Zysten und Infektionen, sowie Komplikationen bei der Geburt und ein erhöhtes Risiko für den Tod eines Neugeborenen.

Da weibliche Genitalverstümmelung nach wie vor in kulturelle und soziale Normen eingebettet ist, müssen die Bemühungen fortgesetzt werden, das Bewusstsein der Bevölkerung in diese Richtung weiter zu schärfen. Darüber hinaus müssen Gesetzeshüter, Richter und Gemeindevorstände im Sudan für das neue Gesetz sensibilisiert und geschult werden, um seine wirksame Umsetzung zu gewährleisten. Save the Children wird die sudanesische Regierung in ihren Bestrebungen diese Praxis zu verhindern und zu kriminalisieren weiterhin unterstützen. Weiterhin werden insbesondere Programme zur Prävention und zum Schutz vor FGM angeboten und das Bewusstsein für die Auswirkungen von Genitalbeschneidungen auf Mädchen geschärft, um diese Praxis ein für alle Mal abzuschaffen.


Weitverbreitetes Leid

Weibliche Genitalverstümmelung ist im Sudan äußerst verbreitet. 87 Prozent der sudanesischen Frauen im Alter zwischen 14 und 49 Jahren wurden in irgendeiner Form einer FGM unterzogen. Die Bemühungen von Menschenrechtsgruppen, darunter Save the Children, haben jedoch zu einem starken Rückgang der Praxis bei Mädchen unter 14 Jahren geführt. Die vier sudanesischen Bundesstaaten mit der höchsten GGM-Rate haben in den letzten Jahren ebenfalls Gesetze eingeführt, die diese Praxis kriminalisieren.

FGM verletzt das Recht auf Gesundheit, Sicherheit und körperliche Unversehrtheit von Mädchen sowie das Recht, nicht Opfer unmenschlicher oder erniedrigender Behandlungen, Folter und Grausamkeit zu sein, und in vielen Fällen auch das Recht auf Leben. Mädchen sollten dieser Verletzung ihrer Menschenrechte nicht länger ausgesetzt sein, das auf kulturellen Praktiken beruht, die tief in der Ungleichheit der Geschlechter verwurzelt sind.

Eric Hazard, politischer Direktor für panafrikanische Kampagnen bei Save the Children

Save the Children wird den Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung weiter fortsetzen. Strengere Gesetze sind dabei ein sehr wichtiger erster Schitt, um die Einstellung und das Verhalten der Gemeinschaften gegenüber FGM zu ändern und Mädchen und Frauen zu schützen. 

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