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Publisher Save the Children26.04.2018

Hilfe, die bei den Menschen ankommt

Knapp zwei Wochen nach dem Erdbeben in Haiti verteilt Save the Children weiter dringend benötigte Hilfsgüter an Kinder und ihre Familien. Tausende Familien erhielten Haushalts- und Hygiene-Sets mit Seife, Desinfektionsmittel, Kochtöpfen, Eimern und Handtüchern, außerdem Lebensmittel und Trinkwasser.

Auch die neunjährige Andrise hat sich mit ihren Eltern in die Schlange vor einem der vielen Notlager in Port-au-Prince, im Stadtteil Carrefour Feuilles gestellt. „Heute Morgen kam Save the Children und hat uns einige Sachen gegeben, die wir brauchen. Wir hatten die Hoffnung schon verloren, dass uns irgendjemand hilft“, erzählt das kleine Mädchen.

Bisher konnte Save the Children Nothilfe für über 100.000 Menschen leisten. Wir haben elf Schutzzelte für mehr als 3.600 Kinder aufgebaut. Dort sind Mädchen und Jungen sicher vor Gefahren durch Nachbeben oder Menschenhändler, können Spielen und Lernen und werden psychologisch betreut. Die Zelte befinden sich vor allem in Notlagern in Port-au-Prince und Jacmel, auch im zerstörten Stadtteil Carrefour Feuilles. Der Aufbau weiterer Schutzzelte ist geplant.

Adrise hat durch das Erdbeben Freunde und Verwandte verloren. „Ich bin sehr traurig, weil viele meiner Cousins gestorben sind. Auch einer meiner Onkel ist tot. Ich kenne so viele Leute, die gestorben sind, als ihre Häuser zusammenstürzten.“ Die Überlebenden der Katastrophen sind traumatisiert und brauchen psychologische Betreuung ebenso wie medizinische Hilfe.

In zwei mobilen Krankenstationen versorgen wir jeden Tag bis zu 200 Patienten. Außerdem verteilen wir Medikamente und medizinisches Gerät an Krankenhäuser. Die Verbesserung der sanitären Bedingungen ist ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit. Hierzu zählt der Wiederaufbau und Neubau von Latrinen und das Einrichten von Waschplätzen. Außerdem fordern wir junge Mütter auf, ihre Kinder ausschließlich zu stillen und nicht mit Babynahrung zu versorgen, die aus Mangel an sauberem Wasser mit verunreinigtem Wasser angerührt werden müsste. Das schützt die Säuglinge besser vor Infektionskrankheiten.

Adrise ist zusammen mit ihren Eltern, ihrer Mutter und ihrem Stiefvater, im Notlager untergekommen. Hunderte Kinder irren noch immer ohne Verwandte durch die Straßen von Port-au-Prince. Deshalb haben wir mit der systematischen Suche nach Angehörigen von allein aufgefundenen Kindern begonnen. Die Mädchen und Jungen werden registriert und in speziellen Zentren versorgt, bis wir Verwandte gefunden haben. Save the Children warnt  ausdrücklich vor übereilten Adoptionen von Kindern aus Haiti, solange nicht vollständig geklärt sind, ob diese verwaist sind. Das kann nach Katastrophen Monate, in Einzelfällen sogar Jahre dauern.

Als einzige Nichtregierungsorganisation leitet Save the Children zusammen mit der UN den Bereich Bildung im Katastrophensituationen. Nach Katastrophen wie dem Beben in Haiti müssen Mädchen und Jungen schnellstmöglich wieder zur Schule gehen oder in Notschulen, z.B. Zelten lernen. So finden sie schneller zu einem routinierten Alltag zurück und können mit Gleichaltrigen über ihre Erlebnisse reden.

Wie lange Adrise in ihrer Notunterkunft bleiben muss, weiß sie nicht: „Ich möchte gern woanders hin, an einen besseren Ort zum Leben, wo es etwas zu essen gibt und andere Sachen, die wir brauchen.“

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