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Publisher Save the Children26.04.2018

Hungerkatastrophe in Niger: 1,2 Mio. Kinder sind bedroht

Nach massiven Ernteausfällen im vergangenen Jahr droht Niger eine schwere Hungerkatastrophe. 1,2 Millionen Kinder sind unterernährt, 378.000 drohen zu verhungern. „Die Welt darf nicht warten bis Tausende Kinder sterben. Wir müssen jetzt sofort handeln“, so Gareth Owen, Katastrophenhilfe-Koordinator von Save the Children.

Nach Angaben der Regierung Nigers sind fast 60 Prozent der 15 Millionen Einwohner von der Hungerkrise bedroht. Niger ist das ärmste Land Afrikas. Eines von sechs Kindern stirbt noch vor seinem fünften Geburtstag.  

Die ausgebliebene Regenzeit, eine extrem schlechte Ernte und die drastisch gestiegenen Preise für Lebensmittel auf dem Weltmarkt, verschärfen die ohnehin schlechte Versorgung der Menschen. Die Preise für Lebensmittel sind um 30 Prozent gestiegen. Die ärmsten Familien müssen bereits die Anzahl der täglichen Mahlzeiten verringern. Viehzüchter sind gezwungen ihr Vieh zu Tiefstpreisen zu verkaufen, um ihr Überleben zu sichern.

„Dies ist erst der Anfang der Krise“, warnt Gareth Owen. Den Höhepunkt der Hungerkatastrophe  erwartet Save the Children im Juni oder Juli. „Es ist ein Weckruf für die internationale Gemeinschaft.“ Bereits vor fünf Jahren war Niger von einer massiven Hungersnot betroffen. Damals zögerten die nigrische Regierung und die Geberländer lange. Hilfsgelder flossen erst, als die Bilder von abgemagerten Kindern um die Welt gingen.

Save the Children arbeitet seit 2005 in Niger. Wir sind in den am stärksten betroffenen Regionen, in Maradi, Zinder und Diffa im Süden des Landes aktiv. Wir versorgen Kinder, die an Unterernährung leiden und ermöglichen Familien Zugang zu Gesundheitsversorgung. Im Rahmen unseres „Sicherheitsnetz“ Projekts erhalten Familien finanzielle Unterstützung. Von dem Geld können sie Nahrungsmittel kaufen und damit die grundlegende Versorgung ihres Haushalts sichern.

Unsere Hilfe besteht aber nicht nur in der kurzfristiger Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln. Ziel ist es, nachhaltig Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Wir helfen  den Menschen, nachhaltig zu wirtschaften und sie besser auf Umweltkatastrophen wie Dürren vorzubereiten. Außerdem unterstützen wir die Regierung dabei, ein Frühwarnsystem zu entwickeln, mit dem man Versorgungsengpässe und Notlagen schneller erkennen und bekämpfen kann.  

 

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