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Publisher Save the Children26.04.2018

Irak: Der Überlebenskampf der Flüchtlinge

Die Gewalt im Irak zwingt hunderttausende Familien, ihre Häuser zu verlassen und Schutz in Schulen, Parks oder leer stehenden Gebäuden zu suchen.

Viele Aufnahmestädte haben die Grenze ihrer Belastbarkeit erreicht – die Bevölkerung der kurdischen Stadt Sharya hat sich beispielsweise innerhalb weniger Wochen verdreifacht. Menschen wie der vierfache Vater Mahir leben unter katastrophalen Bedingungen.

Mahir wohnt mit acht anderen Familien in einem Haus mit zwei Zimmern. Doch das Haus hat für die insgesamt 40 Personen keinen Platz, deshalb müssen die meisten auf dem Dach schlafen. „Wir sind zwar dankbar, dass wir dieses Bauernhaus haben, aber die Bedingungen hier sind wirklich sehr schlecht“, sagt Mahir. Mahir und seine Familie waren sechs Tage lang im Sinjar Gebirge gefangen, als die Stadt von bewaffneten Gruppen angegriffen wurde.

Mahirs Brüder seien immer noch dort gefangen und er befürchtet, dass sie vom Militär entführt wurden: „Wir denken pausenlos an unsere Verwandten, die nicht hier sind. Meine Nichten und Neffen vermissen ihre Väter sehr.“ Bevor sie flohen, konnten sie noch einen Sack voller Mehl mitnehmen, um damit Brot zu backen. Das Mehl reichte bis zum fünften Tag. Jetzt leiden sie erneut unter Nahrungsmangel. “Ohne das Mehl wären wir wohl gestorben, aber in den letzten Tagen haben wir nichts mehr zu Essen“, sagt Mahir. „Wir kämpfen wieder ums Überleben. Wir schlafen auf sehr dünnen Matten auf dem Boden, es gibt keine Kissen oder Decken. Wir haben einen kleinen Ofen für acht Familien. Wir haben nicht genug Wasser, Nahrung, Gas oder Öl.”

Von den 1,4 Millionen Flüchtlingen benötigen mehr als 400.000 Menschen dringend Hilfe – 200.000 von ihnen sind Kinder.

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