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Publisher Save the Children12.12.2018

Jemen: Über 20 Millionen Menschen hungern

Hunderttausende Menschen sind im Jemen akut vom Hungertod bedroht. Unzählige sind bereits gestorben. So die dramatische Bilanz von Mark Lowcock, UN-Nothilfekoodinator. Inzwischen seien 152 von 333 Bezirke im Jemen betroffen. Besonders die Kinder leiden unter extremer Mangelernährung und fehlender Gesundheitsversorgung.

Nach Schätzung von Save the Children sind bereits 85.000 Kinder seit dem Kriegsbeginn im Jahr 2015 an extremem Hunger gestorben. Tag für Tag steigt diese schreckliche Zahl an. 

„Verhungernde Kinder sind oft zu schwach zum Weinen und die Verzweiflung von Eltern, die mitansehen müssen, was mit ihren Kindern passiert, ist kaum zu ermessen“, berichtet Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children, die selber im Jemen war.

Saudi-Arabien und Iran führen seit mehr als drei Jahren einen erbitterten Stellvertreterkrieg. Alle Bemühungen, einen dauerhaften Waffenstillstand zu erreichen, sind bislang gescheitert. Auch die jüngsten Friedensgespräche in Stockholm haben noch keinen Durchbruch gebracht. Den Preis zahlt die Bevölkerung im Jemen.

Unschuldige Kinder sind die Leidtragenden. Eine politische Lösung dieses Konflikts ist dringend nötig. Eine bessere Versorgung der Bevölkerung mit Hilfsgütern muss ermöglicht werden so schnell es geht – jedes einzelne Kind, das verhungert, ist eines zu viel.

Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland

Zwei Drittel der Bevölkerung direkt betroffen

20 Millionen Menschen haben laut UN inzwischen größte Schwierigkeiten, an ausreichend Lebensmittel zu gelangen. Save the Children und andere Hilfsorganisationen gehen inzwischen von rund 22 Millionen Betroffenen aus. Dies sind über zwei Drittel der jemenitischen Bevölkerung. Die Lage habe sich gegenüber 2017 nochmals akut verschlechtert, so der UN-Nothilfekoordinator Lowcock. Die UN schätzt, dass 2019 vier Milliarden Dollar (rund 3,5 Mrd. Euro) erforderlich seien, um dringende Nothilfe ins Land zu bringen. 

In dem ärmsten Land auf der arabischen Halbinsel leben rund 30 Millionen Menschen. Die Hälfte aller Kinder im Jemen gilt als unterentwickelt. Die Vereinten Nationen betonen, dass die Versorgung mit Lebensmitteln, Benzin und Hilfsgütern täglich schwieriger werde. Durch den anhaltenden Krieg explodieren die Lebensmittelpreise. Zudem fehlt es an sauberem Wasser und sanitären Anlagen. Dies verschärft die gesundheitlichen Risiken.

Unsere Arbeit vor Ort

Save the Children arbeitet seit 1963 im Jemen, unter anderem in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Bildung und Kinderschutz. Seit der Konflikt im März 2015 eskaliert ist, haben wir mehr als drei Million Menschen mit unserer Nothilfe erreicht – darunter mehr als 1,5 Millionen Kinder. Wir sind weiter vor Ort - und wir müssen unsere Arbeit dringend ausweiten. 

Bitte unterstützen Sie unsere Nothilfe im Jemen mit Ihrer Spende!

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