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Publisher Save the Children09.12.2019Klimawandel

Kenia: Tausende Kinder müssen vor Überschwemmungen fliehen

Außergewöhnlich starker Regen nach einer langen Dürreperiode hat in Kenia zu schweren Überschwemmungen geführt. Seit Oktober wurden dadurch tausende Kinder in die Flucht getrieben. Mindestens 120 Menschen kamen bereits ums Leben.

Nach langer Dürreperiode hat Starkregen in Kenia vielerorts zu großen Überschwemmungen geführt.

Die Situation könnte sich weiter verschärfen, denn in der kommenden Woche wird mit neuen Niederschlägen gerechnet. Save the Children warnt eindringlich vor den humanitären Folgen derartiger Wetterextreme, darunter die Ausbreitung von Krankheiten, und fordert die Teilnehmer der UN-Klimakonferenz in Madrid zu Maßnahmen gegen den Klimawandel auf.

Die Staats- und Regierungschefs, die diese Woche auf der UN-Klimakonferenz in Madrid zusammenkommen, müssen zusammenarbeiten und sich zu weitreichenden Maßnahmen verpflichten, um die Auswirkungen der Klimakrise auf Kinder zu verringern und ihre Zukunft zu sichern.

Moses Emalu, Koordinator für humanitäre Hilfe von Save the Children Kenia

Starkregen folgt auf lange Dürreperiode

"Der aktuelle Starkregen folgte auf zwei ausgebliebene Regenzeiten, die zu starker Dürre führten“, sagt Moses Emalu, Koordinator für humanitäre Hilfe von Save the Children Kenia. „Er ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie die Klimakrise Kinder in Kenia trifft. Kinder sind hier multiplen Risiken ausgesetzt, nicht zuletzt ihrem Tod oder schweren Verletzungen durch die ansteigenden Fluten. Da weitere Regenfälle vorhergesagt sind, besteht die Gefahr des Ausbruchs von über Wasser übertragbaren Infektionskrankheiten. Die vertriebenen Kinder benötigen dringend Zugang zu Nahrung, sauberem Wasser und Unterkünften.

Mindestens 120 Menschen kamen durch die Überschwemmungen bereits ums Leben, 72 von ihnen starben bei Erdrutschen im Bezirk West Pokot an der Grenze zu Uganda. Durch Stürme wurden Wohnhäuser, Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Infrastruktur zerstört. Die Basisversorgung der Bevölkerung ist in mindestens 32 der 47 kenianischen Bezirke unterbrochen. Save the Children unterstützt Familien in den Bezirken Turkana, Mandera, Garissa und Wajir, die zunächst von anhaltender Dürre und nun von den verheerenden Überschwemmungen betroffen sind.  

So hilft Save the Children

Save the Children leistet in Kenia Soforthilfe durch: 

  • Transport von Trinkwasser in die betroffenen Gebiete.
  • Psychosoziale Unterstützung für die betroffenen Kinder sowie entsprechende Schulung von Lehrern und Freiwilligen.
  • Impfung und Behandlung von Nutztieren gegen durch Wasser übertragene Krankheiten.
  • Verteilung von Hygienekits mit Seife, Decken, Küchenmaterial, einem Eimer und einem Kanister.
  • Kampagnen zur Förderung der Hygiene in Gebieten mit Choleraausbrüchen.

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