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Publisher Save the Children26.04.2018

Kinder im Krisengebiet Côte d'Ivoire

„In den letzten Jahren habe ich in vielen verschiedenen Krisengebieten gearbeitet. Ich war während des Krieges in der DR Kongo, nach dem Zyklon in Myanmar, während der Hungerkrise im Niger, nach dem Erdbeben in Haiti. Aber was ich hier erlebe ist anders“, so Colin Crowley, Mitarbeiter von Save the Children in Côte d’Ivoire.

Ein Augenzeugenbericht

„Diese Katastrophe „existiert“ irgendwie nicht. Kaum ein Kamerateam verirrt sich in den Westen des Landes, selten schreiben Zeitungen über das unvorstellbare Leid, in dem die Flüchtlinge hier leben“. Seit der Gefangennahme des Ex-Präsidenten Laurent Gbagbo ist die Flüchtlingskatastrophe auch in Deutschland annähernd aus den Medien verschwunden.

An der dramatischen Situation für die Menschen in den Flüchtlingslagern im Westen des Landes hat sich allerdings kaum etwas geändert. Noch immer gibt es zu wenig Nahrungsmittel und Trinkwasser – es fehlt an Medikamenten. In der sengenden Hitze leben tausende Familien und Kinder zusammengedrängt auf engstem Raum. Viele der Mädchen und Jungen wurden auf der Flucht Zeugen unvorstellbarer Gräueltaten.

 

 

Über eine Million Menschen mussten in den vergangenen Monaten fliehen, mehr als die Hälfte von ihnen waren Kinder

Save the Children konnte am vergangen Dienstag sechs Tonnen Medikamente und medizinische Hilfsmittel für die Versorgung von 40.000 Vertriebenen in die Region Man einfliegen.  Darunter dringend benötigte Arzneimittel für die Versorgung von schwangeren Frauen, jungen Müttern und Kindern. Die Hilfslieferung enthält Malariamedikamente, Antibiotika und Geburtssets mit sterilen Handschuhen, Unterlagen und desinfizierender Handseife.
Doch trotz aller Bemühungen laufen die Hilfsmaßnahmen in Côte d’Ivoire nur schleppend. Es fehlt an Spendengeldern und politischem Interesse – beides abhängig von der Präsenz einer Katastrophe in den Medien.

Unser Kollege Colin Crowley schreibt aus Duekoue: „Diesen Sonntag feiern wir Ostern. In meiner Heimat England ist der Höhepunkt des Festes, vor allem für die Kinder, natürlich die Suche nach dem leckeren Schokoladenhasen. Das einzigartige Zusammenspiel von Ölen, Zucker und Kakao fasziniert die Menschheit seit Jahrhunderten. In dem kurzen Moment, in dem die neurologische Botschaft des Genusses von ihrer Zunge zu ihrem Gehirn wandert sind sie, auch wenn es ihnen nicht bewusst ist, direkt mit den Menschen hier im Krisenland Côte d’Ivoire verbunden.“ Mehr als die Hälfte des in Deutschlands zu Schokolade verarbeiteten Kakaos kommt aus Côte d’Ivoire.   

„Es liegt in der Natur des Menschen nach den Erklärungen für Ereignisse wie dem in Côte d’Ivoire zu suchen. Zusammenhänge zwischen Politik, Militär und wirtschaftlichem Interesse bieten uns Anhaltspunkte über vermeintliche Schuld. Als humanitäre Helfer müssen wir diese Überlegung überspringen. Es geht nicht darum, wie es zu dieser Situation kam – es geht darum den Opfern dieses Krieges zu helfen. Es geht darum, sie mit dem Überlebenswichtigen zu versorgen, ihre Würde zu sichern und ihnen die Chance auf Zukunft zu geben“ erklärt Colin weiter.


Unser Einsatz

Save the Children arbeitet seit 15 Jahren in Côte d’Ivoire, hier besser bekannt als Elfenbeinküste. Seit Beginn der Ausschreitungen November 2011 versorgen unsere Teams vor Ort die betroffenen Familien.  


Bitte helfen Sie den Kindern und Ihren Familine in Côte d’Ivoire jetzt mit Ihrer Spende!

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