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InterviewFluchtDeutschlandPublisher Save the Children26.01.2023Interview

Kinder und Familien mit Fluchterfahrung traumasensibel begleiten

In Deutschland arbeiten viele Haupt- und Ehrenamtliche mit geflüchteten Kindern und ihren Familien zusammen, die nicht selten traumatisierende Erfahrungen gemacht haben. Mit unseren zweitägigen Trainings zur psychosozialen Unterstützung geflüchteter Kinder und Familien hat Save the Children ein deutschlandweites Angebot geschaffen, das Fachkräfte und Ehrenamtliche bei ihrer täglichen Arbeit unterstützt.

Trainingsteilnehmde im Sommer 2022 © Karo Kraemer / Save the Children

Bauchschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Alpträume – Traumata äußern sich bei Kindern auf verschiedene Arten und Weisen. Gerade Kinder, die aus ihrer Heimat flüchten mussten, haben oft schreckliches erlebt und sind psychisch stark belastet. Für Ehrenamtliche oder Fachkräfte stellt sich oft die Frage, wie sie diesen Kindern bestmöglich begegnen können.

Suha Naser und Anja Renner von Save the Children Deutschland verantworten das Projekt ‚Trainings zur psychosozialen Unterstützung geflüchteter Kinder und Familien‘ und beantworten uns ein paar Fragen.

1. Was beinhalten die angebotenen Trainings?

Anja Renner: Unser Training behandelt die Themen Psychologische Erste Hilfe, Traumasensible Arbeit und Selbstfürsorge. Psychologische Erste Hilfe für Kinder vermittelt Fähigkeiten und Kompetenzen, die den Teilnehmenden im Erstkontakt und Umgang mit Kindern in Krisensituationen helfen.

Traumasensible Arbeit umfasst Grundlagen zum Thema Trauma und den möglichen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Die Teilnehmenden können anschließend noch sensibler auf Kinder und Familien eingehen. Sie entwickeln zudem Handlungsmöglichkeiten, um sie zu stabilisieren und mit akuten Krisen umzugehen.

Anja Renner, Leiterin des Projekts 'Trainings zur psychosozialen Unterstützung geflüchteter Kinder und Familien'

Durch das Thema Selbstfürsorge werden die Teilnehmenden befähigt, eigene Grenzen zu setzen, bspw. zu merken, wann ihnen Geschichten der Betroffenen zu nahe gehen. Sie werden darin gestärkt, Wege zu finden, wie sie mit eigenen Belastungen umgehen können.

Außerdem wird ein intensiver Austausch zwischen den Teilnehmenden ermöglicht – und Fallbeispiele und praktische Übungen helfen, das Erlernte anzuwenden.

2. Wie viele Teilnehmende habt ihr bisher erreicht?

Suha Naser: Mit unseren Fortbildungen haben wir bisher über 200 Fachkräfte und Ehrenamtliche erreicht. Die erste Schulung fand im Juli 2022 statt. Seitdem konnten wir die Trainings bundesweit in Städten wie Berlin, Hamburg, Freiburg, Mainz und Frankfurt am Main anbieten. Viele Trainings wurden als Inhouse-Schulungen bei verschiedenen Akteur*innen und Träger*innen durchgeführt, die mit geflüchteten Menschen arbeiten. In diesem Jahr werden wir unsere Trainings auch in vielen weiteren Städten anbieten.

3. Welche Rückmeldungen habt ihr von Teilnehmenden bisher bekommen?

Anja Renner: Die Teilnehmenden schätzen insbesondere die Praxisorientiertheit der Trainings. Neben theoretischem Wissen zu den verschiedenen Themen, gibt es viel Raum zum Üben, Fragen stellen, austauschen und zur Besprechung eigener Fallbeispiele. Dadurch fühlen sich die Teilnehmenden nach dem Training selbstsicherer und gestärkt im Umgang mit den Menschen, mit denen sie arbeiten. Beliebt sind auch die Stabilisierungs- und Entspannungstechniken wie Atemübungen, die man sowohl bei sich selbst als auch mit den Kindern und erwachsenen Bezugspersonen anwenden kann. Der Spaß kommt natürlich auch nicht zu kurz bei unseren Trainings. Trotz des ernsten und sensiblen Themas wird in unseren Fortbildungen viel gelacht.

4. Wie kann ich an einem Training teilnehmen?

Suha Naser: An unserem Training können alle teilnehmen, die sich für geflüchtete Kinder und Familien engagieren. Dazu gehören z.B. Ehrenamtlich in Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche, Paten oder Hauptamtliche, die in Unterkünften für geflüchtete Menschen, in Beratungsstellen oder in Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe arbeiten.

Unsere nächsten Termine finden in folgenden Städten statt:

  • Hannover, 23./24. Februar
  • Berlin, 27./28. Februar & 08./09. Mai
  • Magdeburg, 13./14. März
  • Nürnberg, 21./22. März
  • Chemnitz, 05./06. April
  • Stuttgart, 25./26. April
  • Dortmund, 11./12. Mai

Außerdem organisieren wir Inhouse-Schulungen für Gruppen ab 10 Personen. Anmeldungen nehmen wir über unser Kontaktformular oder psu.flucht@savethechildren.de entgegen. 

Weitere Informationen zum Projekt sowie weiterführende Materialien finden Sie hier. Bei Fragen zu den Trainings können Sie sich auch gerne direkt an Suha Naser oder Anja Renner wenden:

Anja Renner

Suha Naser

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