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Publisher Save the Children28.02.2020Klimawandel

Krise in Simbabwe: 3,8 Millionen Kinder von Hunger bedroht

Eine Klima- und Wirtschaftskrise in Simbabwe bedroht derzeit fast vier Millionen Kinder. Sie bekommen oft nur eine Mahlzeit am Tag, sauberes Trinkwasser ist nur schwer zugänglich. Insgesamt sind mindestens 7,7 Millionen Menschen von der Nahrungsmittelknappheit betroffen und benötigen dringend humanitäre Hilfe.

Eine Mutter aus Simbabwe traegt ihr Baby auf dem Ruecken und pumpt Wasser aus einem Brunnen. © Sacha Myers / Save the Children

Familien ergreifen immer extremere Maßnahmen, um zu überleben. Sie reduzieren ihre Mahlzeiten, verkaufen Vieh und Wertgegenstände oder machen sich auf den unsicheren Weg in andere Länder. Ohne eine wesentliche Erhöhung der humanitären Hilfe wird die Krise Leben kosten. 

Es hat viel zu wenig geregnet und unsere Pflanzen wachsen kaum. Mein Mann verdient nicht genug und als unser Kind zur Welt kam, musste ich sofort wieder arbeiten. Wenn wir genug Essen haben, esse ich zweimal am Tag, ansonsten nur einmal. Dann wird auch unser Baby nicht satt, weil ich nicht genug Milch habe, um es zu stillen. Es bricht mir das Herz.  

Moment* (21), die mit ihrem Mann und Baby Vitalis* in einem kleinen Dorf in Simbabwe wohnt

Höchste Inflationsrate der Welt

Simbabwe steckt in der schlimmsten wirtschaftlichen Krise seit 2008. Die Inflationsrate ist laut IWF die höchste der Welt. Geldknappheit, Staatsverschuldung, hohe Arbeitslosigkeit und steigende Kosten für Grundnahrungsmittel und Dienstleistungen dominieren die Wirtschaft. Hinzu kommt die regionale Klimakrise, ausgelöst durch die schwere Dürre im Jahr 2018. Die sporadischen Regenfälle zwischen November 2019 und Januar 2020 führten auf Grund des stark ausgetrockneten Bodens vielerorts zu Überschwemmungen und Bodenerosionen. Die Landwirtschaft ist deswegen stark eingeschränkt. Viele Bauern haben ihre Ernte verloren.

Diesen Gefahren sind Kinder in Simbabwe ausgesetzt: 

"Simbabwe befindet sich in einer äußerst komplexen Situation. Hatten Familien vorher vier oder fünf Alternativen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, können sie sich heute auf keine davon mehr verlassen.", berichtet William Lynch, Länderdirektor von Save the Children in Simbabwe. "Unsere vorläufigen Ergebnisse sind düster. Das Gesundheitssystem ist ins Wanken geraten. Wir beobachten Spitzenwerte bei unbegleiteten Geburten und einen Rückgang bei Impfungen. Kinder nehmen immer weitere Wege auf sich, um Wasser zu holen, was sie einem erhöhten Risiko von Gewalt und Missbrauch aussetzt. Vor allem jungen Mädchen bleibt oft keine andere Möglichkeit, als sich früh zu verheiraten."

So hilft Save the Children

Save the Children arbeitet seit 1983 in Simbabwe. Wir verstärken zurzeit unsere Nothilfe, um den am meisten gefährdeten Kindern zu helfen. Medizinische Notfallteams von Save the Children untersuchen die Lage vor Ort und setzen Programme in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, sowie Zugang zu Wasser und Sanitäranlagen auf, um das Risiko von Krankheitsausbrüchen zu verringern. Außerdem fordern wir die Geber und die internationale Gemeinschaft auf, dringend Maßnahmen zu ergreifen, um eine Verschlechterung der bereits jetzt kritischen Situation zu verhindern.

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