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Publisher Save the Children17.11.2017

Mädchentag: 20.000 illegale Frühverheiratungen

Eine neue Studie von Save the Children und der Weltbank fördert zum internationalen Mädchentag alarmierende Zahlen zutage: 7,5 Millionen Mädchen weltweit werden illegal frühverheiratet, das sind 20.000 an jedem einzelnen Tag.

Die verheerenden Gefahren für frühverheiratete Mädchen sind hinlänglich bekannt: Viele sind  Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt, zudem werden sie ihrer Bildungs- und Entwicklungschancen beraubt – denn häufig werden sie schwanger und brechen die Schule ab. In einer neuen Studie, die Save the Children und die Weltbank erstellt hat, wird nun auch das globale Ausmaß klarer, wie viele Mädchen von solcher Pein und Perspektivlosigkeit bedroht sind.

7,5 Millionen Mädchen täglich, also 20.000 täglich werden jünger verheiratet, als es das Gesetz des jeweiligen Landes erlaubt. Wie kann das sein, fragt man sich? „Zwar erlassen nun endlich immer mehr Staaten Gesetze gegen Kinderehen“, erläutert Susanne Krüger, die Vorstandsvorsitzende von Save the Children, „aber in noch sehr vielen Ländern werden die Gesetze kaum umgesetzt.“ Zwischen 2015 und 2017 haben neun Staaten entweder das Mindestalter für Ehen angehoben oder bisherige Ausnahmeregelungen aufgehoben, etwa bei Einverständnis der Eltern.

Gründe für die schleppende Umsetzung: In manchen Ländern ist das staatliche Recht nicht sehr wirkungsvoll, denn sie konkurrieren mit  gewohnheitsrechtlichen und religiösen Gesetzen. Zudem gibt es vielerorts eine tiefverwurzelte Tradition von Frühehen, die unter anderem von lokalen Machthabern unterstützt wird. „Es gilt also im Namen aller Mädchen nicht nur auf Gesetze, sondern auch auf wirkliche Veränderungen hinzuarbeiten“, fordert Susanna Krüger.

Für 100 Millionen Mädchen weltweit ist die Lage aber noch schlimmer, denn in ihren Heimatländern haben sie überhaupt keinen rechtlichen Schutz davor als Kind verheiratet zu werden. „Vor allem hier muss sehr dringend gehandelt werden“, mein Krüger. „Das Mindestalter von Ehen muss weltweit auf 18 angehoben und Ausnahmeregelungen abgeschafft werden.“

Hoffnung setzt Save the Children unter anderem auf eine Konferenz zur Abschaffung von Kinderehen, die vom 23. bis 25. Oktober im Senegal stattfindet. Dort versammeln sich Regierungsvertreter, religiöse Anführer, Kinderrechtsorganisationen, Jugendliche und UN-Agenturen, um Lösungen zur Abschaffung von Kinderehen zu diskutieren. In vielen Ländern West- und Zentralafrikas sind Mädchen besonders stark betroffen, 1,7 Millionen illegale Kinderehen gibt es hier insgesamt.

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