Jetzt spenden DZI Siegel
Publisher Save the Children22.05.2020Emergency

Millionen Menschen in Indien und Bangladesch fliehen vor Zyklon Amphan

Inmitten der Corona-Pandemie müssen Küstenbewohner in Ostindien und Bangladesch ihre Wohnorte verlassen - auch das größte Flüchtlingslager der Welt, Cox‘s Basar, ist bedroht. Save the Children ist vor Ort und bereitet sich auf Nothilfe-Einsätze vor.

Kinder im Monsun-Regen im größten Flüchtlingscamp der Welt in Cox's Bazar. Auch hier droht der Zyklon Amphan große Schäden anzurichten. Vor den Naturgewalten können sich die Menschen kaum schützen. Ihre Hütten stehen oft an steilen Hängen, sind kaum befestigt und drohen bei aufgeweichtem Boden abzurutschen. © Jonathan Hyams / Save the Children


Zyklon Ampahn

Zyklon Amphan ist ein Wirbelsturm der Kategorie 5 und wird voraussichtlich heute Mittag Indien und Bangladesch treffen. Es drohen meterhohe Flutwellen, extrem starker Wind, Regen und Überschwemmungen.

Update vom 22. Mai 2020: Zyklon Amphan hat in Indien und Bangladesch große Verwüstungen hinterlassen und war einer der schwersten Wirbelstürme der vergangenen zwei Jahrzehnte. Nach Regierungsangaben kamen mindestens 95 Menschen ums Leben. In Westbengalen mit der Hauptstadt Kalkutta wütete der Sturm besonders heftig. Vielerorts wurde die Strom- und Wasserversorgung unterbrochen. Weitere Herausforderungen stehen noch bevor: Die Aufräumarbeiten müssen in der Corona-Pandemie unter erschwerten Bedingungen geleistet werden. Abzuwarten bleibt, wie sich die Evakuierungen von Millionen Menschen und ihr Aufenthalt in Schutzunterkünften auswirken. Experten warnen, dass sich das Virus nun weit schneller ausbreiten könnte. Mostak Hussain, Leiter der Nothilfe von Save the Children Bangladesch: „Unsere Hauptverantwortung ist nun, dafür zu sorgen, dass betroffene Kinder und ihre Familien sicher in ihre Dörfer zurückkehren können."

Millionen von Menschen haben bereits ihre Wohnorte verlassen. Es wird damit gerechnet, dass der Zyklon Amphan heute Mittag auf Land treffen soll. Der tropische Wirbelsturm hat bereits Kategorie fünf erreicht und tobt mit Geschwindigkeiten von mehr als 250 Kilometer pro Stunde über dem Golf von Bengalen. Meteorologen warnen vor verheerenden Folgen.  


Dies ist einer der stärksten Wirbelstürme, die Indien in den letzten Jahren getroffen hat. Wir sind besonders besorgt über Gemeinden in tiefer gelegenen Gebieten, denn wiele von ihnen könnten ihre Lebensgrundlage verlieren. In den letzten Stunden und Tagen fanden Massenevakuierungen statt: Aufgrund der Corona-Pandemie unter erschwerten Bedingungen. Wir bereiten uns auf einen Nothilfe-Einsatz vor. 

Bidisha Pillai, Geschäftsführer von Save the Children in Indien

Warnung per Megafon

In Bangladesch sollen mehr als zwei Millionen Menschen aus tief gelegenen Gebieten in Sicherheit gebracht werden. Zehntausende Notunterkünfte würden vorbereitet, teilten die Behörden mit. Im indischen Bundesstaat Westbengalen sollen mindestens 200.000 Bewohner ihre Häuser verlassen, im benachbarten Bundesstaat Odisha könnte die Zahl bei weit über einer Million liegen. Besondere Gefahren drohen den mehr als 850.000 Rohingya-Flüchtlingen in Cox's Bazar in Bangladesch: Sie leben im größten Flüchtlingslager der Welt. Dort besteht nun die Gefahr, dass heftige Regenfälle und dadurch ausgelöste Schlammlawinen ihre Hütten wegspülen. Diese sind überwiegend aus Bambus gebaut, mit einfachen Abdeckungen und stehen oft an steilen Hängen.

In dem Lager waren vor wenigen Tagen die ersten COVID-19-Fälle aufgetreten. Save the Children ist seit Errichtung des Flüchtlings-Camps vor Ort und leistet Nothilfe für tausende von Kindern und ihren Familien.

Dieser Zyklon ist das Letzte, was wir brauchen, um die Ausbreitung von COVID-19 in Bangladesch zu verhindern. Unsere Teams vor Ort beobachten die Lage genau, auch in den Flüchtlingscamps in Cox 'Bazar. Wir bereiten uns darauf vor, die am stärksten gefährdeten Kinder und ihre Familien zu unterstützen. 

Mark Pierce, Länderdirektor von Save the Children in Bangladesch

Nothilfe mit Abstandsregeln

Sowohl die Evakuierungen als auch die Nothilfe-Maßnahmen werden durch die Corona-Pandemie erschwert. Bitte unterstützen Sie unsere weltweite Nothilfe-Arbeit mit einer Spende, damit wir in Katastrophen wie diesen schnell einsatzbereit sind und unsere Teams vor Ort den Menschen helfen können, die besonders dringend Unterstützung brauchen.

Artikel teilen

Auch interessant

Heuschreckenplage am Horn von Afrika
KlimawandelEmergency

Heuschreckenplage in Ostafrika: Noch mehr Hunger droht

In mehreren Ländern Ostafrikas drohen riesige Heuschrecken-Schwärme die Versorgung der Menschen akut zu gefährden. Bislang kämpfen Somalia,…

EmergencyIndonesien

Starke Überschwemmungen in Indonesien: Tausende Kinder auf der Flucht

Mindestens sechs Kinder sind bei den schweren Überschwemmungen in Indonesien ums Leben gekommen, Zehntausende mussten ihre Häuser verlassen.…

Ein mangelernaehrtes Kind im Jemen wird mit Notnahrung versorgt.
EmergencyJemen

Tausende Kinder im Jemen von Hungerkrise bedroht

Der Krieg im Jemen hat viele Gebiete von der Außenwelt abgeschlossen. Über 17.000 Kindern, die in diesen Regionen leben, droht jetzt eine…

Ein Mädchen aus Mosambik steht vor ihrer Schule, die vom Zyklon zerstört wurde.
EmergencyIdai

Mosambik nach dem Sturm

Im März diesen Jahres zerstörten Sturm und riesige Überflutungen ganze Landstriche in Südostafrika. Mit den Folgen der Wirbelstürme Idai und…

Zwei syrische Geschwister haben Schwierigkeiten zu sehen.
EmergencySyrien

Syrien: Familie musste in Höhle leben

Als die Heimatstadt von Salwa (6) und Issa (3) bombardiert wurde, floh ihre Familie in eine Höhle. Sechs Jahre lang lebten sie dort mehr oder…

Zwei Schwestern, die in Nordsyrien vertrieben wurden.
EmergencyFluchtSyrien

Syrien: "ES FEHLT IHNEN AM NÖTIGSTEN"

Vertriebene Familien im Nordosten Syriens müssen unter schlimmsten Bedingungen leben. Viele von ihnen haben alles zurücklassen müssen, sogar das…

Ein syrisches Kind hält die rechte Hand zu einem Stop-Zeichen nach oben gestreckt.
EmergencySyrien

Syrien: Lage nach Truppeneinmarsch verzweifelt

Die Türkei hat ihre Drohungen wahr gemacht. Nach Luftangriffen gegen kurdische Stellungen in Nordsyrien sind nun auch Bodentruppen im Einsatz.…

Ein acht Jahre alter Junge in Syrien schaufelt mit seinem älteren Bruder Gräber auf einem Friedhof aus.
EmergencySyrien

Die Totengräber von Idlib

Jawad* ist acht Jahre alt, sein Bruder Yazan* 15. Anstatt in die Schule gehen zu können, müssen die beiden Jungen gemeinsam mit ihrem Vater auf…

Kinder in einem Flüchlingscamp, Libanon
InterviewEmergency

Geflüchtete im Libanon: Kindheit in einer Krisenregion

Im Libanon leben über eine Million Geflüchtete aus Syrien. Die meisten von ihnen in provisorischen Siedlungen, oftmals bestehend aus einfachen…

EmergencyRohingya

Rohingya-Krise: Wo bleibt die Gerechtigkeit?

Auch zwei Jahre nachdem mehr als eine Million Rohingya aus ihrer Heimat Myanmar ins benachbarte Bangladesch fliehen mussten, ist die Situation…

Kinder, die aus Myanmar nach Bangladesch gefluechtet sind, haben ihre Wuensche fuer die Zukunft auf Polaroids geschrieben.
EmergencyRohingya

Kinderwünsche aus Bangladesch

Vor knapp zwei Jahren flohen mehr als eine Million Angehörige der muslimischen Rohingya vor der eskalierenden Gewalt in ihrem Heimatland…

EmergencyJemen

Schulbus-Angriff im Jemen: „Nachts habe ich schlimme Träume.“

Vor einem Jahr kamen bei einem verheerenden Schulbus-Angriff im Jemen 40 Kinder ums Leben. Save the Children hat mit zwei Schülern gesprochen,…

Kinder auf Lastwagen in provisorischen Lagern für Geflüchtete aus Idlib.
EmergencySyrien

Syrien: Lage in Idlib ist verzweifelt

Die syrische Stadt Idlib hat im Juli die verheerendsten Angriffe seit Monaten erlebt. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bei den…

© Sacha Myers / Save the Children
EmergencyIdai

In Mosambik droht Nahrungsmittelkrise

Durch die verheerenden Folgen der Zyklone Idai und Kenneth verschlechtert sich die Ernährungslage in Mosambik zunehmend: Über 400.000 Familien…

Gesundheitshelferin Sarah. © Sacha Myers / Save the Children
EmergencyIdai

Wirbelstürme in Mosambik: „Ich bin dankbar, helfen zu können.“

Sarah ist ausgebildete Krankenschwester aus Mosambik. Als vor drei Monaten Zyklon Idai Häuser, Schulen, Krankenhäuser und die Infrastruktur in…

Jetzt spenden