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Publisher Save the Children26.04.2018

Muttertag 2010: Bericht zur Lage der Mütter der Welt

Am besten geht es den Müttern in Norwegen, am schlechtesten den Müttern in Afghanistan. Deutschland ist unter den Top Ten und belegt Platz 10 von 160 Ländern auf der Rangliste. Im Mittelpunkt des Berichts zur Lage der Mütter in der Welt stehen in diesem Jahr Hebammen und weibliche Gesundheitshelfer – sie sind Lebensretterinnen für Millionen Mütter und Kinder.

Am kommenden Sonntag werden überall auf der Welt die Mütter gefeiert. Während Mamas in Deutschland Blumensträuße geschenkt bekommen, haben die Mütter in den ärmsten Ländern der Welt noch nicht einmal das Nötigste zum Überleben.

Wie dramatisch die Lage ist, zeigt der Vergleich zwischen Deutschland und Afghanistan: In Deutschland gehen Mädchen mindestens zehn Jahre zur Schule. 66 Prozent der Frauen benutzen moderne Verhütungsmethoden. Die Lebenserwartung liegt bei 83 Jahren. In Afghanistan dagegen besuchen Mädchen maximal fünf Jahre eine Schule. Statistisch betrachtet stirbt alle 30 Minuten eine Frau während Schwangerschaft oder Geburt. Die Lebenserwartung für Frauen in Afghanistan liegt bei 44 Jahren.


Hebammen als Lebensretterinnen

Während in Deutschland medizinische Fachkräfte praktisch jede Geburt begleiten, bringen im Afghanistan 86 Prozent der Frauen ihre Babys allein zur Welt. Das erhöht das Risiko für Mutter und Kind, während der Geburt zu sterben, dramatisch.

Dabei könnten jedes Jahr Millionen Mütter und Babys gerettet werden. Beispiel Bangladesch: Hier, in einem der ärmsten Länder der Welt, ist die Kindersterblichkeit seit 1990 um 64 Prozent zurückgegangen. Dank der von Save the Children ausgebildeten Hebammen und Gesundheitshelferinnen ist es gelungen, die Säuglingssterblichkeit in ländlichen Gebieten um ein Drittel zu senken.

Die Idee ist einfach: In enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden, werden Frauen aus den Dörfern ausgebildet. Sie kehren nach ihrer Ausbildung in ihre Gemeinde zurück. Dort informieren sie über lebenswichtige Hygienemaßnahmen wie Händewaschen, die Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und Ernährung und können so Leben retten.


Warum Frauen?

Jedes Jahr bringen weltweit 50 Millionen Frauen ihre Kinder ohne jede medizinische Hilfe zur Welt. In Ländern wie Afghanistan ist der nächste Arzt oft meilenweit entfernt und eine Behandlung viel zu teuer. Außerdem ist es Frauen aufgrund kultureller und traditioneller Normen verboten, sich von einem Mann untersuchen  zu lassen.  

Der Erfolg unserer Gesundheitsprojekte hat gezeigt, dass weibliche Gesundheitshelferinnen einen besseren Zugang zu Frauen haben. Mit einer relativ einfachen, kostengünstigen Ausbildung können sie lebensrettendes Wissen über Schwangerschaft, Geburt, Hygiene und Stillen weitergeben.


Schlüssel zum Erfolg: Bildung

Die Ausbildung von Frauen zu Gesundheitshelferinnen ist nicht nur ein Beitrag zur besseren Gesundheitsversorgung. Wir eröffnen damit auch Bildungschancen für Mädchen. Frauen, die eine Schulbildung haben, heiraten und bekommen ihre Kinder später. Sie suchen medizinische Hilfe für sich und ihre Familie und schicken ihre Kinder zur Schule. Je höher die formale Bildung der Mutter, desto wahrscheinlicher die Überlebenschancen der Kinder. In Afghanistan, wo Frauen durchschnittlich fünf Jahre zur Schule gehen, stirbt eines von vier Kindern, in Deutschland sind es vier von 1.000 Kindern.

Mit unseren Bildungsprogrammen sorgen wir deshalb parallel zum Ausbau des Gesundheitswesens dafür, dass beispielsweise in Afghanistan mehr Mädchen und Frauen zur Schule gehen können und dadurch eine Chance auf eine bessere Zukunft haben.

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