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EmergencyRohingyaPublisher Save the Children27.04.2022Emergency

Myanmar: Massaker an Zivilbevölkerung

In Myanmar sind laut Berichten von Menschenrechts-Organisationen die verbrannten Leichen von mindestens 35 Menschen gefunden worden. Mit tiefer Trauer muss Save the Children heute bestätigen, dass sich unter den Toten auch zwei Mitarbeiter befinden. "Wir haben die Bestätigung, dass ihr Privatfahrzeug angegriffen und in Brand gesetzt wurde".

Save the Children verteilt Reis in einem Camp für Binnenvertriebene im Kayah-Staat im Osten Myanmars. © Save the Children 

Inhaltswarnung: Der nachfolgende Text enthält Gewaltschilderungen, die für Kinder verstörend und nicht geeignet sind.

Die beiden Helfer seien auf dem Rückweg von einem humanitären Einsatz in der Region gewesen. Save the Children setzte daraufhin die Arbeit in mehreren Gebieten aus. Das Militär habe Berichten zufolge Menschen aus ihren Autos gezwungen, einige festgenommen, andere getötet und ihre Körper verbrannt. Inger Ashing, Geschäftsführerin von Save the Children International, sprach von schrecklichen Gewalttaten an unschuldigen Zivilisten und humanitären Hilfskräften und verurteilte den Angriff als Bruch des humanitären Völkerrechts.

Bei den beiden Mitarbeitern handelte es sich um Väter, denen die Erziehung von Kindern am Herzen lag. Der eine war 32 Jahre alt, hatte einen 10 Monate alten Sohn und arbeitete seit zwei Jahren bei Save the Children in der Lehrerausbildung. Der andere, 28 Jahre alt und Vater einer drei Monate alten Tochter, arbeitete seit sechs Jahren bei der Hilfsorganisation. Aus Sicherheitsgründen werden sie nicht identifiziert.

Ein Dorfbewohner hatte einer Nachrichtenagentur berichtet, er habe die Tötungen selbst nicht gesehen, doch zwischen den verbrannten Leichen seien auch Kleidungsstücke von Kindern gefunden worden. Die Menschen hätten keiner Guerillatruppe angehört.

Organisationen und Medien berichten von mehrfachen Massakern

Bereits Anfang Dezember soll das myanmarische Militär mehrere Dorfbewohner*innen nach einer Attacke auf einen Militärkonvoi getötet haben. Unter den Opfern von Anfang Dezember sollen ebenfalls Kinder gewesen sein. Am vergangenen Samstag kam es zu neuen Kämpfen im benachbarten Kayin, wo Tausende Menschen Zuflucht vor Kämpfen gesucht haben sollen. Örtliche Behörden berichteten von Luft- und Artillerieangriffen auf den Ort Lay Kay Kaw, der von Rebellen aus der Volksgruppe der Karen kontrolliert werde.

Myanmar versinkt seit einem Putsch im Februar in Chaos und Gewalt. Das Militär hatte die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi abgesetzt und regiert seitdem mit brutaler Härte. Minderheiten werden oftmals unterdrückt und sind Ziel von Gewalt. Vielerorts gab es Proteste gegen die Machtübernahme, sie wurden brutal niedergeschlagen und mehr als 1.300 Menschen getötet. Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als 10.000 Menschen festgenommen wurden. In vielen Teilen des südasiatischen Landes gibt es inzwischen bewaffnete Gruppen, die Widerstand leisten. Immer wieder wird von schweren Menschenrechtsverletzungen berichtet.

Immer wieder Gewalt

Besonders auch Minderheiten in Myanmar werden Ziel von Gewalttaten. Bereits 2017 mussten rund eine Million Angehörige der muslimischen Rohingya vor der Gewalt in ihrem Heimatland nach Bangladesch fliehen. Dort leben sie in den überfüllten Siedlungen von Cox’s Bazar. Die Corona-Pandemie trifft die Menschen dort besonders hart, denn Abstand halten ist hier kaum möglich. Als Reaktion auf COVID-19 hat die Emergency-Health Unit von Save the Children eine Isolierstation errichtet und schult Mitarbeiter*innen vor Ort.

Seit 1995 sind wir in Myanmar im Einsatz und unterstützen Kinder und Familien mit Nahrungsmitteln, Gesundheitsversorgung sowie Bildungs- und Schutzprogrammen. Wir arbeiten mit mehr als 50 Partnerorganisationen zusammen. Aus aktuellem Anlass ruhen Projekte in Kayah Chin und Teilen von Magway und Kayin. Wir setzen jedoch alles daran, die Hilfe für Kinder in Not fortzuführen. Angesichts von Konflikten und der dramatischen Krise im Land ist dies wichtiger denn je. 

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