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Publisher Save the Children24.06.2020Rohingya

Myanmar: Zahl getöteter Kinder steigt dramatisch

Die Gewalt gegen Kinder innerhalb des bewaffneten Konflikts in Myanmars Zentralstaat Rakhine ist in den ersten Monaten dieses Jahres sprunghaft angestiegen. Die Zahl der Kinder, die durch Gewalt getötet oder verstümmelt wurden, war zwischen Januar und März 2020 sechs Mal so hoch wie in den drei Monaten zuvor.

Nur* (12) verlor seine Eltern auf der Flucht von Myanmar nach Bangladesch. Jetzt lebt er bei einer Pflegefamilie in einem der größten Flüchtlingscamps der Welt in Cox's Bazar. © Allison Joyce / Save the Children

Erpressung, Tötung und Verstümmelung sind die drei häufigsten Verbrechen gegen Kinder in Zentral-Rakhine. Laut unabhängigen Beobachtungsstellen wurden allein im Zentralstaat zwischen Januar und März diesen Jahres 18 Kinder getötet und 71 Kinder verletzt oder verstümmelt.

Die Zahlen zeichnen ein dramatisches Bild. Während einige Fortschritte gemacht wurden, vor allem im nördlichen Shan, hat sich die Situation in Zentral-Rakhine in den vergangenen Monaten von schlecht zu nahezu dramatisch entwickelt. Kinder sind ständig gefährdet, in dem anhaltenden Konflikt zwischen dem Militär Myanmars, den Tatmadaw, und verschiedenen bewaffneten Gruppen getötet oder verstümmelt zu werden, während sie gleichzeitig mit der Bedrohung durch die Corona-Pandemie zu kämpfen haben.

Duncan Harvey, Landesdirektor von Save the Children in Myanmar

Der Konflikt zwischen den Tatmadaw und der Arakan-Armee flammte Ende 2018 auf und verschärfte sich Anfang dieses Jahres trotz der COVID-19-Krise. Die Zivilbevölkerung trägt dabei die Hauptlast des Konflikts, da es immer wieder zu bewaffneten Zusammenstößen in besiedelten Gebieten kommt.

Unser Gesundheitspersonal bei einer Schulung zur richtigen Nutzung der Schutzkleidung auf der Isolierstation in Cox's Bazar. © Sonali Chakma / Save the Children

Immer wieder Gewalt in Myanmar

Bereits 2017 mussten rund eine Million Angehörige der muslimischen Rohingya vor der Gewalt in ihrem Heimatland Myanmar nach Bangladesch fliehen. Dort leben sie in den überfüllten Siedlungen von Cox’s Bazar. Die Corona-Pandemie trifft die Menschen dort besonders hart, denn Abstand halten ist hier kaum möglich und die Gesundheitseinrichtungen sind nicht ausreichend ausgestattet. Als Reaktion auf COVID-19 hat die Emergency-Health Unit von Save the Children nun eine Isolierstation errichtet und schult Mitarbeiter*innen vor Ort. 

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