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Publisher Save the Children08.10.2020

Red Hand Day: Internationaler Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Am 12. Februar ist der internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten, auch als Red Hand Day bekannt. An diesem Tag soll weltweit an das Schicksal Tausender Kinder erinnert werden, die als Soldaten in den Krieg ziehen müssen. Save the Children unterstreicht aus diesem Anlass seine Forderung, die Bemühungen zur Reintegration der bis zu 10.000 ehemaligen oder noch unter Befehl stehenden Kindersoldaten zu intensivieren.

Offiziell ist die Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten auf der ganzen Welt verboten, doch nach Schätzungen kämpfen weltweit immer noch Zehntausende Minderjährige – die meisten von ihnen für Rebellenorganisationen in Afrika, jeder dritte Kindersoldat soll ein Mädchen sein. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass zwischen 1990 und 2000 etwa zwei Millionen Kinder gefallen, sechs Millionen zu Invaliden wurden und zehn Millionen schwere seelische Schäden erlitten.

Auch Grâce à Dieu* kämpfte 16 Monate lang im Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik als Kindersoldat. Damals war er gerade einmal 15 Jahre alt. „Als ich gekämpft habe, war ich mit allem, was wir getan haben einverstanden“, berichtet der heute 18-Jährige. „Erst nachdem ich die Rebellen verlassen hatte, begann ich zu realisieren, was ich getan habe und bereute es sehr.“ Wie die allermeisten Kindersoldaten tötete er nicht freiwillig.

Save the Children setzt sich in der Zentralafrikanischen Republik und in anderen Ländern, in denen Kinder wie Grâce à Dieu zum Kämpfen gezwungen wurden oder werden, dafür ein, dass die oftmals schwer traumatisierten und stigmatisierten Kinder und Jugendlichen wieder in die Gesellschaft eingegliedert, keine weiteren Kinder als Soldaten eingezogen und bereits unter Befehl stehende Jungen und Mädchen wieder entlassen werden. Unter anderem gelingt dies mit Aufklärungskampagnen, Familienzusammenführungen, der Förderung von Schul- und Berufsausbildung und psychologischer Betreuung. Darüber hinaus fordert Save the Children von der Zentralafrikanischen Regierung und der internationalen Gemeinschaft, die Bemühungen zur Reintegration der bis zu 10.000 ehemaligen oder noch unter Befehl stehenden Kindersoldaten zu intensivieren.

„Nachdem sie monatelang gesehen haben, wie Menschen getötet wurden oder sogar selbst getötet haben, besteht die Gefahr, dass Kinder unter Depressionen, Angstzuständen und Trauer leiden. Sie brauchen professionelle psychologische Unterstützung. Ohne schnelle und nachhaltige Intervention könnte es passieren, dass viele weitere Kinder erstmalig oder erneut rekrutiert werden und dass diejenigen, die von bewaffneten Gruppen entlassen wurden, verarmen“, erklärt Véronique Aubert, Expertin für Konflikte und Humanitäre Hilfe bei Save the Children.

Grâce à Dieu konnte mit Hilfe von einheimischen Ältesten und Vertretern von Hilfsorganisationen aus den Händen der Rebellen befreit werden. In einem Zentrum für ehemalige Kindersoldaten erhielt er ein dreimonatiges Training als Automechaniker. Danach kehrte er zu seiner Familie zurück und versucht seitdem, sich wieder in einem Leben zu recht zu finden, in dem es nicht nur darum geht, zu töten oder getötet zu werden.

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