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Publisher Save the Children22.01.2018

Rohingya-Krise: Tausende Neugeborene von Krankheit und Mangelernährung bedroht

Mehr als 48.000 Babys werden 2018 in den Flüchtlingscamps der Rohingya in Bangladesch geboren werden, vielen drohen angesichts schlechter hygienischer Bedingungen und Unterversorgung mit Nahrungsmitteln lebendbedrohliche Krankheiten und Mangelernährung. Save the Children warnt, dass etliche Kinder vor dem 5. Lebensjahr sterben werden, wenn sich die Lage nicht ändert.

„Wir erwarten für 2018 etwa 130 Geburten pro Tag. Die meisten Babys werden in einfachen Zelten geboren werden, da es nicht genügend Gesundheitseinrichtungen gibt, in denen Notfälle rund um die Uhr behandelt werden können. Hausgeburten mit Unterstützung traditioneller Hebammen sind zwar üblich in den Rohingya-Gemeinschaften, unter diesen Umständen aber sehr gefährlich. Es gibt enorm viele werdende und stillende Mütter, die auf besondere medizinische Unterstützung angewiesen sind“, berichtet Rachael Cummings, Gesundheitsexpertin von Save the Children in Cox's Bazar.

Ein akutes Problem in den Flüchtlingslagern ist nach wie vor, dass die sanitären Anlagen bei Weitem nicht ausreichen und damit zu Brutstätten für Krankheiten wie Diphterie, Masern und Cholera werden, für die Neugeborene besonders anfällig sind. Überhaupt ist die Gesamtsituation in den Camps weiterhin katastrophal: Viele Familien überleben nur durch Nahrungsmittelrationen und hausen in provisorischen Zelten aus Plastik und Bambus. „Zu sehen, in welche Situation diese Kinder hineingeboren werden, bricht einem das Herz“, sagt Rachael Cummings.

Save the Children betreibt bislang neun Gesundheitszentren in Cox's Bazar. In jeder Einrichtung arbeiten erfahrene Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen. Täglich werden etwa 70 Menschen behandelt, viele von ihnen werdende oder stillende Mütter sowie Patienten, die an Hauterkrankungen, Fieber und Mangelernährung leiden.

„Hilfsorganisationen wie Save the Children tun, was sie können“, betont Cummings, „aber der Bedarf ist riesig, und wir verfügen nicht über genügend Mittel, um sicherzustellen, dass alle Mütter und Kinder die medizinische Versorgung erhalten, die sie brauchen. Die internationale Gemeinschaft muss hier dringend mehr finanzielle Mittel bereitstellen“, so Cummings.

Neben den Gesundheitszentren betreibt Save the Children in den Camps mehr als 50 Schutz-und Spielräume sowie Spielplätze und Frühförderprogramme für Kinder. Außerdem verteilen wir Lebensmittel, Materialien zum Bau von Unterkünften, Hygiene- und Haushaltsutensilien. Wir setzen Latrinen instand und verteilen warme Kleidung und Decken für die kalten Wintermonate. Seit September 2017 konnten dadurch rund 380.000 Rohingya in Bangladesch unterstützt werden.

Um unsere Arbeit in Bangladesch fortsetzen zu können sind wir weiterhin auf Spenden angewiesen. Bitte helfen Sie jetzt.

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