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Publisher Save the Children23.08.2018

Rohingya: Traumatisierte Kinder und hohe Zahl von Waisen

Vor einem Jahr flohen hunderttausende Rohingya vor den Gewaltausbrüchen in Myanmar nach Bangladesch. In den Camps leben viele Kinder, die ihre Eltern auf der Flucht verloren haben oder ihre brutale Ermordung mit ansehen mussten. Wir sind vor Ort, um diesen Kindern zu helfen.

Der 2-jährige Muas* bei der Registrierung in unserem Gesundheitszentrum in Cox's Bazar. © Jonathan Hyams / Save the Children

Mehr als 6000 unbegleitete Rohingya-Kinder leben derzeit im Flüchtlingscamp Cox’s Bazar in Bangladesch. Dort sind sie mit akuter Nahrungsmittelknappheit konfrontiert und einem erhöhten Risiko von Ausbeutung und Misshandlung ausgesetzt. 

Vor zwölf Monaten sahen unsere Teams unbegleitete Kinder in Bangladesch ankommen, die so verstört, hungrig und erschöpft waren, dass sie nicht sprechen konnten. Wir haben Räume für diese Kinder eingerichtet, wo sie rund um die Uhr Betreuung erhielten, während wir nach ihren Angehörigen suchten. Ein Jahr später ist klar, dass es für viele der Kinder keine Vereinigung mit ihrer Familie geben wird. Diese Kinder mussten sich in den Lagern eine vollständig neue Existenz erschaffen. Ohne Mutter oder Vater, und das in einer Umgebung, in der sie Risiken wie Menschenhandel, Kinderheirat und anderen Formen der Ausbeutung ausgesetzt sind.

Mark Pierce, Landesdirektor für Save the Children in Bangladesch

Save the Children hat in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 350.000 Rohingya-Kinder in Cox’s Bazar erreicht, darunter die große Mehrheit derjenigen, die ihre Eltern verloren haben oder von ihnen getrennt sind. Doch der Ursprung der Rohingya-Krise reicht weit in die Vergangenheit. 

Entwicklung der Rohingya-Krise

1982

Myanmar erlässt ein neues Gesetz, dass Rohingya nicht mehr als offizielle Staatsbürger anerkennt. Sie sind damit staatenlos.

Icon Zelt für Flüchtlingshilfe durch Save the Children

1992

Über 250.000 Rohingya fliehen aus Nord-Rakhine in Myanmar vor gewaltsamen Militärangriffen. Sie finden Zuflucht in Bangladesch.

2010

Save the Children startet Hilfsmaßnahmen im Bundesstaat Rakhine, um Kinder und ihre Familien zu unterstützen.

2015

Mindestens 33.000 Rohingya fliehen aus Myanmar und versuchen Malaysia und Thailand auf überfüllten Booten zu erreichen.

2016

Nachdem neun Polizisten in Myanmar von einer bewaffneten Gruppe ermordet werden, kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen in Rakhine. Über 1.000 Rohingya werden getötet, mehr als 90.000 werden vertrieben.

August 2017

Nachdem weitere Polizisten ums Leben kommen, beginnen die Behörden gezielt gegen die Rohingya vorzugehen und töten Kinder, Frauen und Männer. Die Zahl der Rohinga-Flüchtlinge, die Bangladesch erreichen, steigt innerhalb von vier Tagen auf mehrere tausend Menschen an.

September 2017

Save the Children weitet die Hilfsmaßnahmen aus und verteilt u.a. Nahrungsmittel und Trinkwasser an 150.000 Menschen.

Dezember 2017

Über 700.000 Rohingya, darunter mindestens 370.000 Kinder, sind nach Bangladesch geflohen und leben dort in den weltweit größten Flüchtlingscamps.

März-Mai 2018

Save the Children richtet hunderte temporäre Lernzentren und über 90 Schutz- und Spielräume für die Kinder in den Flüchtlingscamps ein und starten die Vorbereitungen für den Monsun.

Juli 2018

Save the Children eröffnet ein neues Gesundheitszentrum, in dem Kinder und ihre Familien rund um die Uhr versorgt werden können.

Neben den Schutz- und Spielräumen, die knapp 40.000 Kindern einen sicheren Ort zum Spielen und Erholen bieten, haben wir ein Gesundheitszentrum aufgebaut, in dem wir Kinder und ihre Familien rund um die Uhr behandeln können.

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