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Publisher Save the Children26.04.2018

Sahelzone: Jetzt handeln, um Katastrophe zu verhindern!

Die Situation in der Sahelzone bleibt kritisch und es gilt dringend, eine humanitäre Katastrophe, ähnlich der am Horn von Afrika, zu verhindern. In der gesamten Sahelzone sind 11 Millionen Menschen vom Hunger bedroht, darunter unzählige Kinder, die schon jetzt unter akuter Mangelernährung leiden.

Besonders hart trifft es die Menschen im Niger, dort sind 6 Millionen Menschen von der Dürre betroffen. Die instabile Sicherheitslage in den Nachbarstaaten erschwert die Situation zusätzlich, da tausende Menschen in den Niger fliehen und die lokale Bevölkerung und die ohnehin knappen Ressourcen zusätzlich belasten.

 

Was die Dürre für die betroffenen Familien wirklich bedeutet und mit welchen verheerenden Auswirkungen sie sich auseinandersetzen müssen, ist schwer vorstellbar. Sieben führende Hilfsorganisationen, darunter CARE, Oxfam, Plan International, Save the Children und World Vision haben unter der Leitung des Emergency Capacity Building Projects (ECB) und des Assessment Capacities Projects (ACAPS), eine Studie zur Lebenssituation in der Sahelzone durchgeführt und entsprechende gemeinsame Empfehlungen formuliert.

  

Hier die wichtigsten Erkenntnisse aus den Befragungen:

  • Alle befragten Familien mussten ihre täglichen Mahlzeiten bereits reduzieren
     
  • 70% - 90% der Menschen werden sehr wahrscheinlich ihre Nahrungsvorräte vor der nächsten Ernte aufgebraucht haben
     
  • eine katastrophale Dürre und hohe Lebensmittelpreise führten bereits in 2009 zu einer landesweiten humanitären Katastrophe — Bauern und Viehzüchter sagen, die diesjährige Ernte sei doppelt so schlecht
     
  • Kinder gehen nicht mehr in die Schule, weil Familien auf der Suche nach Arbeit wegziehen, die Schulspeisungen geschlossen wurden oder die Kinder selbst arbeiten müssen bestätigte ein Viertel der Befragten
     
  • Die Menschen im Niger müssen ihre Nutztiere verkaufen, um sich Essen leisten zu können — Übersättigung des Marktes und Sinken der Viehpreise
     
  • 97% der Gemeinden gaben an, ein weiteres Problem sei die schlechte Produktion von Tierfutter
     
  • ca. 80% der Befragten haben nicht genug Saatgut, um für die nächste Anbausaison zu säen — Gefahr eines weiteren Hungerjahrs
     
  • ca. ein Drittel der Bevölkerung ist in Folge der Missernte von 2009 immer noch verschuldet
     
  • ca. 80% der Gemeinden sagen Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein ernstes Problem

Die Bedarfsanalyse der Hilfsorganisationen ist der jüngste Beweis dafür, dass dem Niger und weiteren Teilen der Sahelzone eine humanitäre Katastrophe droht, wenn die internationale Gemeinschaft jetzt nicht rechtzeitig Mittel für Nothilfe und Vorsorge bereitstellt.

Die sofortige Mittelfreigabe von Seiten der Gebergemeinschaft zur unmittelbaren Nahrungshilfe für Familien in lebensbedrohlichen Situationen ist eine Hauptforderung der Hilfsorganisationen.

Das unnötige Warten bis die Situation weiter kippt, könnte nicht nur Tausende Menschen das Leben kosten – es ist zudem ineffizient. Die Kosten für Nothilfeprojekte wären viel höher, als nachhaltige Hilfsmaßnahmen, die unmittelbar vor und während ersten Nahrungsmittelengpässen umgesetzt werden können.

Marginalisierten Gruppen und besonders Bedürftigen muss besonderer Fokus zukommen. Lokale Regierungen müssen bei der Zusammenarbeit mit einbezogen werden, um die vielschichtigen Ursachen dieser chronischen Krise anzugehen und die Risiken auf Gemeindeebene zu vermindern.

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