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Publisher Save the Children26.04.2018

Südsudan: Millionen Menschen gefährdet

Knapp ein Jahr nach seiner Gründung steht der afrikanische Staat Südsudan vor einer humanitären Katastrophe. Anhaltende Konflikte und die bevorstehende Regenzeit gefährden das Leben von Millionen.

Nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg sollte die Unabhängigkeit vom Sudan im Sommer letzten Jahres die ersehnte Wende bringen; doch ist das Land noch zu schwach, um seine Bürger vor den Auswirkungen der anhaltenden blutigen Auseinandersetzungen und der drohenden Hungersnot zu schützen.

Die Kämpfe zwischen der Sudanese Armed Forces (SAF) und der Sudan Revolutionary Forces (SRF), einschließlich der Sudan People’s Liberation Army-Norh (SPLA-N) und der Rebellengruppen in Darfur , gefährden unzählige Familien in den Gebieten South Kordofan (SK), Abyei und Blue Nile (BN). Bombardierungen und Schusswechsel sind alltägliche Bedrohungen für die örtliche Bevölkerung– Tausende sind wieder auf der Flucht. Bevorstehende Regenfälle gefährden die Nothilfe in den Konfliktzonen.

Save the Children arbeitet seit über 20 Jahren in der Region und versucht jetzt, die Projektarbeit zu erweitern, um tausende Kinder und Familien vor den Auswirkungen der aktuellen Krise zu schützen. Jon Cunliffe ist unser Einsatzleiter im Südsudan: “ Eine gefährliche Kombination aus Konflikten, steigenden Nahrungsmittel-und Ölpreisen, so wie fehlende Finanzmittel gefährden die Familien in beiden Ländern. Mit den bevorstehenden Regenfällen spitzt sich die Situation zu. Die Ausschreitungen müssen eingestellt werden, damit wir sicheren Zugang zu den Kindern und ihren Familien haben! Wir müssen sie mit dem Nötigsten versorgen und vor Gewalt und Ausbeutung schützen.“

Die Regenzeit im Sudan und Südsudan verschärft die ohnehin schlechten Bedingungen in den Flüchtlingslagern, erschwert  Hilfsleistungen, Transportmöglichkeiten und erhöht die Gefahr von Krankheitsausbrüchen. Die unbefahrbaren Straßen machen es für manche Menschen unmöglich, die umkämpften Gebiete zu verlassen.
 

Besondere Herausforderungen der Nothilfe


Schutz für Flüchtlinge

Die brutalen Kämpfe zwischen der South Sudan Army (SPLA) und der Sudan Armed Forces (SAF) scheinen kein Ende zunehmen. Kinder auf der Flucht sind am stärksten gefährdet. Oft werden sie von ihren Familien getrennt, sind psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt und laufen Gefahr, als Kindersoldaten missbraucht zu werden. Save the Children hilft bei der Familienzusammenführung und schützt Kinder vor Gewalt und Ausbeutung.


Die Bildung steht auf dem Spiel

Ganze Generationen von südsudanesischen Kindern konnten und können nicht zur Schule gehen. Dabei ist Bildung lebenswichtig! Sie gibt Kindern Stabilität und Struktur und schützt sie vor Gefahren. Die Weiterführung der Bildung ist maßgeblich für die Überwindung der traumatischen Erfahrungen und für die zukünftige Entwicklung: Wird der Schulbesuch jedoch einmal unterbrochen, gehen die meisten Schüler im Südsudan nicht wieder zurück in die Schule. Save the Children setzt sich dafür ein, dass Bildung Teil der Notfallhilfe ist und genügend finanziert wird.

  

 

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