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Publisher Save the Children26.04.2018

Syrien: Tausende auf der Flucht

Seit Wochen zwingen die gewaltsamen Auseinandersetzungen zehntausende Syrer zur Flucht in die umliegenden Länder Libanon und Jordanien. Ein Jahr nach dem Beginn der Kämpfe berichten Medien von sich immer weiter zuspitzender Gewalt.

Erschwerend kommt hinzu, dass es zunehmend schwieriger wird, Syrien zu verlassen. Regierungstreue Gruppen verminen die Grenzübergänge, um die Menschen an der Flucht zu hindern. Zahllose Menschen sitzen in Syrien fest und brauchen dringend Hilfe, es gibt kaum noch Lebensmittel und medizinische Hilfsgüter in den umkämpften Gebieten.

Derzeit ist den Hilfsorganisationen der Zugang zu den Opfern in Syrien nicht möglich. Dennoch steht ein Expertenteam im Libanon bereit, um so bald es möglich ist, mit Hilfsmaßnahmen zu beginnen. Um den politischen Druck zu erhöhen, hat Save the Children die internationale Aktion „Stop the Killing“ gestartet. Fast 30.000 Menschen setzten sich im Rahmen der Online Petition zusammen mit uns für das Ende der Gewalt und uneingeschränkten Zugang für humanitäre Hilfsorganisationen in Syrien ein. In Deutschland haben fast 1.000 Menschen den Aufruf „Stop the Killing“ unterstützt.

Dass Hilfe dringend nötig ist, zeigen uns die Erzählungen der Flüchtlinge im Libanon.

Muhamed (13) hat wie tausende andere Kinder sein Zuhause in Syrien verlassen. Mit seiner Mutter und seinen zwei älteren Brüdern floh er vor sechs Wochen aus seiner Heimatstadt Homs. Seine Familie  musste alles hinter sich lassen und wurde vollkommen aus ihrem alltäglichen Leben gerissen.

So konnten Muhamed und seine Brüder in den letzten Wochen keine Schule besuchen. Nach Wochen kann er jetzt als einziger seiner Familie am Unterricht in einer speziellen Förderklasse an einer Schule in Al Mafraq teilnehmen. Dort hat er beispielweise auch Englisch- und Computerkurse. Nicht alle syrischen Flüchtlingskinder bekommen so schnell einen Platz an einer Schule des Aufnahmelandes und verpassen somit wichtige Jahre ihrer schulischen Ausbildung.

Für Kinder ist die derzeitige Lage besonders schwer. „Sie kommen hungrig, frierend und verängstigt in einem fremden Land an, in dem sie niemanden kennen. Ihre Eltern sind stark belastet. Oft wissen sie nicht, wo sie unterkommen sollen. Manche haben Unvorstellbares durchgemacht. Wenn sie hier ankommen brauchen sie umgehend Hilfe“, berichtet Andrew Wander, Pressesprecher von Save the Children im Libanon.

Bis Hilfe in Syrien möglich ist, konzentriert sich Save the Children auf die Versorgung syrischer Flüchtlingsfamilien und Kinder. Beispiele unserer Arbeit:

  • Verteilung von Nahrungsmitteln und Seife, Handtüchern, Eimern und Zahnbürsten Schaffung von kinderfreundlichen Orten als Treffpunkt, Spielplatz und Ort des Austauschs und der Normalität
     
  • Identifizierung besonders stark betroffener Kinder, die sofortige Unterstützung und Sicherung der Hilfe bei der Verarbeitung von in Syrien Erlebtem brauchen
     
  • Bereitstellung von speziellen Schulklassen für 400 Kinder, die im Libanon keine lokalen Schulen besuchen können
     
  • Unterstützung bei der Einschulung für Kinder, deren schulische Ausbildung sich aufgrund des Konflikts verzögert
     
  • Ausbildung von Lehrern, Sozialarbeitern und Eltern zur Unterstützung von betroffenen Kindern im Umgang mit den Nachwirkungen der Gewalt sowie Hausbesuche.

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