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Publisher Save the Children16.12.2019Klimawandel

UN-Klimagipfel: Klimaschutz kann nicht warten

Der Weltklimagipfel in Madrid ist am Wochenende nahezu ergebnislos zu Ende gegangen. Nach fast zwei Wochen Verhandlung reichte es nur für ein unverbindliches Abschlussdokument. Wichtige Entscheidungen wurden auf den nächsten Gipfel 2020 in Glasgow vertagt.

Von Ueberschwemmungen zerstoertes Klassenzimmer in Somalia.

In Madrid verhinderten laut Konferenz-Teilnehmern vor allem drei Länder einen ambitionierteren Klimaschutz. Dies sind Brasilien, die USA und Australien. Die USA werden 2020 den Pariser Klimavertrag sogar verlassen.

Uneinigkeit gab es bis zum Schluss der Konferenz insbesondere beim Thema, wie verbindlich und nachdrücklich die Staaten in der Schlusserklärung aufgefordert werden, im nächsten Jahr verbesserte nationale Pläne zum Einsparen von klimaschädlichen Treibhausgasen vorzulegen.

Während die EU, vom Meeresspiegelanstieg besonders bedrohte Inselstaaten und viele lateinamerikanische Länder einen ambitionierten Aufruf verlangten, wollten andere Staaten nur einer unverbindlichen Formulierung zustimmen.

Konferenz-Ergebnis in Madrid enttäuschend

Das schwache Ergebnis von Madrid könnte schon bald verheerende Folgen zeigen. Denn es bleibt kaum noch Zeit, zu große Sprünge bei der Erderwärmung zu verhindern. Schon jetzt hat der Klimawandel weltweit zu verstärkten Wetterextremen geführt. Dies kostet schon jetzt viele Menschenleben und treibt Hunderttausende in die Flucht.

Die Klimakrise tötet Menschen, sie zwingt Familien zur Flucht und sie ruiniert die Chancen der Kinder auf eine Zukunft.

Ian Vale, Regionaldirektor für das östliche und südliche Afrika von Save the Children

Menschen leiden schon jetzt unter den Folgen der Klimakrise

Aktuelle Analysen von Save the Children belegen, dass sich 2019 im östlichen und südlichen Afrika durch die Klimakrise für 33 Millionen Menschen die Ernährungslage dramatisch verschlechtert hat. Die Hälfte der Betroffenen sind Kinder. Überschwemmungen, Erdrutsche, Dürren und Wirbelstürme haben maßgeblich diese lebensbedrohende Situation verursacht und in der Region bereits 1.200 Menschenleben gefordert.

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